Die nicht-alkoholische Fettkleberkrankung (NAFLE) ist die hepatische Manifestation des metabolischen Syndroms. Diese kann über eine Fibrose zur Leberzirrhose und letztendlich zur Entstehung eines hepatozellulären Karzinoms führen. Die Diagnostik der NAFLE erfolgt durch Anamnese, klinische Symptome und bildgebende Verfahren. Die invasive Leberbiopsie gilt als Goldstandard der Beurteilung von Lebererkrankungen, ist jedoch komplikationsträchtig und kostenintensiv. Als nicht-invasives Verfahren ist die Verwendung von serologischen Biomarkern eine wegweisende Möglichkeit, eine einfache und reproduzierbare Beurteilung der Lebererkrankung zu erlangen. Zytokeratin-18 (CK-18) ist ein Intermediärfilamentprotein, welches während der hepatischen Schädigung von den Zellen sezerniert wird und im Serum nachweisbar ist. Für die NAFLE lässt sich mittels CK-18 zwischen der simplen Steatose und der nicht-alkoholischen Steatohepatitis (NASH) unterscheiden, da NASH-Patienten signifikant höhere Werte aufweisen. Die Bestimmung von CK-18 lässt Aussagen über die Aktivität und das Ausmaß der Lebererkrankung zu und kann zukünftig im klinischen Alltag zur Therapieentscheidung und zum Monitoring beitragen.
{"title":"Nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLE) – Was leistet die Labordiagnostik?","authors":"K. Willuweit, A. Canbay","doi":"10.1055/s-0042-101600","DOIUrl":"https://doi.org/10.1055/s-0042-101600","url":null,"abstract":"Die nicht-alkoholische Fettkleberkrankung (NAFLE) ist die hepatische Manifestation des metabolischen Syndroms. Diese kann über eine Fibrose zur Leberzirrhose und letztendlich zur Entstehung eines hepatozellulären Karzinoms führen. Die Diagnostik der NAFLE erfolgt durch Anamnese, klinische Symptome und bildgebende Verfahren. Die invasive Leberbiopsie gilt als Goldstandard der Beurteilung von Lebererkrankungen, ist jedoch komplikationsträchtig und kostenintensiv. Als nicht-invasives Verfahren ist die Verwendung von serologischen Biomarkern eine wegweisende Möglichkeit, eine einfache und reproduzierbare Beurteilung der Lebererkrankung zu erlangen. Zytokeratin-18 (CK-18) ist ein Intermediärfilamentprotein, welches während der hepatischen Schädigung von den Zellen sezerniert wird und im Serum nachweisbar ist. Für die NAFLE lässt sich mittels CK-18 zwischen der simplen Steatose und der nicht-alkoholischen Steatohepatitis (NASH) unterscheiden, da NASH-Patienten signifikant höhere Werte aufweisen. Die Bestimmung von CK-18 lässt Aussagen über die Aktivität und das Ausmaß der Lebererkrankung zu und kann zukünftig im klinischen Alltag zur Therapieentscheidung und zum Monitoring beitragen.","PeriodicalId":101734,"journal":{"name":"Klinikarzt – Medizin im Krankenhaus","volume":"48 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"2016-02-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"125810981","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
{"title":"Labormedizin im Zeitalter von „big data“","authors":"W. März","doi":"10.1055/S-0042-102437","DOIUrl":"https://doi.org/10.1055/S-0042-102437","url":null,"abstract":"","PeriodicalId":101734,"journal":{"name":"Klinikarzt – Medizin im Krankenhaus","volume":"1218 37","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"2016-02-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"133842055","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Die technischen und medizinischen Fortschritte bei der Charakterisierung genetischer Ursachen von Erkrankungen und von Erkrankungsdispositionen bringen es mit sich, dass genetische Untersuchungen zunehmend Eingang in die klinische Praxis finden. Die Generierung von und der Umgang mit genetischen Informationen ist in Deutschland im Gendiagnostikgesetz geregelt. Das Gendiagnostikgesetz unterscheidet zwischen genetischen Untersuchungen zu medizinischen Zwecken, zur Klärung der Abstammung, im Versicherungsbereich und im Arbeitsleben. Die genetischen Untersuchungen zu medizinischen Zwecken zerfallen im Wesentlichen in 3 Kategorien, nämlich diagnostische und prädiktive genetische Untersuchungen und die vorgeburtliche Risikoabklärung. Genetische Untersuchungen dürfen nur nach ausdrücklicher und schriftlicher Einwilligung vorgenommen werden. Sie stehen unter Arztvorbehalt, wobei prädiktive genetische Untersuchungen nur durch Fachärzte für Humangenetik oder Ärzte, die sich hierfür besonders qualifiziert haben, durchgeführt werden dürfen. Bei diagnostischen genetischen Untersuchungen soll dem Patienten eine genetische Beratung angeboten werden. Sie muss angeboten werden, wenn bei einer diagnostischen genetischen Untersuchung eine genetische Erkrankung oder gesundheitliche Störung diagnostiziert wird, für die es keine wirksamen Behandlungsmöglichkeiten gibt. Bei prädiktiven genetischen Untersuchungen und Untersuchungen zur vorgeburtlichen Risikoabklärung muss eine Beratung nicht nur angeboten, sondern im Regelfall zwingend durchgeführt werden.
