Kongenitaler melanozytärer Riesennävus am Rücken eines Säuglings: Frühexzision mittels Powerdehnung und Ergebnis nach 14 Jahren

IF 3.8 4区 医学 Q1 DERMATOLOGY Journal Der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft Pub Date : 2024-12-08 DOI:10.1111/ddg.15575_g
Helmut Breuninger, Hans-Martin Häfner
{"title":"Kongenitaler melanozytärer Riesennävus am Rücken eines Säuglings: Frühexzision mittels Powerdehnung und Ergebnis nach 14 Jahren","authors":"Helmut Breuninger,&nbsp;Hans-Martin Häfner","doi":"10.1111/ddg.15575_g","DOIUrl":null,"url":null,"abstract":"<p>In der Literatur sind die Meinungen geteilt, ob man kongenitale melanozytäre Riesennävi entfernen soll oder nicht.<span><sup>1</sup></span> Die Grenze ist fließend und abhängig von der Größe des Nävus, der Lokalisation und den Erfahrungen des Chirurgen, dem das Kind zugewiesen wird, sowie der Einstellung der Eltern.<span><sup>2</sup></span> Optionen sind Dehnungsplastik, Expandertechnik, Vollhaut- und Spalthautdeckung. Die Dermabrasion hat keine nachhaltige Wirkung.<span><sup>1</sup></span> Es gibt kongenitale Riesennävi, die nicht operabel sind. Jedoch ist die Entfernung von Arealen mit erhöhter Wahrscheinlichkeit der Entwicklung eines Melanoms sinnvoll. Immer notwendig ist die Einzelfallbewertung. Wir zeigen hier einen Verlauf mit kompletter Dokumentation, bei dem die frühzeitige Exzision mit Dehnungsplastiken in Schritten unter Spannung angewandt wurde, die an unserer Klinik seit langem etabliert ist und die bei sehr vielen anderen Kindern auch zu guten Ergebnissen geführt hat. Allerdings darf nicht verschwiegen werden, dass es auch in einigen Fällen nicht zum erwünschten Ergebnis kam. Die Rationale hinter dieser Technik ist die Achternahttechnik, die wegen der guten Verankerung im Korium und des Flaschenzugeffektes große Spannungen beim Hautwundverschluss überbrücken kann.<span><sup>3-5</sup></span> Sie wurde vom Erstautor dieser Publikation nach der von ihm für ästhetische Wundverschlüsse entwickelten Schmetterlingsnaht als Verdoppelung mit Flaschenzugeffekt für hohe Spannungen weiterentwickelt. Damit konnte man größere Eingriffe bei Verschlüssen von Defekten nach Tumorexzisionen vermeiden. Diese wurde mit gutem ästhetischem Ergebnis zig-tausendfach angewandt. Die Forderung nach spannungsfreiem Wundverschluss ist damit widerlegt.</p><p>Die Methode beruht auf der Exzision von Anteilen am Rand des Nävus, um vorwiegend die umliegende gesunde Haut zu dehnen. Bei der Planung muss man schmale Ränder des Nävus stehen lassen, da hier die Nähte zunächst keine gesunde Haut schädigen, wenn auch meist die Nävushaut nicht so stabil ist wie die gesunde Haut. Bei kleineren solcher Nävi erfolgt entlang der geplanten Inzisionen am Rand des Nävus die großzügige Tumeszenzlokalanästhesie mittels Infusionsautomaten. Diese wird mit einer Mischung aus Lidocain und Ropivacain von den Kindern schmerzfrei toleriert. Sie wird in der Apotheke hergestellt und frisch mit Adrenalinzusatz in isotonischer Lösung hoch verdünnt (Tabelle 1). Sie hat eine sehr lange Wirkungsdauer und kann auch bei Säuglingen verwendet werden.<span><sup>6-8</sup></span></p><p>Im vorliegenden Fall des ausgedehnten Nävus erfolgte die Operation in Allgemeinanästhesie. Die oben angeführte zusätzliche Lokalanästhesie entlang der geplanten Inzisionen diente der Verminderung von Wundrandblutungen und der postoperativen Schmerzausschaltung bis zu 6 Stunden.</p><p>Nach der Inzision wurde die Umgebungshaut ausgiebig mobilisiert, um sie dann mittels Haken weitmöglichst über den Nävus zu ziehen. Der elastisch dehnbare Nävus wird ebenfalls den Wundrändern entgegen gezogen, um so die maximale Ausdehnung seines entfernbaren Anteils festzustellen.</p><p>Nach erneuter Lokalanästhesie der nun festgelegten Resektionslinie wird diese Fläche entfernt. Man reseziert die einzelnen Felder hintereinander, damit der maximale Zug auf den Nävus nicht überschritten wird.</p><p>Zum Wundverschluss wird die schräg angelegte intrakutane Achternaht über die Oberfläche des Nävus hinaus angewandt. Diese schräge Insertion ermöglicht die maximal breite Verankerung der Naht im gesamten Korium, zusammen mit einem Flaschenzugeffekt (Abbildung 1a). Das Nahtmaterial ist Polydioxanon, ein monofiles resorbierbares Material mit großer Zugfestigkeit mit der Stärke 2-0 und ohne Gewebereaktion.