Pub Date : 2023-09-30DOI: 10.20456/kzfd.2023.9.87.233
Hi-Young Song
Im Zentrum dieser Arbeit steht die Untersuchung des Geschlechterdiskurs der 1900er Jahre und die Definition des männlichen Philosophen für die weibliche Kultur. Der Schwerpunkt wird auf Georg Simmels Weiblichkeit gelegt. Betrachtet man die historische Entwicklung der Rede über Geschlechter, lässt sich die Zeit um 1900 als einen Höhepunkt ansehen. Der gesellschaftliche und kulturelle Wandel um 1900 stellt eine Erosion der bestehenden Geschlechterrollen dar: Die Frauenbewegung bedroht männliche Sphären aller gesellschaftlichen Ebenen wie Beruf, Kultur, Familie und Politik. Der deutsche Philosoph Georg Simmel schrieb den Aufsatz Weibliche Kultur im Jahr 1911. Simmel zeigte Interesse an der Frauenbewegung und -bildung, und brachte, im Gegensatz zu den meisten Männer damals, große Sympathie für die Frauenentwicklung entgegen. Er forderte jedoch die Änderung des Ziels der Frauenbewegung im Hinblick auf die objektive Kultur und die gesellschaftliche Krise. Er meinte damit, dass die Tätigkeiten der Frauen Nischen darstellen, und eigentlich die männlichen Leistungen ergänzen sollten. Das Haus ist, nach Simmel, “die größte Kulturleistung der Frau”. In diesem Zusammenhang hat Lewis A. Coser mit seiner Einschätzung zu Simmels Behandlung der Gechlechterproblematik vielleicht Recht: “Simmels Diagnose war äußerst modern, seine Behandlung aber wilhelminisch.”
{"title":"Betrachtung über Georg Simmels Weibliche Kultur - “das Haus als die große Kulturleistung der Frau”","authors":"Hi-Young Song","doi":"10.20456/kzfd.2023.9.87.233","DOIUrl":"https://doi.org/10.20456/kzfd.2023.9.87.233","url":null,"abstract":"Im Zentrum dieser Arbeit steht die Untersuchung des Geschlechterdiskurs der 1900er Jahre und die Definition des männlichen Philosophen für die weibliche Kultur. Der Schwerpunkt wird auf Georg Simmels Weiblichkeit gelegt. Betrachtet man die historische Entwicklung der Rede über Geschlechter, lässt sich die Zeit um 1900 als einen Höhepunkt ansehen. Der gesellschaftliche und kulturelle Wandel um 1900 stellt eine Erosion der bestehenden Geschlechterrollen dar: Die Frauenbewegung bedroht männliche Sphären aller gesellschaftlichen Ebenen wie Beruf, Kultur, Familie und Politik. Der deutsche Philosoph Georg Simmel schrieb den Aufsatz Weibliche Kultur im Jahr 1911. Simmel zeigte Interesse an der Frauenbewegung und -bildung, und brachte, im Gegensatz zu den meisten Männer damals, große Sympathie für die Frauenentwicklung entgegen. Er forderte jedoch die Änderung des Ziels der Frauenbewegung im Hinblick auf die objektive Kultur und die gesellschaftliche Krise. Er meinte damit, dass die Tätigkeiten der Frauen Nischen darstellen, und eigentlich die männlichen Leistungen ergänzen sollten. Das Haus ist, nach Simmel, “die größte Kulturleistung der Frau”. In diesem Zusammenhang hat Lewis A. Coser mit seiner Einschätzung zu Simmels Behandlung der Gechlechterproblematik vielleicht Recht: “Simmels Diagnose war äußerst modern, seine Behandlung aber wilhelminisch.”","PeriodicalId":486429,"journal":{"name":"獨語敎育","volume":"45 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"2023-09-30","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"135083441","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Pub Date : 2023-09-30DOI: 10.20456/kzfd.2023.9.87.29
Dong-Min Choi
