Keine orale Beteiligung in einer großen Kohorte von Frauen mit Lichen sclerosus der Vulva – eine multizentrische prospektive Studie

IF 3.8 4区 医学 Q1 DERMATOLOGY Journal Der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft Pub Date : 2024-12-08 DOI:10.1111/ddg.15531_g
Monica Corazza, Camilla Salvini, Valeria Gaspari, Oriana Simonetti, Natale Schettini, Angelina de Magnis, Luca Rapparini, Giulio Rizzetto, Cosimo Misciali, Elisa Marzola, Alessandro Borghi
{"title":"Keine orale Beteiligung in einer großen Kohorte von Frauen mit Lichen sclerosus der Vulva – eine multizentrische prospektive Studie","authors":"Monica Corazza,&nbsp;Camilla Salvini,&nbsp;Valeria Gaspari,&nbsp;Oriana Simonetti,&nbsp;Natale Schettini,&nbsp;Angelina de Magnis,&nbsp;Luca Rapparini,&nbsp;Giulio Rizzetto,&nbsp;Cosimo Misciali,&nbsp;Elisa Marzola,&nbsp;Alessandro Borghi","doi":"10.1111/ddg.15531_g","DOIUrl":null,"url":null,"abstract":"<p>Lichen sclerosus (LS) ist eine chronisch inflammatorische, progressive Hauterkrankung, die bevorzugt anogenital auftritt.<span><sup>1</sup></span> LS tritt häufiger bei Frauen als bei Männern auf. Die Prävalenz des vulvären Lichen sclerosus (VLS) wird auf 0,1% bis 3% in der präpubertären bzw. peri-/postmenopausalen Phase geschätzt.<span><sup>2</sup></span> Primäre Läsionen des VLS zeigen sich als glatte, elfenbeinfarbene oder porzellanweiße Flecken, die dazu neigen, zu dünnen, faltigen Flecken und Plaques zu konfluieren. Ekchymosen, juckende Exkoriationen, Hyperkeratosen und Erytheme können auftreten.</p><p>Die postinflammatorische progressive Skarifikation und Atrophie<span><sup>3, 4</sup></span> kann zu irreversiblen Veränderungen der anogenitalen Region führen, die in unterschiedlichem Ausmaß zur Fusion oder zum Verlust der Labia minora, zur Verengung des Introitus vaginae und zur Verdeckung der Klitoris führen können.</p><p>Ebenfalls bekannt ist ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Plattenepithelkarzinomen bei VLS.<span><sup>5, 6</sup></span> Die meisten Patientinnen mit VLS klagen über schmerzhafte Symptome wie Pruritus, Brennen, Stechen und Dyspareunie.<span><sup>7, 8</sup></span> Zunehmende Evidenz belegt, dass VLS aufgrund der belastenden Symptome, des chronischen Verlaufs, der sexuellen Dysfunktionen, der entstellenden anatomischen Veränderungen, des nur partiellen und temporären Ansprechens auf die Behandlung und des Risikos der Krebsentstehung große Auswirkungen auf das Wohlbefinden und die Lebensqualität hat.<span><sup>9-12</sup></span></p><p>Pathophysiologisch ist es denkbar, dass umweltbedingte schadenassoziierte molekulare Muster bei einem bestimmten genetischen Konstellationen eine Immunreaktion auslösen.<span><sup>13-15</sup></span> Genauer gesagt, gehört die beim VLS ausgelöste Immunkaskade, die zu chronisch erhöhten Spiegeln pro-inflammatorischer Zytokine führt, überwiegend zum Th1-Typ.<span><sup>3</sup></span> Dieser Entzündungszustand führt zu Gewebe- und mikrovaskulären Verletzungen sowie zur Aktivierung von Signalwegen, die am Fibroblasten- und Kollagen-Metabolismus beteiligt sind.<span><sup>16, 17</sup></span> Die Dysregulierung pro- und antifibrotischer Mechanismen bestimmt das Ausmaß der dermalen Fibrose, die den histopathologischen Endpunkt dieses Prozesses darstellt.</p><p>Extragenitale Läsionen werden bei 15–20% der Patienten mit genitalem LS beschrieben,<span><sup>18</sup></span> aber nur 6% der Fälle sind isolierte extragenitale Läsionen.<span><sup>19</sup></span> Eine extragenitale Beteiligung kann an jeder Hautstelle auftreten, am häufigsten jedoch am Hals, am oberen Rücken, an den Brüsten, den Schultern, den Achseln, den Beugeseiten der Handgelenke, den Oberschenkeln und am Abdomen. Der kutane LS ist häufiger asymptomatisch als bei genitalen Lokalisationen.</p><p>Eine orale Beteiligung ist noch seltener, und bisher wurden nur 41 Fälle von histopathologisch nachgewiesenem oralem LS (OLS) berichtet.<span><sup>20</sup></span> OLS tritt häufiger bei Frauen auf, ohne dass es im Gegensatz zu anogenitalen Formen eine bimodale Verteilung hinsichtlich des Alters gibt.