<span><sup>3</sup></span> Man beginnt in der Mitte (Abbildung 1b), damit sichergestellt ist, dass die Überbrückung gelingt. Der Zug auf den Wundrändern ist enorm und man erkennt ein <i>Blanching</i> der Haut, welches jedoch rasch nachlässt, da sich die gesunde Haut schon während der Operation dehnt (Powerdehnung). Nach der zentralen Naht wird der Verschluss von beiden Seiten beendet. Eine Redondrainage wird nur bei Bedarf eingelegt. Es resultiert die beschriebene aufgewölbte Hautnaht (Abbildung 1c) Eine fortlaufende überwendliche Sicherungsnaht mit rasch resorbierbarem Nahtmaterial (Polyglactin) der Stärke 6-0 an der Oberfläche minimiert Nachblutungen aus dem Korium. Abschließend Schutz der Naht mit queren Suture-Strips (Abbildung 3d). und darüber eine Lage eines nicht haftenden, nicht fettigen Verbandes (Adaptic<sup>®</sup>), um ein Ankleben von austretendem Blut am Verband zu verhindern. Darüber folgen Kompressen und ein Druckverband und gegebenenfalls eine intraoperativ angepasste Polyesterschale. Diese Schichten dienen einem schmerzfreien ersten Verbandswechsel in der Regel nach 3 Tagen.</p><p>Ein weiblicher sehr lebhafter Säugling aus Sachsen wurde im Mai 2010 mit einem kongenitalen melanozytären Riesennävus geboren, der fast den gesamten Rücken und Teile beider Flanken einnahm (circa 20% der Körperoberfläche; Abbildung 2a). Nachdem bereits in der Universitäts-Hautklinik Leipzig ein MRT in Narkose zum Ausschluss einer neurokutanen Melanose durchgeführt worden war, erfolgte die Vorstellung des Mädchens bei uns im Juli 2010. Der Nävus ließ an den Schultern und bis zur Gesäßfalte nur wenig gesunde Haut. Unsere Erfahrung mit Frühexzision zeigte jedoch, dass gerade bei sehr kleinen Kindern die gesunde Haut gut dehnbar ist und unter Zug sogar nachwachsen kann. Nach entsprechender umfassender Aufklärung planten wir die erste Exzisionsserie im November 2010.</p><p>Diese wurde entsprechend Abbildung 2a durchgeführt. Die gepunkteten Linien zeigen die Ausdehnung der Mobilisationen der Umgebungshaut, die schraffierten Felder sind die zu resezierenden Felder. Die Operation erfolgte wie im Methodenkapitel beschrieben. Nach dem ersten Verbandswechsel konnte das Kind entlassen werden. Die weite Distanz zum Heimatort machte eine enge Nachsorge unmöglich. Im Verlauf kam es zu einer Dehiszenz im oberen Rückenbereich, eine nicht seltene Komplikation, deren Wundpflege aber auch vor Ort zu meistern war. Zurück blieb eine sekundär geheilte dehiszente Narbe, jedoch ohne Verlust gesunder Haut (Abbildung 2b), die dann bei den nächsten Eingriffen berücksichtigt wurde. (Abbildung 2b,c).</p><p>Die Abbildungen 2b und c zeigen schematisch die drei folgenden Eingriffe. Man sieht, dass auch der verbleibende Nävusanteil gedehnt wurde. Der zweite (März 2011) und der dritte (Juli 2011) Eingriff erfolgten nicht im Bereich der Dehiszenznarbe (Abbildung 2b,c). Nach der 3. Operation wurde das Kind mit liegender Redondrainage entlassen, die es sich aber nach wenigen Tagen versehentlich ohne weitere Komplikationen selbst entfernte. Beim 4. Eingriff (November 2011) konnte das Narbenareal weitgehend reseziert werden (Abbildung 2c). Das Ergebnis nach der 4. Operation zeigt Abbildung 3a. Es sind nur noch Hyperpigmentierungen zu sehen und eine geringe Narbendehiszenz. Auch nach den Eingriffen (Abbildung 2b,c) gab es an einzelnen Stellen kleine Wunddehiszenzen, die immer sekundär abheilten. Nach der 4. Resektion trat ein lokaler Wundinfekt auf, der antibiotisch behandelt werden musste. Das Kind trug wegen seiner Lebhaftigkeit für 2 Jahre tagsüber eine immer neu intraoperativ angepasste Polyesterschale am Rücken.</p><p>Wegen noch verbliebener Narbenzustände erfolgte noch ein Korrektureingriff im August 2012 (Abbildung 3a–d). Bei diesem Eingriff wurden die Achternähte wie schon beim vierten Eingriff rein intrakutan gesetzt und die oben beschriebene oberflächliche fortlaufende Naht, nicht überwendlich, sondern intrakutan mit dünnem Polydioxanon (6-0). Das Ergebnis nach einem Jahr zeigt Abbildung 4a und nach 14 Jahren Abbildung 4b, ohne weitere Korrekturen.