{"title":"Genetische Untersuchungen – Welche rechtlichen Vorgaben sind zu beachten?","authors":"C. Wohlfart, W. März","doi":"10.1055/s-0042-101684","DOIUrl":"https://doi.org/10.1055/s-0042-101684","url":null,"abstract":"Die technischen und medizinischen Fortschritte bei der Charakterisierung genetischer Ursachen von Erkrankungen und von Erkrankungsdispositionen bringen es mit sich, dass genetische Untersuchungen zunehmend Eingang in die klinische Praxis finden. Die Generierung von und der Umgang mit genetischen Informationen ist in Deutschland im Gendiagnostikgesetz geregelt. Das Gendiagnostikgesetz unterscheidet zwischen genetischen Untersuchungen zu medizinischen Zwecken, zur Klärung der Abstammung, im Versicherungsbereich und im Arbeitsleben. Die genetischen Untersuchungen zu medizinischen Zwecken zerfallen im Wesentlichen in 3 Kategorien, nämlich diagnostische und prädiktive genetische Untersuchungen und die vorgeburtliche Risikoabklärung. Genetische Untersuchungen dürfen nur nach ausdrücklicher und schriftlicher Einwilligung vorgenommen werden. Sie stehen unter Arztvorbehalt, wobei prädiktive genetische Untersuchungen nur durch Fachärzte für Humangenetik oder Ärzte, die sich hierfür besonders qualifiziert haben, durchgeführt werden dürfen. Bei diagnostischen genetischen Untersuchungen soll dem Patienten eine genetische Beratung angeboten werden. Sie muss angeboten werden, wenn bei einer diagnostischen genetischen Untersuchung eine genetische Erkrankung oder gesundheitliche Störung diagnostiziert wird, für die es keine wirksamen Behandlungsmöglichkeiten gibt. Bei prädiktiven genetischen Untersuchungen und Untersuchungen zur vorgeburtlichen Risikoabklärung muss eine Beratung nicht nur angeboten, sondern im Regelfall zwingend durchgeführt werden.","PeriodicalId":101734,"journal":{"name":"Klinikarzt – Medizin im Krankenhaus","volume":"82 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"2016-02-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"124407671","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Hunderte Klinikärzte arbeiten in Krankenhäusern, die den Namen Paracelsus tragen und in der ganzen Bundesrepublik und in der Schweiz zu finden sind. Auch dutzende Apotheken, Bäder, Schulen und andere Lehreinrichtungen haben sich nach dem sagenumwobenen Querdenker der Medizin benannt. Während die meisten das besondere Wirken des Paracelsus in der Pharmazie und in der Naturheilkunde verorten können, ist den wenigsten sein bürgerlicher Name bekannt: Philippus Theophrastus Aureolus Bombastus von Hohenheim.