<span><sup>21</sup></span> Er kann an verschiedenen Stellen des Mundes und am Lippenrand auftreten und manifestiert sich durch dünne, atrophische, glänzende, weißliche, elfenbein- oder porzellanweiße Maculae oder Plaques mit gut abgegrenzten Rändern.<span><sup>20, 22, 23</sup></span> Diese klinischen Merkmale können andere chronische, weiße, flache, plaqueartige Läsionen wie Lichen planus (LP), Leukoplakie, chronische hyperplastische Candidiasis, orale submuköse Fibrose und Morphaea ähneln. Darüber hinaus können einige OLS-Fälle Merkmale von autoimmunen bullösen Erkrankungen aufweisen.</p><p>Sowohl der kutane als auch der orale LS neigen zur Köbnerisierung, und physische Traumata, anhaltender Druck und Skarifizierung können die relevantesten auslösenden Faktoren für diese Lokalisationen sein.<span><sup>24</sup></span></p><p>Die Mehrzahl der Patienten mit OLS ist asymptomatisch. Über Schmerzen, Wundsein, Pruritus und Engegefühl beim Öffnen des Mundes wurde selten berichtet. Die Beteiligung der Gingiva kann zu Gingivarezession und Verlust des parodontalen <i>Attachments</i> führen.<span><sup>20, 21, 23</sup></span> Etwa ein Viertel der Patienten mit OLS leidet gleichzeitig unter anogenitaler Beteiligung.<span><sup>25</sup></span></p><p>Über eine maligne Transformation des OLS wurde nicht berichtet, was darauf schließen lässt, dass der OLS im Vergleich zum genitalen LS und zum oralen Lichen planus (OLP) eine bessere Prognose aufweist.<span><sup>25</sup></span></p><p>Das Hauptziel der vorliegenden Untersuchung war, die Prävalenz des OLS in einer Kohorte von Studienteilnehmerinnen mit VLS zu ermitteln. Ein sekundäres Ziel war, Patientinnen mit sowohl oraler als auch vulvärer Beteiligung besser zu charakterisieren.</p><p>Ziel der vorliegenden Studie war es, in einer großen Gruppe von Frauen mit histologisch bestätigtem VLS die Begleiterkrankungen der Mundhöhle zu untersuchen. Insbesondere waren wir daran interessiert, das gleichzeitige Auftreten von VLS und OLS zu quantifizieren. Die Charakteristika der eingeschlossenen Patientinnen entsprachen weitgehend den Erwartungen. Sie waren im Durchschnitt etwa 60 Jahre alt und litten unter lang anhaltendem VLS und häufig unter anderen, gleichzeitig auftretenden Autoimmunerkrankungen (Tabelle 1). Bei 7% von ihnen wurde eine extragenitale Beteiligung beobachtet.</p><p>Insgesamt scheint der Überblick, den die Inspektion der Mundhöhle bei diesen Patientinnen ergab, die typische Situation von Frauen in dieser Altersgruppe widerzuspiegeln. In der Tat scheinen sich keine Bedingungen von besonderer klinischer Relevanz abzuzeichnen.</p><p>In Bezug auf das Hauptziel der Studie sollten zwei wichtige Ergebnisse hervorgehoben werden: Keine Frau hatte histologisch nachgewiesenen OLS, während sechs Patientinnen (2%) weiße Läsionen aufwiesen, die histologisch mit LP übereinstimmten.</p><p>Was den ersten Punkt anbelangt untermauert das Fehlen von OLS die extreme Seltenheit der oralen Lokalisation von LS,<span><sup>20</sup></span> selbst bei Frauen mit Befall der Vulva. Der Grund für die makroskopische Diskrepanz zwischen der Prävalenz des vulvären und generell des anogenitalen LS und der oralen Lokalisation bleibt hypothetisch. Da die genetische Prädisposition für LS jedem Patienten intrinsisch ist, unabhängig von der Erkrankungslokalisation, sollte die unterschiedliche topographische Inzidenz wahrscheinlich in den Unterschieden der exogenen Auslöser an den verschiedenen anatomischen Stellen gesucht werden. Es ist denkbar, dass auslösende und für den Genitalbereich spezifische Stimuli, seien sie mikrobieller, chemischer (beispielsweise Urin), mechanischer oder irritativer Natur, bei der Aktivierung der pathogenetischen Kaskade des LS besonders wirksam sind.<span><sup>14, 26-30</sup></span> Andererseits entfällt durch das Fehlen dieser Auslöser auf extragenitaler Ebene, insbesondere in der Mundhöhle, ein essentieller Faktor für die klinische Ausprägung von LS, selbst bei prädisponierten Personen wie Frauen mit VLS. So können in der Mundhöhle wesentliche Akteure des multifaktoriellen, in der LS-Pathogenese implizierten Prozesses fehlen. Insbesondere fehlen dort möglicherweise exogene Auslöser, die genital die abnorme Immunreaktivität und Inflammation zur histologischen und klinischen Ausprägung der Krankheit auslösen können. Das Fehlen von OLS-Fällen erlaubte es uns nicht, das sekundäre Ziel dieser Studie zu vertiefen, nämlich die Charakterisierung von Patientinnen mit gleichzeitiger vulvärer und oraler Beteiligung.