In diesem Beitrag wird eine Lerngelegenheit für Chemiestudierende des gymnasialen Lehramts vorgestellt, die aus einem experimentellen Workshop und zusätzlichen theoretischen Aufgaben (direkt im Anschluss und vier Wochen später) bestand. Inhaltlich verknüpft sind alle Bestandteile der Lerngelegenheit über das Konzept des induktiven Effekts (bzw. der Hyperkonjugation) sowie die Deutung der experimentell beobachtbaren Reaktionskinetik mittels energetischer Betrachtungen der reaktiven Zwischenstufen. Die Auswertung der videographierten und transkribierten Deutungs- und Erklärungsversuche mitsamt der dabei angefertigten Diagramme zu energetischen Deutungen legt nahe, dass die Lerngelegenheit gut geeignet ist, Konzeptwissen gegenstandsübergreifend anzuwenden und mechanistische Überlegungen mit Energiebetrachtungen zu verknüpfen. In allen ausgewerteten Zweiergesprächen, die wesentlicher Bestandteil der Lerngelegenheit sind, zeigte sich eine Diskussionskultur mit durchgehend hoher kommunikativer Qualität, indem die Proband:innen unter Anwendung ihres Vorwissens und Nutzung der experimentellen Beobachtungen widerspruchsfreie Konsenslösungen erarbeiteten.