R. Roukema, Jean-Marc Vercruysse, Einar Thomassen, C. Gianotto, M. Ludlow, B. Neil, Ferdinand-Rupert Prostmeier, M. Westerhoff, D. Winkler, Diliana Atanassova, Michele C. Ferrari, A. E. Kattan, Ilaria L. E. Ramelli
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Abstract
Das 100-jährige ,,Jubiläum‘‘ des Fließbandes im Jahr 2013 nahm David Nye zum Anlass, eine Kulturgeschichte des Fließbandes zu schreiben, die er zugleich als eine Geschichte Amerikas im 20. Jahrhundert erzählt. Denn Nye präsentiert in seinem Buch America’s Assembly Line nicht allein die Geschichte einer technischen Innovation, sondern die Geschichte – oder besser: die Geschichten – der Massenproduktion und des Massenkonsums und damit eines zentralen Elements der amerikanischen Lebensweise. Gleichsam nebenbei räumt Nye in seinem Buch mit einigen Klischees der Geschichte des Fließbandes auf, die immer noch viele Geschichten, vor allem populärer Art, dominieren. Dazu gehört zum Beispiel die Vorstellung, das Fließband sei eine Erfindung Henry Fords. Statt dessen betont Nye: ,,The assembly line synthesized practices from all those industries [arms manufacturing, bicycle production, meat packing, steelmaking and brewing, Ergänzung MH], and became more than the sum of its parts’’ (17). Des Weiteren ordnet Nye das Fließband in die Erkenntnisse der Technikgeschichte ein, indem er zeigt, dass es dem in der Forschung als typisch beschriebenen Muster technischer Neuerungen entspricht: Zuerst durchlief es eine Phase, in der es euphorisch als revolutionäre Neuheit gefeiert, aber gleichzeitig auch scharf kritisiert wurde. Es fand weite Verbreitung und wurde schließlich zur kaum mehr wahrgenommenen Normalität, eine scheinbare Selbstverständlichkeit, um in einer Phase der ,,resignation‘‘ zu münden (253). Eingangs definiert Nye fünf zentrale Elemente des Fließbands, betonend, dass es nicht nur um das Transportband allein gehe, sondern um die Kombination von ,,subdivision of labor, interchangeable parts, singlefunction machines, sequential ordering of machines, and movement of work to workers via slides and belts‘‘ (27). Diese Bestimmung ist zentral für Nyes Darstellung. Denn er zeigt in seinem Buch nicht nur den Wandel N.T.M. 23 (2015) 109–115 0036-6978/15/010109-7 DOI 10.1007/s00048-015-0128-x 2015 SPRINGER BASEL