</p><p>Die Prävalenz des OLP in der Studienpopulation scheint sich nicht signifikant von derjenigen in der Allgemeinbevölkerung zu unterscheiden, wiewohl sie an der oberen Grenze der berichteten Spannen liegt.<span><sup>30</sup></span> Eine interessante Erkenntnis ist, dass fünf der sechs Frauen mit OLP gleichzeitig Autoimmunerkrankungen aufwiesen. Der Zusammenhang zwischen genitalem LS und OLP wurde bereits untersucht.<span><sup>31</sup></span> Die Ergebnisse dieser Studie könnten darauf hindeuten, dass Patienten mit VLS, insbesondere solche mit ausgeprägterer autoimmuner Prädisposition, eher OLP entwickeln könnten. Der Grund, warum sie möglicherweise LP und nicht LS entwickeln, muss noch geklärt werden. In Übereinstimmung mit der oben formulierten Hypothese könnte man annehmen, dass Auslöser in der Mundhöhle, insbesondere bei Personen mit Prädisposition für Autoimmunreaktionen, inflammatorische Prozesse begünstigen, die zu histologischen Veränderungen führen, die eher mit LP als mit LS übereinstimmen.<span><sup>32, 33</sup></span> So wurde beispielsweise die auslösende Rolle der Parodontitis bei der Entstehung von OLP vermutet, obwohl keine eindeutige Evidenz vorliegt.<span><sup>34</sup></span> In dieser Hinsicht hatten fünf der sechs Studienteilnehmerinnen mit OLP Anzeichen einer Parodontalerkrankung.</p><p>In Bezug auf die vorliegenden Studienergebnisse müssen einige Einschränkungen berücksichtigt werden. Obwohl die histologische Untersuchung der oralen Läsionen sehr gründlich durchgeführt und die Diagnose LP nach einem sorgfältigen Differenzialdiagnoseverfahren gestellt wurde, muss betont werden, dass OLS, insbesondere frühe Läsionen, histologisch Überschneidungen mit LP oder Psoriasis aufweisen kann. Unserer Ansicht nach sind die histologischen Diagnosen einigermaßen fundiert, aber eine – wenn auch minimale – Fehlinterpretation kann nicht mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen werden. Unsere Schlussfolgerungen hinsichtlich OLS sind durch die geringe Prävalenz dieser Erkrankung limitiert und könnten in Zukunft durch umfangreichere Stichproben gestärkt werden. Die Studie war nicht darauf ausgerichtet, mögliche ätiologische oder auslösende Faktoren zu untersuchen. Die bei der Interpretation der Ergebnisse angestellten Überlegungen sind daher als spekulativ zu betrachten. Die Studienteilnehmerinnen wurden aus hochspezialisierten Kliniken rekrutiert und sind möglicherweise nicht vollständig repräsentativ für die Bevölkerung.</p><p>Trotz dieser Einschränkungen wurde in dieser Studie das Fehlen von OLS in einer Population von Frauen mit VLS festgestellt. Dieser Befund bestätigt die absolute Seltenheit der oralen Beteiligung von LS, selbst bei Patienten mit genitalen Krankheitsformen. Das gleichzeitige Auftreten von OLP in einem Teil unserer Studienpopulation lässt vermuten, dass die Mundhöhle eine Umgebung ist, die diese Erkrankung gegenüber LS begünstigt.</p><p>Keiner.</p>","PeriodicalId":14758,"journal":{"name":"Journal Der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft","volume":"22 12","pages":"1632-1638"},"PeriodicalIF":3.8000,"publicationDate":"2024-12-08","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1111/ddg.15531_g","citationCount":"0","resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":null,"PeriodicalName":"Journal Der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft","FirstCategoryId":"3","ListUrlMain":"https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/ddg.15531_g","RegionNum":4,"RegionCategory":"医学","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":null,"EPubDate":"","PubModel":"","JCR":"Q1","JCRName":"DERMATOLOGY","Score":null,"Total":0}
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Abstract