</p><p>Die Operationsentscheidung bei so großen melanozytären Nävi wird individuell getroffen.<span><sup>1</sup></span> Unsere Erfahrung der Frühexzision ist durchweg positiv, da sich die Säuglings- und Kleinkinderhaut noch sehr gut dehnt und scheinbar auch nachwächst.<span><sup>2, 8, 9</sup></span> Die hohe Spannung wird von der Haut gut vertragen.<span><sup>1, 9</sup></span> Bei kleinen Kindern gestaltet sich die Implantation eines Expanders technisch schwierig<span><sup>10</sup></span> und ist besonders problematisch, wenn der Wohnort weit entfernt ist. Meist fehlen auch die Flächen zur Implantation. In diesem Fall wurde ein MRT zum Ausschluss einer neurokutanen Melanose durchgeführt wie in der Literatur empfohlen.<span><sup>11</sup></span> Dies sollte unserer Meinung nach aber, so wie die Therapieplanung des Nävus, eine Individualentscheidung darstellen.</p><p>Wie dieses illustrative Beispiel zeigt, ist auch die Powerdehnung nicht ohne Komplikationen. Wir haben sie deshalb hier aufgeführt. Nach unserer Erfahrung mit vielen solchen Operationen kam es nie zu kritischen Situationen, da auch aufgeplatzte Areale bei guter Verbandstechnik immer sekundär schmerzfrei verheilten. Allerdings führten sie zu einer etwas schwierigeren Planung. Selbstverständlich waren besonders die Eltern bei der Mitarbeit sehr stark gefordert. Auch Hautnekrosen sind nicht gänzlich ausgeschlossen aber in unserem Krankengut bisher ein einmaliges Ereignis. Auch in diesem Fall war eine Sekundärheilung möglich, allerdings verliert man dadurch gesunde Haut.</p><p>Bedingungen für das Gelingen sind eine sehr gute Aufklärung mit Darstellung der Planung und der Komplikationen und Empathie mit Eltern und Kind. Schmerzarmut prä- und postoperativ ist das oberste Gebot bei Kindern. Die Infiltration der Inzisionslinie erfolgt mit der beschriebenen Mischung aus Lokalanästhetika mit Adrenalin.<span><sup>6, 7</sup></span> Die Prüfung der Dehnbarkeit der Haut nach Mobilisierung geschieht mit gegenläufigen Haken. Es wurden immer durchgreifende schräge intrakutane Achternähte mit maximal möglicher Verankerung in der Dermis innerhalb des Nävus gesetzt.<span><sup>5, 10</sup></span> (Abbildung 1a–c). Eine zusätzliche fortlaufende Naht am aufgeworfenen oberen Wundrand wurde zum Verringern von Blutaustritt nach der Operation gemacht. Resorbierbares Nahtmaterial wurde verwendet, damit das schmerzhafte Entfernen des Nahtmaterials entfällt. Das spätere oberflächliche Abschneiden einzelner durchtretender Knoten wird üblicherweise gut toleriert. Wichtig ist die Anwendung der oben beschriebenen schmerzarmen Verbandstechnik, da nach unserer langjährigen Erfahrung die Kinder angstfreier zum zweiten Termin kommen.</p><p>Im vorliegenden Fall traten Komplikationen auf, die teilweise auf die überdurchschnittliche Agilität des Kindes zurückzuführen waren. Diese konnten jedoch letztlich erfolgreich mit Unterstützung der Familie bewältigt werden. Heute ist die nach wie vor lebhafte und sportliche junge Frau mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Sie berichtet von keinen psychischen Problemen und hat, was die Melanomentwicklung betrifft, ein Risiko vergleichbar mit der Normalbevölkerung, auch da sie sich konsequent an die dermatologischen Richtlinien zum Lichtschutz hält.</p><p>Wir danken der Familie des Kindes für ihre freundliche Zusammenarbeit.</p><p>Keiner.</p>","PeriodicalId":14758,"journal":{"name":"Journal Der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft","volume":"22 12","pages":"1693-1696"},"PeriodicalIF":3.8000,"publicationDate":"2024-12-08","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1111/ddg.15575_g","citationCount":"0","resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":null,"PeriodicalName":"Journal Der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft","FirstCategoryId":"3","ListUrlMain":"https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/ddg.15575_g","RegionNum":4,"RegionCategory":"医学","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":null,"EPubDate":"","PubModel":"","JCR":"Q1","JCRName":"DERMATOLOGY","Score":null,"Total":0}
引用次数: 0