Diese Arbeit widmet sich dem Versuch, Brechts Fotobuch Kriegsfibel als medienpädagogisches Projekt zu interpretieren. In diesem Kontext werden insbesondere drei Aspekte untersucht. Erstens ist zu beachten, dass die Kriegsfibel in der Tradition einer Fibel steht, die dazu dient, Kindern das ABC und das Lesen beizubringen. Daher fungiert die Kriegsfibel als eine Art Fotofibel, die dazu dient, die kritische und souveräne Lesefähigkeit der Leser im Umgang mit Fotografien zu schulen und zu stärken. Die Kriegsfibel kann somit als ein medienpädagogisches Projekt zur Förderung von Medienkompetenz verstanden werden. Zweitens wird die Aktualität dieses Projektes im Lichte moderner medienpädagogischer Konzepte kritisch beleuchtet. Diese Theorien zur Medienkompetenz weisen vor allem in drei Punkten Ähnlichkeiten auf: 1. Informationen aus den Medien stellen keine rein objektive Wahrheit dar, sondern repräsentieren vielmehr einen zusammengestellten Bericht. 2. Medienkompetenz wird nicht von Geburt an erworben, sondern erfordern ein lebenslanges Training. 3. Medienkompetenz ist für eine demokratische Gesellschaft von entscheidender Bedeutung, da jeder Bürger, als Träger der Demokratie, nur auf Grundlage korrekter Informationen politische Entscheidungen treffen kann. Brechts medienpädagogisches Projekt scheint im Wesentlichen diesen drei Grundsätzen zu entsprechen. Somit wird deutlich, dass Brechts medienpädagogisches Projekt trotz seiner zeitlichen Entstehung nach wie vor seine Bedeutung und Relevanz behält. Drittens wird nach Möglichkeiten gesucht, die Kriegsfibel nicht nur als Lehrmittel zur Förderung der Medienkompetenz, sondern auch als effektives Unterrichtsmaterial im Bereich der deutschen Literatur einzusetzen.
{"title":"Kriegsfibel als Brechts pädagogisches Projekt zur Medienkompetenz - Eine Untersuchung der Aktualität und Verwendbarkeit","authors":"Dong-Min Choi","doi":"10.20456/kzfd.2023.9.87.29","DOIUrl":"https://doi.org/10.20456/kzfd.2023.9.87.29","url":null,"abstract":"Diese Arbeit widmet sich dem Versuch, Brechts Fotobuch Kriegsfibel als medienpädagogisches Projekt zu interpretieren. In diesem Kontext werden insbesondere drei Aspekte untersucht. Erstens ist zu beachten, dass die Kriegsfibel in der Tradition einer Fibel steht, die dazu dient, Kindern das ABC und das Lesen beizubringen. Daher fungiert die Kriegsfibel als eine Art Fotofibel, die dazu dient, die kritische und souveräne Lesefähigkeit der Leser im Umgang mit Fotografien zu schulen und zu stärken. Die Kriegsfibel kann somit als ein medienpädagogisches Projekt zur Förderung von Medienkompetenz verstanden werden. Zweitens wird die Aktualität dieses Projektes im Lichte moderner medienpädagogischer Konzepte kritisch beleuchtet. Diese Theorien zur Medienkompetenz weisen vor allem in drei Punkten Ähnlichkeiten auf: 1. Informationen aus den Medien stellen keine rein objektive Wahrheit dar, sondern repräsentieren vielmehr einen zusammengestellten Bericht. 2. Medienkompetenz wird nicht von Geburt an erworben, sondern erfordern ein lebenslanges Training. 3. Medienkompetenz ist für eine demokratische Gesellschaft von entscheidender Bedeutung, da jeder Bürger, als Träger der Demokratie, nur auf Grundlage korrekter Informationen politische Entscheidungen treffen kann. Brechts medienpädagogisches Projekt scheint im Wesentlichen diesen drei Grundsätzen zu entsprechen. Somit wird deutlich, dass Brechts medienpädagogisches Projekt trotz seiner zeitlichen Entstehung nach wie vor seine Bedeutung und Relevanz behält. Drittens wird nach Möglichkeiten gesucht, die Kriegsfibel nicht nur als Lehrmittel zur Förderung der Medienkompetenz, sondern auch als effektives Unterrichtsmaterial im Bereich der deutschen Literatur einzusetzen.","PeriodicalId":486429,"journal":{"name":"獨語敎育","volume":"34 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"2023-09-30","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"135083580","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}