Lichen sclerosus (LS) ist eine chronisch inflammatorische, progressive Hauterkrankung, die bevorzugt anogenital auftritt.1 LS tritt häufiger bei Frauen als bei Männern auf. Die Prävalenz des vulvären Lichen sclerosus (VLS) wird auf 0,1% bis 3% in der präpubertären bzw. peri-/postmenopausalen Phase geschätzt.2 Primäre Läsionen des VLS zeigen sich als glatte, elfenbeinfarbene oder porzellanweiße Flecken, die dazu neigen, zu dünnen, faltigen Flecken und Plaques zu konfluieren. Ekchymosen, juckende Exkoriationen, Hyperkeratosen und Erytheme können auftreten.

Die postinflammatorische progressive Skarifikation und Atrophie3, 4 kann zu irreversiblen Veränderungen der anogenitalen Region führen, die in unterschiedlichem Ausmaß zur Fusion oder zum Verlust der Labia minora, zur Verengung des Introitus vaginae und zur Verdeckung der Klitoris führen können.

Ebenfalls bekannt ist ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Plattenepithelkarzinomen bei VLS.5, 6 Die meisten Patientinnen mit VLS klagen über schmerzhafte Symptome wie Pruritus, Brennen, Stechen und Dyspareunie.7, 8 Zunehmende Evidenz belegt, dass VLS aufgrund der belastenden Symptome, des chronischen Verlaufs, der sexuellen Dysfunktionen, der entstellenden anatomischen Veränderungen, des nur partiellen und temporären Ansprechens auf die Behandlung und des Risikos der Krebsentstehung große Auswirkungen auf das Wohlbefinden und die Lebensqualität hat.9-12

Pathophysiologisch ist es denkbar, dass umweltbedingte schadenassoziierte molekulare Muster bei einem bestimmten genetischen Konstellationen eine Immunreaktion auslösen.13-15 Genauer gesagt, gehört die beim VLS ausgelöste Immunkaskade, die zu chronisch erhöhten Spiegeln pro-inflammatorischer Zytokine führt, überwiegend zum Th1-Typ.3 Dieser Entzündungszustand führt zu Gewebe- und mikrovaskulären Verletzungen sowie zur Aktivierung von Signalwegen, die am Fibroblasten- und Kollagen-Metabolismus beteiligt sind.16, 17 Die Dysregulierung pro- und antifibrotischer Mechanismen bestimmt das Ausmaß der dermalen Fibrose, die den histopathologischen Endpunkt dieses Prozesses darstellt.

