形成一个政治主体。20世纪60年代,瑞士有一个自由运动的聋人!世纪

Vera Blaser, Sonja Matter
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Wir fokussieren dabei drei maßgebliche Zielsetzungen der Bewegung, die in den 1980er Jahren entwickelt wurden und noch heute für die Politik der Gehörlosengemeinschaft zentral sind: der Zugang zur modernen Kommunikations- und Wissensgesellschaft, die offizielle Anerkennung der Gebärdensprachen und das „Empowerment“, verstanden als individueller und kollektiver Prozess, der Selbstbewusstsein und die Fähigkeit politisch zu agieren fördert. Als Quellenkorpus fungieren in erster Linie zehn leitfadengestützte-themenzentrierte Interviews mit einflussreichen gehörlosen Aktivist*innen aus den 1980er Jahren. 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摘要

在1970年代前后,瑞士,以及其他国家,开始了转型过程,导致聋人社区政治化和重新定位,还有20世纪80年代,他们发起了自由聋人运动。随后,失聪的人成为了政治人物,采纳了各种要求,成为那些聋哑的专家最烦人的表达方式。其中,我们联系到越来越多的跨国聋社区,并且得到其他自由运动行动的提示,正发挥着重要的作用。Subjektivierung文章把这些进程(Ranci眼è)聋人成为emanzipatorischen政策的一部分看待.我们专注在三个关键目标的运动,分别在20世纪80年代发展起来的还有今天Gehörlosengemeinschaft政策的中心是:能加入现代通信和媒体广为认识,官方手语和理解的”,作为个人和集体进程的能力和自信的政治行动,促进.论文以十为目的地对有能力的聋人为背景。介绍工作中的主题部,我们讨论欧元训练的方法和条件,以帮助熟练地进行手语面试。
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Die Formation eines politischen Subjektes. Die Emanzipationsbewegung der Gehörlosen in der Schweiz im ausgehenden 20. Jahrhundert
In den ausgehenden 1970er Jahren kamen in der Schweiz – wie auch in anderen Ländern– Transformationsprozesse in Gang, die zu einer Politisierung und Neupositionierungder Gehörlosengemeinschaft und in den 1980er Jahren zur Formierung der Gehörlosenemanzipationsbewegung führten. In der Folge begannen gehörlose Menschen vermehrt, sich als politische Subjekte zu positionieren, Forderungen zu formulieren sowie Diskriminierungen und paternalistische Haltung hörender Fachleute zu kritisieren. Die Vernetzung mit einer zunehmend transnational agierenden Gehörlosencommunity und die Anlehnung an Aktionsformen anderer Emanzipationsbewegungen spielten dabei eine wichtige Rolle. Der Artikel nimmt diese Prozesse der Subjektivierung (Rancière) gehörloser Menschen als Teil einer emanzipatorischen Politik in den Blick. Wir fokussieren dabei drei maßgebliche Zielsetzungen der Bewegung, die in den 1980er Jahren entwickelt wurden und noch heute für die Politik der Gehörlosengemeinschaft zentral sind: der Zugang zur modernen Kommunikations- und Wissensgesellschaft, die offizielle Anerkennung der Gebärdensprachen und das „Empowerment“, verstanden als individueller und kollektiver Prozess, der Selbstbewusstsein und die Fähigkeit politisch zu agieren fördert. Als Quellenkorpus fungieren in erster Linie zehn leitfadengestützte-themenzentrierte Interviews mit einflussreichen gehörlosen Aktivist*innen aus den 1980er Jahren. In einem einführenden Teil diskutieren wir die methodischen Herausforderungen und notwendigen Voraussetzungen für eine gelingende Durchführung von Interviews mit Hilfe von Gebärdensprachdolmetscher*innen.
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