{"title":"Magie und Medizin – Paracelsus (1493–1541)","authors":"Christian Hardinghaus","doi":"10.1055/s-0042-101702","DOIUrl":"https://doi.org/10.1055/s-0042-101702","url":null,"abstract":"Hunderte Klinikärzte arbeiten in Krankenhäusern, die den Namen Paracelsus tragen und in der ganzen Bundesrepublik und in der Schweiz zu finden sind. Auch dutzende Apotheken, Bäder, Schulen und andere Lehreinrichtungen haben sich nach dem sagenumwobenen Querdenker der Medizin benannt. Während die meisten das besondere Wirken des Paracelsus in der Pharmazie und in der Naturheilkunde verorten können, ist den wenigsten sein bürgerlicher Name bekannt: Philippus Theophrastus Aureolus Bombastus von Hohenheim.","PeriodicalId":101734,"journal":{"name":"Klinikarzt – Medizin im Krankenhaus","volume":"476 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"2016-02-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"115873224","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Die Messung der TSH-Serumkonzentration ist die wichtigste Laboruntersuchung in der Diagnostik von Funktionsstörungen der Schilddrüse. Eine korrekte Interpretation des TSH-Wertes ist nicht allein durch Angabe eines Referenzbereiches, sondern nur unter zusätzlicher Kenntnis klinischer Parameter wie Alter, Geschlecht, Beschwerden, ethnischer Zugehörigkeit, Komorbiditäten und Medikation möglich. Vor allem bei älteren Menschen ist eine korrekte Diagnose von Schilddrüsenfunktionsstörungen und Einleitung einer adäquaten Therapie von besonderer Bedeutung, da Schilddrüsen-assoziierte Symptome den Symptomen des normalen Alterns sowie der Peri- und Postmenopause ähneln und sich mit diesen überlappen können. Ältere Menschen haben zudem ein erhöhtes kardiovaskuläres und Osteoporoserisiko, das durch Schilddrüsenfunktionsstörungen verstärkt werden kann. Eine Übertherapie subklinischer Hypothyreosen und Untertherapie subklinischer Hyperthyreosen kann insbesondere bei älteren Menschen erhebliche gesundheitliche Nachteile für die Betroffenen zur Folge haben.
{"title":"Der Referenzbereich des Schilddrüsenwerts TSH – Was ist normal?","authors":"J. Bojunga","doi":"10.1055/s-0042-101371","DOIUrl":"https://doi.org/10.1055/s-0042-101371","url":null,"abstract":"Die Messung der TSH-Serumkonzentration ist die wichtigste Laboruntersuchung in der Diagnostik von Funktionsstörungen der Schilddrüse. Eine korrekte Interpretation des TSH-Wertes ist nicht allein durch Angabe eines Referenzbereiches, sondern nur unter zusätzlicher Kenntnis klinischer Parameter wie Alter, Geschlecht, Beschwerden, ethnischer Zugehörigkeit, Komorbiditäten und Medikation möglich. Vor allem bei älteren Menschen ist eine korrekte Diagnose von Schilddrüsenfunktionsstörungen und Einleitung einer adäquaten Therapie von besonderer Bedeutung, da Schilddrüsen-assoziierte Symptome den Symptomen des normalen Alterns sowie der Peri- und Postmenopause ähneln und sich mit diesen überlappen können. Ältere Menschen haben zudem ein erhöhtes kardiovaskuläres und Osteoporoserisiko, das durch Schilddrüsenfunktionsstörungen verstärkt werden kann. Eine Übertherapie subklinischer Hypothyreosen und Untertherapie subklinischer Hyperthyreosen kann insbesondere bei älteren Menschen erhebliche gesundheitliche Nachteile für die Betroffenen zur Folge haben.","PeriodicalId":101734,"journal":{"name":"Klinikarzt – Medizin im Krankenhaus","volume":"5 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"2016-02-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"126903575","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Klinisch bleiben Störungen des Fettstoffwechsels oft ohne Symptome. Hinweisend können Hauterscheinungen sein. Sekundäre Hyperlipoproteinämien (HLP) sind häufiger als primäre; sie können durch die Behandlung der Grunderkrankung (teilweise) gebessert werden. Neben Cholesterin, Triglyzeriden, LDL-Cholesterin (LDL-C) und HDL-Cholesterin (HDL-C) sind meist Bestimmungen von Glukose, HbA1C, TSH, Transaminasen, Kreatinin, Harnstoff, Eiweiß und Eiweiß im Urin sinnvoll. Da praktisch alle Routinemethoden für LDL-C durch hohe Triglyzeride gestört werden, ist bei Triglyzeriden über 400 mg/dl (4,7 mmol/l) eine Lipoproteinelektrophorese indiziert. Primäre HLP haben bekannte oder noch nicht bekannte genetische Ursachen. An eine differenzialdiagnostisch bedeutsame primäre HLP ist vor allem dann zu denken, wenn es sich um junge Patienten handelt, die Konzentrationen des LDL über 190 mg/dl (4,9 mmol/l) und/oder der Triglyzeride über 200 mg/dl (2,3 mmol/l) liegen und eine sekundäre HLP (Adipositas, Alkohol, Diabetes mellitus, Nierenerkrankungen) ausgeschlossen ist. Die Basisdiagnostik wird durch die Messung von Lipoprotein (a) (Lp(a)) sinnvoll erweitert. Sie ist indiziert bei intermediärem Risiko für Gefäßerkrankungen, familiärer Hypercholesterinämie, bei Patienten mit frühzeitiger Koronarkrankheit, aber wenig konventionellen Risikofaktoren und bei Patienten mit rapide voranschreitender Atherosklerose. Konzentrationen über 30 mg/dl sollten dazu veranlassen, LDL besonders intensiv zu behandeln. Die genetische Diagnostik kommt bei Verdacht auf primäre HLP infrage. Sie ist am häufigsten indiziert bei Verdacht auf familiäre Hypercholesterinämie (FH, autosomal dominante Hypercholesterinämie, ADH) und wird bereits in Leitlinien empfohlen.