Extragenitale Läsionen werden bei 15–20% der Patienten mit genitalem LS beschrieben,18 aber nur 6% der Fälle sind isolierte extragenitale Läsionen.19 Eine extragenitale Beteiligung kann an jeder Hautstelle auftreten, am häufigsten jedoch am Hals, am oberen Rücken, an den Brüsten, den Schultern, den Achseln, den Beugeseiten der Handgelenke, den Oberschenkeln und am Abdomen. Der kutane LS ist häufiger asymptomatisch als bei genitalen Lokalisationen.

Eine orale Beteiligung ist noch seltener, und bisher wurden nur 41 Fälle von histopathologisch nachgewiesenem oralem LS (OLS) berichtet.20 OLS tritt häufiger bei Frauen auf, ohne dass es im Gegensatz zu anogenitalen Formen eine bimodale Verteilung hinsichtlich des Alters gibt.21 Er kann an verschiedenen Stellen des Mundes und am Lippenrand auftreten und manifestiert sich durch dünne, atrophische, glänzende, weißliche, elfenbein- oder porzellanweiße Maculae oder Plaques mit gut abgegrenzten Rändern.20, 22, 23 Diese klinischen Merkmale können andere chronische, weiße, flache, plaqueartige Läsionen wie Lichen planus (LP), Leukoplakie, chronische hyperplastische Candidiasis, orale submuköse Fibrose und Morphaea ähneln. Darüber hinaus können einige OLS-Fälle Merkmale von autoimmunen bullösen Erkrankungen aufweisen.

Sowohl der kutane als auch der orale LS neigen zur Köbnerisierung, und physische Traumata, anhaltender Druck und Skarifizierung können die relevantesten auslösenden Faktoren für diese Lokalisationen sein.24

Die Mehrzahl der Patienten mit OLS ist asymptomatisch. Über Schmerzen, Wundsein, Pruritus und Engegefühl beim Öffnen des Mundes wurde selten berichtet. Die Beteiligung der Gingiva kann zu Gingivarezession und Verlust des parodontalen Attachments führen.20, 21, 23 Etwa ein Viertel der Patienten mit OLS leidet gleichzeitig unter anogenitaler Beteiligung.25

Über eine maligne Transformation des OLS wurde nicht berichtet, was darauf schließen lässt, dass der OLS im Vergleich zum genitalen LS und zum oralen Lichen planus (OLP) eine bessere Prognose aufweist.25

Das Hauptziel der vorliegenden Untersuchung war, die Prävalenz des OLS in einer Kohorte von Studienteilnehmerinnen mit VLS zu ermitteln. Ein sekundäres Ziel war, Patientinnen mit sowohl oraler als auch vulvärer Beteiligung besser zu charakterisieren.

Ziel der vorliegenden Studie war es, in einer großen Gruppe von Frauen mit histologisch bestätigtem VLS die Begleiterkrankungen der Mundhöhle zu untersuchen. Insbesondere waren wir daran interessiert, das gleichzeitige Auftreten von VLS und OLS zu quantifizieren. Die Charakteristika der eingeschlossenen Patientinnen entsprachen weitgehend den Erwartungen. Sie waren im Durchschnitt etwa 60 Jahre alt und litten unter lang anhaltendem VLS und häufig unter anderen, gleichzeitig auftretenden Autoimmunerkrankungen (Tabelle 1). Bei 7% von ihnen wurde eine extragenitale Beteiligung beobachtet.