Abstract

In der Literatur sind die Meinungen geteilt, ob man kongenitale melanozytäre Riesennävi entfernen soll oder nicht.1 Die Grenze ist fließend und abhängig von der Größe des Nävus, der Lokalisation und den Erfahrungen des Chirurgen, dem das Kind zugewiesen wird, sowie der Einstellung der Eltern.2 Optionen sind Dehnungsplastik, Expandertechnik, Vollhaut- und Spalthautdeckung. Die Dermabrasion hat keine nachhaltige Wirkung.1 Es gibt kongenitale Riesennävi, die nicht operabel sind. Jedoch ist die Entfernung von Arealen mit erhöhter Wahrscheinlichkeit der Entwicklung eines Melanoms sinnvoll. Immer notwendig ist die Einzelfallbewertung. Wir zeigen hier einen Verlauf mit kompletter Dokumentation, bei dem die frühzeitige Exzision mit Dehnungsplastiken in Schritten unter Spannung angewandt wurde, die an unserer Klinik seit langem etabliert ist und die bei sehr vielen anderen Kindern auch zu guten Ergebnissen geführt hat. Allerdings darf nicht verschwiegen werden, dass es auch in einigen Fällen nicht zum erwünschten Ergebnis kam. Die Rationale hinter dieser Technik ist die Achternahttechnik, die wegen der guten Verankerung im Korium und des Flaschenzugeffektes große Spannungen beim Hautwundverschluss überbrücken kann.3-5 Sie wurde vom Erstautor dieser Publikation nach der von ihm für ästhetische Wundverschlüsse entwickelten Schmetterlingsnaht als Verdoppelung mit Flaschenzugeffekt für hohe Spannungen weiterentwickelt. Damit konnte man größere Eingriffe bei Verschlüssen von Defekten nach Tumorexzisionen vermeiden. Diese wurde mit gutem ästhetischem Ergebnis zig-tausendfach angewandt. Die Forderung nach spannungsfreiem Wundverschluss ist damit widerlegt.

Die Methode beruht auf der Exzision von Anteilen am Rand des Nävus, um vorwiegend die umliegende gesunde Haut zu dehnen. Bei der Planung muss man schmale Ränder des Nävus stehen lassen, da hier die Nähte zunächst keine gesunde Haut schädigen, wenn auch meist die Nävushaut nicht so stabil ist wie die gesunde Haut. Bei kleineren solcher Nävi erfolgt entlang der geplanten Inzisionen am Rand des Nävus die großzügige Tumeszenzlokalanästhesie mittels Infusionsautomaten. Diese wird mit einer Mischung aus Lidocain und Ropivacain von den Kindern schmerzfrei toleriert. Sie wird in der Apotheke hergestellt und frisch mit Adrenalinzusatz in isotonischer Lösung hoch verdünnt (Tabelle 1). Sie hat eine sehr lange Wirkungsdauer und kann auch bei Säuglingen verwendet werden.6-8

Im vorliegenden Fall des ausgedehnten Nävus erfolgte die Operation in Allgemeinanästhesie. Die oben angeführte zusätzliche Lokalanästhesie entlang der geplanten Inzisionen diente der Verminderung von Wundrandblutungen und der postoperativen Schmerzausschaltung bis zu 6 Stunden.

Nach der Inzision wurde die Umgebungshaut ausgiebig mobilisiert, um sie dann mittels Haken weitmöglichst über den Nävus zu ziehen. Der elastisch dehnbare Nävus wird ebenfalls den Wundrändern entgegen gezogen, um so die maximale Ausdehnung seines entfernbaren Anteils festzustellen.

Nach erneuter Lokalanästhesie der nun festgelegten Resektionslinie wird diese Fläche entfernt. Man reseziert die einzelnen Felder hintereinander, damit der maximale Zug auf den Nävus nicht überschritten wird.

