Christoph Berliner, Kristina Boss, Anke Pape, Andreas Kribben, Wolfgang Fendler, Ken Herrmann
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Abstract
Die Peritonealhöhle wird von der größten und komplexesten serösen Haut des Menschen, dem Peritoneum, ausgekleidet. Das Peritoneum ermöglicht die Mobilität der intestinalen Strukturen und spielt eine Rolle beim intraabdominellen Flüssigkeitsaustausch. In diesem Zusammenhang wird das Peritoneum medizinisch auch für Dialyse eingesetzt [1]. Die Peritonealdialyse ist ein elegantes und relativ komplikationsarmes Verfahren, welches sich die hohe Permeabilität des Peritoneums zunutze macht. Nichtsdestotrotz treten auch bei diesem Verfahren Komplikationen auf, welche mit der Peritonealszintigrafie weiter abgeklärt werden können. Klassische Indikation ist die Evaluation einer pleuroperitonealen, skrotalen oder extraperitonealen Leckage [2, 3]. Ebenso können Katheterdysfunktionen durch Adhäsionen oder Obstruktionen mittels Peritonealszintigrafie abgeklärt werden [4]. Die Peritonealszintigrafie ist ein funktionelles Verfahren zur Darstellung der Peritonealhöhle mittels Einbringens einer geringen Menge radioaktiv markierten Tracers über einen intraperitoneal einliegenden Zugang/Katheter. Abgesehen von der geringeren räumlichen Auflösung hat die Szintigrafie als dynamisches Verfahren viele Vorteile gegenüber alternativen Techniken wie CT, MRT oder Sonografie. In der Kombination mit einer SPECT/CT ist auch die 3-dimensionale Zuordnung Artefakt-frei möglich. Zur Durchführung wird ein Zugang zur Peritonealhöhle benötigt. Idealerweise wird der einliegende Peritonealdialysekatheter (PD-Katheter) verwendet. Adaptiert an die Fragestellung werden 120–300MBq 99mTc-Human Serumalbumin (HSA) zusammen mit der Peritonealdialyselösung injiziert. Initial erfolgt eine dynamische Aufnahme alle 10 Sekunden über 5 Minuten zur Beurteilung von Katheterleckagen oder einer Fehllage in der Bauchwand. Anschließend erfolgen statische Aufnahmen nach 10 Minuten und einer Stunde. Bei Auffälligkeiten oder zum Abschluss der Untersuchung sollte eine SPECT/CT erfolgen. Je nach Fragestellung werden Spätaufnahmen nach 24 oder 48 Stunden ergänzt (▶ Tab. 1). Nachfolgend präsentieren wir 4 Peritonealdialysepatienten, die im Zeitraum von August 2020 bis März 2021 untersucht worden sind.