Insgesamt scheint der Überblick, den die Inspektion der Mundhöhle bei diesen Patientinnen ergab, die typische Situation von Frauen in dieser Altersgruppe widerzuspiegeln. In der Tat scheinen sich keine Bedingungen von besonderer klinischer Relevanz abzuzeichnen.

In Bezug auf das Hauptziel der Studie sollten zwei wichtige Ergebnisse hervorgehoben werden: Keine Frau hatte histologisch nachgewiesenen OLS, während sechs Patientinnen (2%) weiße Läsionen aufwiesen, die histologisch mit LP übereinstimmten.

Was den ersten Punkt anbelangt untermauert das Fehlen von OLS die extreme Seltenheit der oralen Lokalisation von LS,20 selbst bei Frauen mit Befall der Vulva. Der Grund für die makroskopische Diskrepanz zwischen der Prävalenz des vulvären und generell des anogenitalen LS und der oralen Lokalisation bleibt hypothetisch. Da die genetische Prädisposition für LS jedem Patienten intrinsisch ist, unabhängig von der Erkrankungslokalisation, sollte die unterschiedliche topographische Inzidenz wahrscheinlich in den Unterschieden der exogenen Auslöser an den verschiedenen anatomischen Stellen gesucht werden. Es ist denkbar, dass auslösende und für den Genitalbereich spezifische Stimuli, seien sie mikrobieller, chemischer (beispielsweise Urin), mechanischer oder irritativer Natur, bei der Aktivierung der pathogenetischen Kaskade des LS besonders wirksam sind.14, 26-30 Andererseits entfällt durch das Fehlen dieser Auslöser auf extragenitaler Ebene, insbesondere in der Mundhöhle, ein essentieller Faktor für die klinische Ausprägung von LS, selbst bei prädisponierten Personen wie Frauen mit VLS. So können in der Mundhöhle wesentliche Akteure des multifaktoriellen, in der LS-Pathogenese implizierten Prozesses fehlen. Insbesondere fehlen dort möglicherweise exogene Auslöser, die genital die abnorme Immunreaktivität und Inflammation zur histologischen und klinischen Ausprägung der Krankheit auslösen können. Das Fehlen von OLS-Fällen erlaubte es uns nicht, das sekundäre Ziel dieser Studie zu vertiefen, nämlich die Charakterisierung von Patientinnen mit gleichzeitiger vulvärer und oraler Beteiligung.

Die Prävalenz des OLP in der Studienpopulation scheint sich nicht signifikant von derjenigen in der Allgemeinbevölkerung zu unterscheiden, wiewohl sie an der oberen Grenze der berichteten Spannen liegt.30 Eine interessante Erkenntnis ist, dass fünf der sechs Frauen mit OLP gleichzeitig Autoimmunerkrankungen aufwiesen. Der Zusammenhang zwischen genitalem LS und OLP wurde bereits untersucht.31 Die Ergebnisse dieser Studie könnten darauf hindeuten, dass Patienten mit VLS, insbesondere solche mit ausgeprägterer autoimmuner Prädisposition, eher OLP entwickeln könnten. Der Grund, warum sie möglicherweise LP und nicht LS entwickeln, muss noch geklärt werden. In Übereinstimmung mit der oben formulierten Hypothese könnte man annehmen, dass Auslöser in der Mundhöhle, insbesondere bei Personen mit Prädisposition für Autoimmunreaktionen, inflammatorische Prozesse begünstigen, die zu histologischen Veränderungen führen, die eher mit LP als mit LS übereinstimmen.32, 33 So wurde beispielsweise die auslösende Rolle der Parodontitis bei der Entstehung von OLP vermutet, obwohl keine eindeutige Evidenz vorliegt.34 In dieser Hinsicht hatten fünf der sechs Studienteilnehmerinnen mit OLP Anzeichen einer Parodontalerkrankung.