Zum Wundverschluss wird die schräg angelegte intrakutane Achternaht über die Oberfläche des Nävus hinaus angewandt. Diese schräge Insertion ermöglicht die maximal breite Verankerung der Naht im gesamten Korium, zusammen mit einem Flaschenzugeffekt (Abbildung 1a). Das Nahtmaterial ist Polydioxanon, ein monofiles resorbierbares Material mit großer Zugfestigkeit mit der Stärke 2-0 und ohne Gewebereaktion.3 Man beginnt in der Mitte (Abbildung 1b), damit sichergestellt ist, dass die Überbrückung gelingt. Der Zug auf den Wundrändern ist enorm und man erkennt ein Blanching der Haut, welches jedoch rasch nachlässt, da sich die gesunde Haut schon während der Operation dehnt (Powerdehnung). Nach der zentralen Naht wird der Verschluss von beiden Seiten beendet. Eine Redondrainage wird nur bei Bedarf eingelegt. Es resultiert die beschriebene aufgewölbte Hautnaht (Abbildung 1c) Eine fortlaufende überwendliche Sicherungsnaht mit rasch resorbierbarem Nahtmaterial (Polyglactin) der Stärke 6-0 an der Oberfläche minimiert Nachblutungen aus dem Korium. Abschließend Schutz der Naht mit queren Suture-Strips (Abbildung 3d). und darüber eine Lage eines nicht haftenden, nicht fettigen Verbandes (Adaptic®), um ein Ankleben von austretendem Blut am Verband zu verhindern. Darüber folgen Kompressen und ein Druckverband und gegebenenfalls eine intraoperativ angepasste Polyesterschale. Diese Schichten dienen einem schmerzfreien ersten Verbandswechsel in der Regel nach 3 Tagen.

Ein weiblicher sehr lebhafter Säugling aus Sachsen wurde im Mai 2010 mit einem kongenitalen melanozytären Riesennävus geboren, der fast den gesamten Rücken und Teile beider Flanken einnahm (circa 20% der Körperoberfläche; Abbildung 2a). Nachdem bereits in der Universitäts-Hautklinik Leipzig ein MRT in Narkose zum Ausschluss einer neurokutanen Melanose durchgeführt worden war, erfolgte die Vorstellung des Mädchens bei uns im Juli 2010. Der Nävus ließ an den Schultern und bis zur Gesäßfalte nur wenig gesunde Haut. Unsere Erfahrung mit Frühexzision zeigte jedoch, dass gerade bei sehr kleinen Kindern die gesunde Haut gut dehnbar ist und unter Zug sogar nachwachsen kann. Nach entsprechender umfassender Aufklärung planten wir die erste Exzisionsserie im November 2010.

Diese wurde entsprechend Abbildung 2a durchgeführt. Die gepunkteten Linien zeigen die Ausdehnung der Mobilisationen der Umgebungshaut, die schraffierten Felder sind die zu resezierenden Felder. Die Operation erfolgte wie im Methodenkapitel beschrieben. Nach dem ersten Verbandswechsel konnte das Kind entlassen werden. Die weite Distanz zum Heimatort machte eine enge Nachsorge unmöglich. Im Verlauf kam es zu einer Dehiszenz im oberen Rückenbereich, eine nicht seltene Komplikation, deren Wundpflege aber auch vor Ort zu meistern war. Zurück blieb eine sekundär geheilte dehiszente Narbe, jedoch ohne Verlust gesunder Haut (Abbildung 2b), die dann bei den nächsten Eingriffen berücksichtigt wurde. (Abbildung 2b,c).

Die Abbildungen 2b und c zeigen schematisch die drei folgenden Eingriffe. Man sieht, dass auch der verbleibende Nävusanteil gedehnt wurde. Der zweite (März 2011) und der dritte (Juli 2011) Eingriff erfolgten nicht im Bereich der Dehiszenznarbe (Abbildung 2b,c). Nach der 3. Operation wurde das Kind mit liegender Redondrainage entlassen, die es sich aber nach wenigen Tagen versehentlich ohne weitere Komplikationen selbst entfernte. Beim 4. Eingriff (November 2011) konnte das Narbenareal weitgehend reseziert werden (Abbildung 2c). Das Ergebnis nach der 4. Operation zeigt Abbildung 3a. Es sind nur noch Hyperpigmentierungen zu sehen und eine geringe Narbendehiszenz. Auch nach den Eingriffen (Abbildung 2b,c) gab es an einzelnen Stellen kleine Wunddehiszenzen, die immer sekundär abheilten. Nach der 4. Resektion trat ein lokaler Wundinfekt auf, der antibiotisch behandelt werden musste. Das Kind trug wegen seiner Lebhaftigkeit für 2 Jahre tagsüber eine immer neu intraoperativ angepasste Polyesterschale am Rücken.

Wegen noch verbliebener Narbenzustände erfolgte noch ein Korrektureingriff im August 2012 (Abbildung 3a–d). Bei diesem Eingriff wurden die Achternähte wie schon beim vierten Eingriff rein intrakutan gesetzt und die oben beschriebene oberflächliche fortlaufende Naht, nicht überwendlich, sondern intrakutan mit dünnem Polydioxanon (6-0). Das Ergebnis nach einem Jahr zeigt Abbildung 4a und nach 14 Jahren Abbildung 4b, ohne weitere Korrekturen.