{"title":"Rationelle Lipiddiagnostik – Labordiagnostik bei Hyper- und Dyslipoproteinämie","authors":"T. Grammer, H. Scharnagl, W. März","doi":"10.1055/s-0042-101531","DOIUrl":"https://doi.org/10.1055/s-0042-101531","url":null,"abstract":"Klinisch bleiben Störungen des Fettstoffwechsels oft ohne Symptome. Hinweisend können Hauterscheinungen sein. Sekundäre Hyperlipoproteinämien (HLP) sind häufiger als primäre; sie können durch die Behandlung der Grunderkrankung (teilweise) gebessert werden. Neben Cholesterin, Triglyzeriden, LDL-Cholesterin (LDL-C) und HDL-Cholesterin (HDL-C) sind meist Bestimmungen von Glukose, HbA1C, TSH, Transaminasen, Kreatinin, Harnstoff, Eiweiß und Eiweiß im Urin sinnvoll. Da praktisch alle Routinemethoden für LDL-C durch hohe Triglyzeride gestört werden, ist bei Triglyzeriden über 400 mg/dl (4,7 mmol/l) eine Lipoproteinelektrophorese indiziert. Primäre HLP haben bekannte oder noch nicht bekannte genetische Ursachen. An eine differenzialdiagnostisch bedeutsame primäre HLP ist vor allem dann zu denken, wenn es sich um junge Patienten handelt, die Konzentrationen des LDL über 190 mg/dl (4,9 mmol/l) und/oder der Triglyzeride über 200 mg/dl (2,3 mmol/l) liegen und eine sekundäre HLP (Adipositas, Alkohol, Diabetes mellitus, Nierenerkrankungen) ausgeschlossen ist. Die Basisdiagnostik wird durch die Messung von Lipoprotein (a) (Lp(a)) sinnvoll erweitert. Sie ist indiziert bei intermediärem Risiko für Gefäßerkrankungen, familiärer Hypercholesterinämie, bei Patienten mit frühzeitiger Koronarkrankheit, aber wenig konventionellen Risikofaktoren und bei Patienten mit rapide voranschreitender Atherosklerose. Konzentrationen über 30 mg/dl sollten dazu veranlassen, LDL besonders intensiv zu behandeln. Die genetische Diagnostik kommt bei Verdacht auf primäre HLP infrage. Sie ist am häufigsten indiziert bei Verdacht auf familiäre Hypercholesterinämie (FH, autosomal dominante Hypercholesterinämie, ADH) und wird bereits in Leitlinien empfohlen.","PeriodicalId":101734,"journal":{"name":"Klinikarzt – Medizin im Krankenhaus","volume":"9 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"2016-02-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"134056547","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Systemische Autoimmunerkrankungen stellen sich häufig mit einer diffusen Symptomatik dar. Insofern kann die Labordiagnostik sehr hilfreich für die Interpretation klinischer Befunde sein. So kann sie zur Bestätigung oder zum Ausschluss klinischer Verdachtsdiagnosen herangezogen werden sowie zur Differenzialdiagnose, zur Bestimmung von Aktivität und Prognose, zur Abklärung betroffener Organe und zum Erkennen von Medikamentennebenwirkungen. Autoantikörper sowie Entzündungsmarker sind die wichtigsten Laborparameter. Die Basisabklärung beim Verdacht auf eine systemische Autoimmunerkrankung sollte bereits ambulant erfolgen, um eine schnelle Überweisung zum Facharzt und ggf. ins Krankenhaus zu gewährleisten. Nur so kann eine spezifische Therapie rechtzeitig eingeleitet und irreversible Organschäden verhindert werden. Einige Autoantikörper sind von so hoher diagnostischer Wertigkeit, dass sie zu den Klassifikationskriterien oder sogar zur Definition bestimmter Erkrankungen gehören.