In Bezug auf die vorliegenden Studienergebnisse müssen einige Einschränkungen berücksichtigt werden. Obwohl die histologische Untersuchung der oralen Läsionen sehr gründlich durchgeführt und die Diagnose LP nach einem sorgfältigen Differenzialdiagnoseverfahren gestellt wurde, muss betont werden, dass OLS, insbesondere frühe Läsionen, histologisch Überschneidungen mit LP oder Psoriasis aufweisen kann. Unserer Ansicht nach sind die histologischen Diagnosen einigermaßen fundiert, aber eine – wenn auch minimale – Fehlinterpretation kann nicht mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen werden. Unsere Schlussfolgerungen hinsichtlich OLS sind durch die geringe Prävalenz dieser Erkrankung limitiert und könnten in Zukunft durch umfangreichere Stichproben gestärkt werden. Die Studie war nicht darauf ausgerichtet, mögliche ätiologische oder auslösende Faktoren zu untersuchen. Die bei der Interpretation der Ergebnisse angestellten Überlegungen sind daher als spekulativ zu betrachten. Die Studienteilnehmerinnen wurden aus hochspezialisierten Kliniken rekrutiert und sind möglicherweise nicht vollständig repräsentativ für die Bevölkerung.

Trotz dieser Einschränkungen wurde in dieser Studie das Fehlen von OLS in einer Population von Frauen mit VLS festgestellt. Dieser Befund bestätigt die absolute Seltenheit der oralen Beteiligung von LS, selbst bei Patienten mit genitalen Krankheitsformen. Das gleichzeitige Auftreten von OLP in einem Teil unserer Studienpopulation lässt vermuten, dass die Mundhöhle eine Umgebung ist, die diese Erkrankung gegenüber LS begünstigt.

Keiner.