Die Operationsentscheidung bei so großen melanozytären Nävi wird individuell getroffen.1 Unsere Erfahrung der Frühexzision ist durchweg positiv, da sich die Säuglings- und Kleinkinderhaut noch sehr gut dehnt und scheinbar auch nachwächst.2, 8, 9 Die hohe Spannung wird von der Haut gut vertragen.1, 9 Bei kleinen Kindern gestaltet sich die Implantation eines Expanders technisch schwierig10 und ist besonders problematisch, wenn der Wohnort weit entfernt ist. Meist fehlen auch die Flächen zur Implantation. In diesem Fall wurde ein MRT zum Ausschluss einer neurokutanen Melanose durchgeführt wie in der Literatur empfohlen.11 Dies sollte unserer Meinung nach aber, so wie die Therapieplanung des Nävus, eine Individualentscheidung darstellen.

Wie dieses illustrative Beispiel zeigt, ist auch die Powerdehnung nicht ohne Komplikationen. Wir haben sie deshalb hier aufgeführt. Nach unserer Erfahrung mit vielen solchen Operationen kam es nie zu kritischen Situationen, da auch aufgeplatzte Areale bei guter Verbandstechnik immer sekundär schmerzfrei verheilten. Allerdings führten sie zu einer etwas schwierigeren Planung. Selbstverständlich waren besonders die Eltern bei der Mitarbeit sehr stark gefordert. Auch Hautnekrosen sind nicht gänzlich ausgeschlossen aber in unserem Krankengut bisher ein einmaliges Ereignis. Auch in diesem Fall war eine Sekundärheilung möglich, allerdings verliert man dadurch gesunde Haut.

Bedingungen für das Gelingen sind eine sehr gute Aufklärung mit Darstellung der Planung und der Komplikationen und Empathie mit Eltern und Kind. Schmerzarmut prä- und postoperativ ist das oberste Gebot bei Kindern. Die Infiltration der Inzisionslinie erfolgt mit der beschriebenen Mischung aus Lokalanästhetika mit Adrenalin.6, 7 Die Prüfung der Dehnbarkeit der Haut nach Mobilisierung geschieht mit gegenläufigen Haken. Es wurden immer durchgreifende schräge intrakutane Achternähte mit maximal möglicher Verankerung in der Dermis innerhalb des Nävus gesetzt.5, 10 (Abbildung 1a–c). Eine zusätzliche fortlaufende Naht am aufgeworfenen oberen Wundrand wurde zum Verringern von Blutaustritt nach der Operation gemacht. Resorbierbares Nahtmaterial wurde verwendet, damit das schmerzhafte Entfernen des Nahtmaterials entfällt. Das spätere oberflächliche Abschneiden einzelner durchtretender Knoten wird üblicherweise gut toleriert. Wichtig ist die Anwendung der oben beschriebenen schmerzarmen Verbandstechnik, da nach unserer langjährigen Erfahrung die Kinder angstfreier zum zweiten Termin kommen.

Im vorliegenden Fall traten Komplikationen auf, die teilweise auf die überdurchschnittliche Agilität des Kindes zurückzuführen waren. Diese konnten jedoch letztlich erfolgreich mit Unterstützung der Familie bewältigt werden. Heute ist die nach wie vor lebhafte und sportliche junge Frau mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Sie berichtet von keinen psychischen Problemen und hat, was die Melanomentwicklung betrifft, ein Risiko vergleichbar mit der Normalbevölkerung, auch da sie sich konsequent an die dermatologischen Richtlinien zum Lichtschutz hält.

Wir danken der Familie des Kindes für ihre freundliche Zusammenarbeit.

Keiner.

