{"title":"Erster epileptischer Anfall im Erwachsenenalter","authors":"B. Pohlmann-Eden","doi":"10.1055/s-2001-16865","DOIUrl":null,"url":null,"abstract":"Zusammenfassung: Nach einem ersten epileptischen Anfall (EEA) ergibt sich eine komplexe Beratungssituation, die eine umfassende Diagnostik genauso impliziert wie eine Analyse der psychosozialen Folgen für das betroffene, in seiner Autonomie irritierte Individuum. Im Vordergrund steht die Frage nach einem möglich Anfallsrezidiv. Dieses wird in einer Spanne von 27 ± 78 % innerhalb von 3 ± 5 Jahren angegeben, wobei diese Variation in erster Linie durch methodische Unterschiede in den hier diskutierten Studien zu erklären ist. Im Mittel liegt das Anfallsrezidiv nach einer Metaanalyse bei 40 % innerhalb von 2 ± 4 Jahren, wobei Hinweise auf eine symptomatische Genese (Untersuchungsbefund, Anfallsphänomenologie, EEG oder Strukturdiagnostik) das Risiko möglicherweise erhöhen. In fast der Hälfte der Patienten ist durch eine konsequente kranielle Bildgebung, die die Magnetresonanztomographie einschlieûen sollte, eine zugrunde liegende Pathologie zu finden, die für sich neue therapeutische Fragen aufwirft (z. B. zerebrovaskuläre Grunderkrankung oder Tumordiagnose). Die Frage der Notwendigkeit einer antiepileptischen Behandlung nach erstem epileptischen Anfall ist durch die zur Zeit vorliegenden Studien nicht sicher zu beantworten und ist Teil einer unverändert offenen Kontroverse. Es gibt aber Hinweise darauf, dass für eine günstige Langzeittherapieprognose andere Faktoren als ein frühzeitiger Beginn der Therapie maûgeblicher sind wie z. B. das Fehlen kritischer struktureller Faktoren (Hippokampussklerose).","PeriodicalId":350840,"journal":{"name":"Akt Neurol","volume":"6 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0000,"publicationDate":"2001-09-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":"1","resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":null,"PeriodicalName":"Akt Neurol","FirstCategoryId":"1085","ListUrlMain":"https://doi.org/10.1055/s-2001-16865","RegionNum":0,"RegionCategory":null,"ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":null,"EPubDate":"","PubModel":"","JCR":"","JCRName":"","Score":null,"Total":0}
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Abstract
Zusammenfassung: Nach einem ersten epileptischen Anfall (EEA) ergibt sich eine komplexe Beratungssituation, die eine umfassende Diagnostik genauso impliziert wie eine Analyse der psychosozialen Folgen für das betroffene, in seiner Autonomie irritierte Individuum. Im Vordergrund steht die Frage nach einem möglich Anfallsrezidiv. Dieses wird in einer Spanne von 27 ± 78 % innerhalb von 3 ± 5 Jahren angegeben, wobei diese Variation in erster Linie durch methodische Unterschiede in den hier diskutierten Studien zu erklären ist. Im Mittel liegt das Anfallsrezidiv nach einer Metaanalyse bei 40 % innerhalb von 2 ± 4 Jahren, wobei Hinweise auf eine symptomatische Genese (Untersuchungsbefund, Anfallsphänomenologie, EEG oder Strukturdiagnostik) das Risiko möglicherweise erhöhen. In fast der Hälfte der Patienten ist durch eine konsequente kranielle Bildgebung, die die Magnetresonanztomographie einschlieûen sollte, eine zugrunde liegende Pathologie zu finden, die für sich neue therapeutische Fragen aufwirft (z. B. zerebrovaskuläre Grunderkrankung oder Tumordiagnose). Die Frage der Notwendigkeit einer antiepileptischen Behandlung nach erstem epileptischen Anfall ist durch die zur Zeit vorliegenden Studien nicht sicher zu beantworten und ist Teil einer unverändert offenen Kontroverse. Es gibt aber Hinweise darauf, dass für eine günstige Langzeittherapieprognose andere Faktoren als ein frühzeitiger Beginn der Therapie maûgeblicher sind wie z. B. das Fehlen kritischer struktureller Faktoren (Hippokampussklerose).