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地衣硬化症(LS)是一种慢性炎症性进行性皮肤病,多发于肛门生殖器。它在女性中比男性更常见。外阴硬化症(VLS)的患病率估计在青春期前和绝经期/绝经后阶段为0.1%至3%。原发性VLS病变表现为光滑的象牙色或瓷白色斑块,倾向于合并成薄的、褶皱的斑块和斑块。可能出现湿疹、瘙痒性瘙痒、角化过度和红斑。炎症后进行性疤痕和萎缩3,4可导致肛门生殖器区域不可逆的变化,可在不同程度上导致小阴唇融合或消失、阴道内膜变窄和阴蒂覆盖。人们也知道是职业发展的风险Plattenepithelkarzinomen VLS.5, 6大部分的VLS抱怨疼痛症状的患者如Pruritus特制的燃烧和Dyspareunie.7 8愈演愈烈的证据证明VLS由于症状的慢性,仍被性Dysfunktionen entstellenden解剖学变化对治疗和癌症风险的局部和暂时的反应对幸福和生活质量有很大的影响。9-12在病理生理学上,环境相关的损伤分子模式可以在特定的遗传构型中触发免疫反应。13-15更准确地说,VLS引起的免疫级联反应,导致慢性炎症原细胞因子水平升高,主要属于th1型3。这种炎症状态导致组织和微血管损伤,并激活参与成纤维细胞和胶原蛋白代谢的信号通路。16,17原纤维化和抗纤维化机制的失调决定了真皮纤维化的程度,这是这一过程的组织病理学终点。Extragenitale损伤会在15-20% genitalem的病人,他们描述18,但只有6%的案例都是孤立Extragenitale Läsionen.19 Extragenitale可以参与每一个孩子Hautstelle出现,但从脖子最常见,最上游的背后的大胸背部、腋窝、Beugeseiten手腕,大腿和腹部.日皮肤LS通常比生殖器部位无症状。口服参与更罕见,到目前为止,只有41例经组织病理学证实的口服LS (OLS)报告。OLS在女性中更常见,与肛生殖器型不同,没有年龄双模分布。21他口中的不同部分可以在Lippenrand出现而一览无余,atrophische小weißliche,很薄,象牙或porzellanweiße Maculae或斑块与两强Rändern.20好,22、23这些临床特征其他慢性,白色平底鞋,像地底plaqueartige损伤planus(唱片)Leukoplakie、慢性hyperplastische Candidiasis,口服submuköse了一和Morphaea .相似此外,一些OLS病例可能表现出自身免疫性大疱性疾病的特征。皮肤和口腔LS都倾向于结块化,身体创伤、持续压力和瘢痕化可能是这些部位最相关的触发因素。大多数OLS患者无症状。疼痛、伤口、瘙痒和张嘴时的感觉很少被报道。牙龈的参与可能导致牙龈萎缩和牙周附属物的丧失。20,21,23约四分之一的OLS患者同时伴有肛门生殖器参与。25未报道OLS恶性转化,这表明与生殖器LS和口腔扁平苔藓(OLP)相比,OLS预后较好。25本研究的主要目的是确定接受VLS的研究队列中OLS的流行率。一个次要目标是更好地描述口服和外阴参与的患者。本研究的目的是在组织学上确认VLS的一大组女性中检查伴随的口腔疾病。我们特别感兴趣的是量化VLS和OLS同时发生的情况。患者的总体表现与预期一致。他们的平均年龄在60岁左右,患有长期VLS和经常同时发生的其他自身免疫性疾病(表1),7%的人观察到异常参与。 总的来说,这些患者口腔检查的总体情况似乎反映了这一年龄组女性的典型情况。事实上,这些情况似乎都没有特别的临床意义。关于这项研究的主要目标应强调两个重要成果:没有女人histologisch探明OLS六个病人(2%),而白人损伤的histologisch与唱片年年.关于第一点,OLS的缺乏支持了口服LS定位的极端罕见,即使在外阴感染的女性中也是如此。外阴和肛门生殖器LS患病率与口腔定位之间的宏观差异的原因仍然是假设的。由于LS的遗传易感性是每个患者固有的,独立于疾病的位置,不同的地形发病率可能应该在不同解剖位置的外源性诱因的差异中寻找。可以想象,触发和生殖器特异性刺激,无论是微生物的、化学的(如尿液)、机械的或刺激性的,在激活LS的致病性级联反应中特别有效。14, 26-30另一方面占没有这个触发extragenitaler一级,特别是在口里听说的,正好是这项因素临床特性,即使是在prädisponierten个体如何跟女性VLS .因此,口腔可能缺乏参与LS发病过程的多因子因子。特别是,它们可能缺乏外源性触发器,导致生殖系统免疫反应异常和炎症,导致疾病的组织学和临床表现。OLS病例的缺乏使我们无法深入研究本研究的次要目标,即同时外阴和口服参与的患者的表征。研究人群中OLP的患病率似乎与一般人群中没有显著差异,尽管它处于报告范围的上限。30一个有趣的发现是,六分之五的OLP患者同时患有自身免疫性疾病。生殖器LS和OLP之间的联系已经被研究过。这项研究的结果可能表明,VLS患者,特别是那些自身免疫易感性较强的患者,更有可能发展为OLP。他们可能开发LP而不是LS的原因还有待澄清。与上述假设一致,我们可以假设口腔内的触发器,特别是在易受自身免疫反应影响的人群中,促进炎症过程,导致组织学变化,更符合LP而不是LS。32,33例如,牙周炎在OLP的发展中起着触发作用,尽管没有明确的证据。34在这方面,6名OLP患者中有5名有牙周病的迹象。关于现有的研究结果,必须考虑到一些限制。虽然口腔病变的组织学检查非常彻底,LP的诊断是经过仔细的鉴别诊断程序,但必须强调的是,OLS,特别是早期病变,可能与LP或银屑病有组织学上的重叠。我们认为,组织学诊断是合理的,但不能绝对肯定地排除误解,即使是最小的误解。由于OLS的低流行率,我们对OLS的结论受到限制,未来可能会通过更广泛的样本得到加强。这项研究的目的不是调查可能的病因或触发因素。因此,对结果的解释必须被认为是推测性的。研究参与者来自高度专业化的诊所,可能不能完全代表人口。尽管有这些限制,本研究在患有VLS的女性人群中发现了OLS的缺失。这一发现证实了口服LS的绝对罕见,即使在生殖器疾病患者中也是如此。在我们的研究人群中,OLP的同时发生表明口腔是比LS更容易发生OLP的环境。
本文章由计算机程序翻译,如有差异,请以英文原文为准。
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