Abstract Image

查看原文
分享 分享
微信好友 朋友圈 QQ好友 复制链接
本刊更多论文
婴儿背部先天性黑素细胞痣:通过力量拉伸早期切除,14年后结果
在文献中,对于是否应该切除先天性黑素细胞痣存在分歧。界限是可变的,取决于痣的大小、分配给孩子的外科医生的位置和经验,以及父母的态度。2的选择是拉伸成形术、扩张术、全身覆盖和隔膜覆盖。真皮磨皮没有持久的效果。1有些先天性巨牙不能手术。然而,切除黑色素瘤的可能性增加的区域是有意义的。个案评估总是必要的。在这里,我们展示了一个完整的记录过程,在这个过程中,使用拉伸成形术在张力下进行早期切除,这在我们的诊所已经建立了很长时间,并导致了许多其他儿童的良好结果。然而,我们不能忽视这样一个事实,即在某些情况下也没有取得预期的结果。这种技术背后的原因是背部缝合技术,由于其良好的锚定在鸡皮疙瘩和瓶子的作用,它可以桥接高张力的皮肤伤口闭合。3-5它是由本出版物的第一作者进一步开发的,基于他开发的蝴蝶缝合,用于美观的伤口闭合,作为双瓶紧固件的高张力效果。这可以防止肿瘤切除后的缺陷闭合。它已经被使用了数万次,取得了良好的美学效果。因此,无应力闭合伤口的要求被驳斥了。这种方法是基于切除痣边缘的部分,以拉伸周围的健康皮肤。在规划过程中,必须保持痣的狭窄边缘,因为在这里,一开始不会损害健康的皮肤,尽管通常痣的皮肤不像健康的皮肤那样稳定。对于较小的痣,沿痣边缘计划的切口进行慷慨的肿瘤局部麻醉。它与利多卡因和罗皮瓦卡因的混合物一起耐受。它是在药店生产的,用肾上腺素添加剂在等渗溶液中高度稀释(表1),效果很长,也可以用于婴儿。6-8在这个弥漫性痣的病例中,手术是在全身麻醉下进行的。上述沿预定切口的额外局部麻醉可减少外周血和术后疼痛长达6小时。切割后,周围的皮肤被广泛调动,然后用钩子尽可能地拉过痣。搬的弹性dehnbare Nävus也将与Wundrändern对峙,最大扩展他的黑色痕迹的比例确定.在重新麻醉现在确定的切除线后,这个区域被移除。为了不超过最大行程,每个字段一个接一个地重新编号。为了防止这种情况发生,可以在表面涂上一层薄薄的防腐剂。这种倾斜的插入允许最大宽度的接缝锚定在整个堆芯,以及瓶紧效果(图1a)。接缝材料为聚二恶烷,是一种单片可吸收材料,抗拉强度高,厚度为2-0,无组织反应。3从中间开始(图1b),确保桥接成功。伤口边缘的拉力很大,皮肤有明显的漂白,但这种漂白很快就会消失,因为健康的皮肤在手术过程中已经被拉伸(强力拉伸)。中间缝好后,两边的密封就完成了。只有在需要的时候才会进行循环排水。这导致了上述凸起的皮肤缝合(图1c)。在皮肤表面使用6-0厚度的快速可吸收缝合材料(聚glactin)进行连续的保护性缝合,最大限度地减少了堆芯层的出血。最后,用交叉缝合条保护接缝(图3d)。并在上面放置一层非粘性、非脂质绷带(Adaptic®),以防止流出的血液附着在绷带上。然后是压缩和压带,如果需要,还可以使用手术内调整的聚酯外壳。这些层通常在3天后提供无痛的第一次绷带更换。2010年5月,一名来自萨克森的非常活跃的女婴出生时患有先天性黑素细胞巨痣,几乎占据了整个背部和两侧的部分(约占身体表面的20%;图2a) . 2010年7月,她在莱比锡大学皮肤科诊所接受了核磁共振手术,以排除神经皮肤黑色素瘤。Nävus让耸肩和到Gesäßfalte很少皮肤健康.但我们的经验与Frühexzision指出,在非常年幼的孩子在健康的皮肤弹性好,甚至还能自己痊愈.火车经过全面的调查,我们计划在2010年11月推出第一个精益系列。这是根据图2a进行的。虚线表示周围皮肤动员的延伸,阴影区域表示要恢复的区域。操作按照方法一章的描述进行。第一次手术后,孩子就出院了。离家乡太远,不可能进行密切的后续护理。在此过程中,背部上部脱臼,这是一种罕见的并发症,但伤口也必须在现场处理。复明一次要因素dehiszente留下疤痕,但是却没有丧失健康的皮肤(图2b),然后在接下来的手术被.考虑到(图2b; (c) .图2b和c图示了以下三个干预。剩下的部分也被拆除了。第二次(2011年3月)和第三次(2011年7月)没有在脱臼疤痕区域进行手术(图2b,c)。在3号之后。手术后,这名儿童出现了躺着的红斑引流,但几天后,红斑意外地自行消失,没有进一步的并发症。4 .时手术(2011年11月)对疤痕区域进行了广泛的复位(图2c)。4月4日之后的结果。行动显示了图3 .只有色素沉着和轻微的疤痕扩张。即使在手术后(图2b,c),在一些地方也有小的伤口拉伸,总是二次愈合。4 .后切除导致局部伤口感染,必须用抗生素治疗。这孩子穿着由于Lebhaftigkeit两年的时间白天总是新的intraoperativ进行学习。Polyesterschale到了.背因为还有後Narbenzustände并在2012年8月(图还有一Korrektureingriff 3a-d) .手术会被Achternähte对于第四次手术中进入intrakutan坐在上面所继续缝表面,而非überwendlich intrakutan Polydioxanon险(6-0).结果一年后展示图4a和图4b 14年后,没有进一步调整.Operationsentscheidung在这么大的melanozytären Nävi会因getroffen.1我们的经验Frühexzision始终乐观,因为在婴儿Kleinkinderhaut很好的似乎也会长出来.膨胀2,8,9皮肤能很好地承受高电压。1,9对于年幼的儿童来说,植入扩张器在技术上是困难的10,如果他们住得很远,这尤其成问题。