[On the occasion of the 100th anniversary of the German Society for Pneumology].

IF 1.7 Q4 RESPIRATORY SYSTEM Pneumologie Pub Date : 2010-01-01 Epub Date: 2010-01-20 DOI:10.1055/s-0029-1243798
C Vogelmeier, H Teschler
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Abstract

Von Johann Wolfgang von Goethe stammt der Satz „Man kann das Gegenwartige nicht ohne das Vergangene erkennen“, den er 1787 auf seiner Italienreise niedergeschrieben hat. Im Auftrag des Vorstands hat sich die Arbeitsgruppe DGPChronik mit groser Motivation an die Arbeit gemacht und die Geschichte der Deutschen Gesellschaft fur Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) mit ihren vielen Facetten in einem umfangreichen Buch zusammengestellt [1]. Die DGP wurde 1910 am Anfang eines Jahrhunderts gegrundet, das manche Historiker fur das schrecklichste in der Geschichte halten. In dieser bewegten Zeit vollzog sich ihre Entwicklung von der Vereinigung der Lungenheilanstaltsarzte zu der heutigen wissenschaftlichen Gesellschaft, von der Phthisiologie zur modernen Pneumologie mit ihrer bunten Vielfalt. Standen die ersten 50 Jahre noch ganz im Zeichen der Tuberkulose, so vollzog sich nach deren erfolgreicher Eindammung in den zweiten 50 Jahren der DGP ein erheblicher Wandel. Asthma, COPD, Lungenentzundung und Lungenkrebs zahlen heute zu den Volkskrankheiten. Enorme Fortschritte wurden in Diagnostik und Therapie aller Lungenkrankheiten erzielt: in der Bildgebung stehen uns heute CT, HRCT, MRT, Szintigrafie inklusive PET zur Verfugung; anfanglich gab es ja nur Rontgenbild und Durchleuchtung. Die Endoskopie hat durch die Einfuhrung des flexiblen Bronchoskops und durch die interventionellen Verfahren enorm an Bedeutung gewonnen. Die molekularen Methoden der Mikrobiologie und Pathologie ermoglichen gezieltere und raschere Diagnosestellungen. Neue Techniken erlauben die nicht-invasive Beatmung bei akutem Atemversagen und die Heimbeatmung bei chronischer respiratorischer Insuffizienz. Die Thoraxchirurgie ist dank video-assistierter Operationen viel weniger invasiv und risikoarmer geworden; Lungentransplantationen gehoren in einigen deutschen Zentren zu Routine-Eingriffen. Die medikamentose Therapie bei Asthma, COPD, bakteriellen Pneumonien u.a. hat die Prognose dieser Patienten deutlich gebessert. Erste Ansatze beim Lungenkrebs zeigen, dass die Behandlung sich in Zukunft individueller gestalten wird. Die pulmonale arterielle Hypertonie lasst sich deutlich erfolgreicher behandeln. Die Prognose von Patienten mit Mukoviszidose hat sich erheblich verbessert, sodass der Transit aus der Kinderklinik in die Erwachsenen-Pneumologie zur Routine geworden ist. Die Schlafmedizin ist ein auserst wichtiges Teilgebiet der Pneumologie und fuhrt zu erheblich verbesserter Lebensqualitat. Dies sind nur einige Beispiele fur Fortschritte in unserem Fachgebiet. Heute ist die Pneumologie neben der Kardiologie und der Gastroenterologie eines der drei grosen Schwerpunktfacher der Inneren Medizin. Durch die rasante wissenschaftliche Entwicklung und Ausweitung des Faches war und ist es geboten, die Struktur und Arbeitsweise der Gesellschaft an diese Veranderungen anzupassen. Dies spiegelt sich auch in den Namensanderungen im Laufe der hundert Jahre wider: von der „Vereinigung der Lungenheilanstaltsarzte“ 1910 – wenige Monate nach dem Tod von Robert Koch – durch Erweiterung mit den Tuberkulosefursorgearzten zur „Deutschen Tuberkulosegesellschaft“ 1925, uber die „Deutsche Gesellschaft fur Tuberkulose und Lungenkrankheiten“ 1964, die „Deutsche Gesellschaft fur Lungenkrankheiten und Tuberkulose“ 1972, die „Deutsche Gesellschaft fur Pneumologie und Tuberkulose“ 1980, die „Deutsche Gesellschaft fur Pneumologie“ 1990 schlieslich zur heutigen „Deutschen Gesellschaft fur Pneumologie und Beatmungsmedizin“ seit 2005. Der zunehmenden Subspezialisierung des Faches trug die Einrichtung der insgesamt 15 wissenschaftlichen Sektionen Rechnung. Seit 1996 findet der wissenschaftliche Kongress der DGP mit einem umfangreichen Programm und grosen Teilnehmerzahlen jahrlich statt. Das Interesse
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