A. W. Fischer, GIESSEN. K. Schneider, MÜNCHEN. R. Siebeck, Reinhard Von Den Velden Artur Pickhan
{"title":"Über Ermüdung und über Müdigkeit, über Schlaf und über Erholung","authors":"A. W. Fischer, GIESSEN. K. Schneider, MÜNCHEN. R. Siebeck, Reinhard Von Den Velden Artur Pickhan","doi":"10.1055/s-0028-1129596","DOIUrl":null,"url":null,"abstract":"Anstrengende und anhaltende körperliche oder geistige Leistungen führen zur Ermüdung. Aber auch wenn man den Tag über faulenzt und wenn man seine Tätigkeit darauf beschränkt, Zeitgenosse zu sein, wird man sich abends müde fühlen und Mühe haben, sich wach zu halten. Die Physiologie hat sich eingehend mit den Gründen der Ermüdung beschäftigt, ohné diese Frage endgültig lösen zu können. Die körperliche Ermüdung, also die der Muskeln, wird auf übermäßigen Verbrauch der Muskelkräfte zurückgeführt. Ob es sich dabei um eine wirkliche Erschöpfung der Muskelenergie und der kraftspendenden Bestandteile der Zelle oder um Anhäufung von Ermüdungsstoffen und deren Wirkung auf das Gehirn handelt, ist immer noch nicht entschieden. Die von WEICHARDT (jl) vertretene Annahme, daß die Ermüdung auf die Bildung von Ermüdungsgiften, von ,,Kenotoxinen\" zurückzuführen sei, fand von anderer Seite keine Bestätigung. Es ist nicht gelungen, die angeblich ,,hochniolekularen\" Ermüdungsgifte nachzuweisen. Von physiologischer Seite (HILL) wird die Ermüdung der Muskeln auf die Bildung und Anhäufung von Milchsäure in den Muskeln und im Blute zurückgeführt. Es ist erwiesen, daß bei der Muskelkontraktion Milchsäure entsteht, und daß dann auch Milchsäure ins Blut übergeht und bis zu ioo mg% betragen kann. Dort wird sie aber von der Alkalireserve gepuffert, die gebildete Milchsäure wird unter Sauerstoffaufnahme wieder zu Muskelzucker, zu Glykogen aufgebaut und der Rest zu Kohlensäure und Wasser verbrannt. Auch von den stickstoffhaltigen und Phosphor enthaltenden Abbauprodukten der Muskelund der Nervenzellen ist es nicht erwiesen, daß sie Ermüdungserscheinungen auslösen.","PeriodicalId":11370,"journal":{"name":"Deutsche Medizinische Wochenschrift","volume":"61 1","pages":"613 - 619"},"PeriodicalIF":0.7000,"publicationDate":"1935-04-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"https://sci-hub-pdf.com/10.1055/s-0028-1129596","citationCount":"3","resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":null,"PeriodicalName":"Deutsche Medizinische Wochenschrift","FirstCategoryId":"3","ListUrlMain":"https://doi.org/10.1055/s-0028-1129596","RegionNum":4,"RegionCategory":"医学","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":null,"EPubDate":"","PubModel":"","JCR":"Q3","JCRName":"MEDICINE, GENERAL & INTERNAL","Score":null,"Total":0}
引用次数: 3
Abstract
Anstrengende und anhaltende körperliche oder geistige Leistungen führen zur Ermüdung. Aber auch wenn man den Tag über faulenzt und wenn man seine Tätigkeit darauf beschränkt, Zeitgenosse zu sein, wird man sich abends müde fühlen und Mühe haben, sich wach zu halten. Die Physiologie hat sich eingehend mit den Gründen der Ermüdung beschäftigt, ohné diese Frage endgültig lösen zu können. Die körperliche Ermüdung, also die der Muskeln, wird auf übermäßigen Verbrauch der Muskelkräfte zurückgeführt. Ob es sich dabei um eine wirkliche Erschöpfung der Muskelenergie und der kraftspendenden Bestandteile der Zelle oder um Anhäufung von Ermüdungsstoffen und deren Wirkung auf das Gehirn handelt, ist immer noch nicht entschieden. Die von WEICHARDT (jl) vertretene Annahme, daß die Ermüdung auf die Bildung von Ermüdungsgiften, von ,,Kenotoxinen" zurückzuführen sei, fand von anderer Seite keine Bestätigung. Es ist nicht gelungen, die angeblich ,,hochniolekularen" Ermüdungsgifte nachzuweisen. Von physiologischer Seite (HILL) wird die Ermüdung der Muskeln auf die Bildung und Anhäufung von Milchsäure in den Muskeln und im Blute zurückgeführt. Es ist erwiesen, daß bei der Muskelkontraktion Milchsäure entsteht, und daß dann auch Milchsäure ins Blut übergeht und bis zu ioo mg% betragen kann. Dort wird sie aber von der Alkalireserve gepuffert, die gebildete Milchsäure wird unter Sauerstoffaufnahme wieder zu Muskelzucker, zu Glykogen aufgebaut und der Rest zu Kohlensäure und Wasser verbrannt. Auch von den stickstoffhaltigen und Phosphor enthaltenden Abbauprodukten der Muskelund der Nervenzellen ist es nicht erwiesen, daß sie Ermüdungserscheinungen auslösen.
期刊介绍:
Ein Schwerpunktthema - verschiedene Perspektiven
Mit vielen praktischen Tipps und konkreten Handlungsanweisungen.
Kurz und prägnant: Aktuell informiert
Interessante Nachrichten für Sie zusammengefasst und von Experten kommentiert.
Fundiertes Fachwissen - für Einsteiger und Profis
Ein bunter Mix aus Übersichten, Fallbeispielen, Kasuistiken und Schritt-für-Schritt-Anleitungen.
Blick über den Tellerrand
Erweitern Sie Ihren Fokus über das reine Fachwissen hinaus mit "Medizin im Kontext".