通常也没有用于植入的表面。在这种情况下,一个核磁共振成为开除一个neurokutanen Melanose进行的文学empfohlen.11然而,在我们看来,这应该是个人的决定,就像痣的治疗计划一样。正如这个例子所显示的,功率膨胀也不是没有并发症的。这就是我们在这里列出它们的原因。根据我们的经验,许多这样的手术从来没有出现过危急的情况,因为即使使用良好的绷带技术,放置的区域也总是二次愈合而没有疼痛。然而,这导致了一个稍微困难的计划。当然,父母尤其需要合作。皮肤坏死也不能完全排除,但这在我们医院是罕见的。此案Sekundärheilung可能较高,但也意味着失去健康的皮肤.成功的条件,有一个很好的教育和规划的并发症和同理心与父母和孩子.Schmerzarmut总postoperativ是认为,在儿童.切口线的浸润是用局部麻醉剂和肾上腺素的混合物进行的。6,7动员后皮肤的弹性测试是用反向旋转的钩子进行的。总是插入强烈的、倾斜的皮内缝,最大限度地固定在真皮痣内。5, 10(图1a-c) .在凸起的上伤口边缘进行额外的连续缝合,以减少术后出血。可吸收的缝纫材料被用来消除去除缝纫材料的痛苦。 通常可以很好地耐受单个交叉结的后续表面切割。使用上述无痛绷带技术是很重要的,因为根据我们多年的经验,孩子们在第二次预约时更安全。在这种情况下,出现了一些并发症,部分原因是孩子的敏捷性高于平均水平。然而,在家人的支持下,他们最终成功了。今天,这位活泼、运动的年轻女子对结果非常满意。她报告没有精神问题,患黑色素瘤的风险与正常人相当,部分原因是她严格遵守皮肤科关于遮光的指导方针。我们要感谢孩子的家人的友好合作。
本文章由计算机程序翻译,如有差异,请以英文原文为准。
求助全文
约1分钟内获得全文 去求助
来源期刊
CiteScore
3.50
自引率
25.00%
发文量
406
审稿时长
1 months
期刊介绍: The JDDG publishes scientific papers from a wide range of disciplines, such as dermatovenereology, allergology, phlebology, dermatosurgery, dermatooncology, and dermatohistopathology. Also in JDDG: information on medical training, continuing education, a calendar of events, book reviews and society announcements. Papers can be submitted in German or English language. In the print version, all articles are published in German. In the online version, all key articles are published in English.
期刊最新文献
Digital transformation and the future of dermatology lectures in 2026 - results of a student survey in Leipzig. PeakPASI as a marker of maximum psoriasis severity: a single-center, cross-sectional retrospective and questionnaire-based study. Cutaneous leukocytoclastic vasculitis as acute hemorrhagic edema in a 71-year-old patient. A Scoping Review of Clinical Trials on the Expanding Role of Beta‑Blockers in Dermatology. Complete Regression of bilateral Choroidal Metastases secondary to a Cutaneous Melanoma under Immunotherapy.
×
引用
GB/T 7714-2015
复制
MLA
复制
APA
复制
导出至
BibTeX EndNote RefMan NoteFirst NoteExpress
×
×
提示
您的信息不完整,为了账户安全,请先补充。
现在去补充
×
提示
您因"违规操作"
具体请查看互助需知
我知道了
×
提示
现在去查看 取消
×
提示
确定
0
微信
客服QQ
Book学术公众号 扫码关注我们
反馈
×
意见反馈
请填写您的意见或建议
请填写您的手机或邮箱
已复制链接
已复制链接
快去分享给好友吧!
我知道了
×
扫码分享
扫码分享
Book学术官方微信
Book学术官方微信
Book学术文献互助
Book学术文献互助群
群 号:604180095
Book学术
文献互助 智能选刊 最新文献 互助须知 联系我们:info@booksci.cn
Book学术提供免费学术资源搜索服务,方便国内外学者检索中英文文献。致力于提供最便捷和优质的服务体验。
Copyright © 2023 Book学术 All rights reserved.
ghs 京公网安备 11010802042870号 京ICP备2023020795号-1