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Abstract
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind immer noch die häufigste Todesursache in Deutschland, gefolgt von bösartigen Tumorerkrankungen. Mit 18,5Mrd. Tagesdosen machten Herz-Kreislauf-Medikamente in 2013 fast die Hälfte aller Arzneimittelverordnungen aus (Statistisches Bundesamt). Der stetige Anstieg der Herzinfarktrate in den USA nach dem 2. Weltkrieg löste bei den verantwortlichen Politikern in den 1950er-Jahren den „War against Heart Attack“ aus. Man wollte den Herzinfarkt wie eine infektiöse Epidemie bekämpfen und suchte einen entsprechenden Auslöser, den man im Fett und insb. im Cholesterin sah. Die 7 Countries Study von Ancel Keys, die Framingham Heart Study und die MRFIT Study werden auch heute noch als wissenschaftlicher Beleg für die ursächlichen Zusammenhänge zwischen gesättigten Fetten /Cholesterin und Arteriosklerose /Herzinfarkt angeführt, obwohl die Daten dieser Studien diese ursächlichen Zusammenhänge bei genauerer Betrachtung gar nicht belegen. So konnte Anderson 1987 zeigen, dass eine jährliche Reduktion des Cholesterinspiegels innerhalb von 18 Jahren die kardiovaskuläre Mortalität um 14% erhöht. Obwohl große Metaanalysen mit mehr als 150 000 Patienten gezeigt haben, dass die Einnahme von cholesterinsenkenden Statinen zwar die LDL-Spiegel senkt, aber das absolute Risiko für die kardiovaskuläre Mortalität nur um 1% bzw. um 1 Ereignis pro 1428 Personenjahre reduziert, gilt die Cholesterinsenkung immer noch als wesentlicher präventiver Ansatz zur Senkung des Herzinfarktrisikos. In den letzten Jahren haben sich die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse in Bezug auf die Auslöser, die Pathomechanismen und die Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen immer stärker durchgesetzt. Heute gilt bei unabhängigen Wissenschaftlern und aufgeklärten Ärzten v. a. der übermäßige Genuss von Zucker und einfachen Kohlenhydraten als wesentliche Ursache für die entzündlichen Prozesse, die neben vielen anderen chronischen Gesundheitsstörungen auch den kardiovaskulären Erkrankungen zugrunde liegen.