{"title":"Labordiagnostik bei Systemischen Autoimmunerkrankungen – Interpretation klinischer Befunde bei diffuser Symptomatik","authors":"R. Gruber, S. Borgmann","doi":"10.1055/s-0042-101583","DOIUrl":"https://doi.org/10.1055/s-0042-101583","url":null,"abstract":"Systemische Autoimmunerkrankungen stellen sich häufig mit einer diffusen Symptomatik dar. Insofern kann die Labordiagnostik sehr hilfreich für die Interpretation klinischer Befunde sein. So kann sie zur Bestätigung oder zum Ausschluss klinischer Verdachtsdiagnosen herangezogen werden sowie zur Differenzialdiagnose, zur Bestimmung von Aktivität und Prognose, zur Abklärung betroffener Organe und zum Erkennen von Medikamentennebenwirkungen. Autoantikörper sowie Entzündungsmarker sind die wichtigsten Laborparameter. Die Basisabklärung beim Verdacht auf eine systemische Autoimmunerkrankung sollte bereits ambulant erfolgen, um eine schnelle Überweisung zum Facharzt und ggf. ins Krankenhaus zu gewährleisten. Nur so kann eine spezifische Therapie rechtzeitig eingeleitet und irreversible Organschäden verhindert werden. Einige Autoantikörper sind von so hoher diagnostischer Wertigkeit, dass sie zu den Klassifikationskriterien oder sogar zur Definition bestimmter Erkrankungen gehören.","PeriodicalId":101734,"journal":{"name":"Klinikarzt – Medizin im Krankenhaus","volume":"45 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"2016-02-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"130806243","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Arbeitsbedingte Stressoren wirken sich auf die Gesundheit von Arbeitnehmern aus. Arbeitsunsicherheit, die Ungewissheit in Bezug auf einen unfreiwilligen Arbeitsplatzverlust (quantitative Arbeitsunsicherheit) oder einer unfreiwilligen Veränderung der Arbeitsbedingungen (qualitative Arbeitsunsicherheit) gilt als ein solcher arbeitsbedingter Stressor. Durch die Zunahme an befristeten Arbeitsverhältnissen und eine wachsende Zahl an Veränderungen innerhalb von Organisationen wächst auch die Zahl der verunsicherten Arbeitnehmer. In einer Befragung zu Arbeitsbedingungen in der Europäischen Union aus dem Jahr 2010 berichteten 16 % der Befragten Arbeitsunsicherheit. Eine Fülle an empirischen Arbeiten hat einen Zusammenhang zwischen Arbeitsunsicherheit und seelischer (z. B. Depression) sowie körperlicher (z. B. koronare Herzerkrankungen) Gesundheit festgestellt. Bislang fehlen jedoch erprobte Interventionsansätze zur Reduktion von Arbeitsunsicherheit und deren gesundheitlichen Folgen. Neben Grundlagen zu Arbeitsunsicherheit werden hier mögliche Ansatzpunkte der Verhältnis- und Verhaltensprävention, sowie moderierende Faktoren in der Beziehung zwischen Arbeitsunsicherheit und Gesundheit, dargelegt.
{"title":"Die gesundheitlichen Folgen von Arbeitsunsicherheit – Hintergründe und mögliche Ansatzpunkte der Prävention","authors":"A. Barrech, J. Baumert, K. Ladwig, H. Gündel","doi":"10.1055/s-0041-111543","DOIUrl":"https://doi.org/10.1055/s-0041-111543","url":null,"abstract":"Arbeitsbedingte Stressoren wirken sich auf die Gesundheit von Arbeitnehmern aus. Arbeitsunsicherheit, die Ungewissheit in Bezug auf einen unfreiwilligen Arbeitsplatzverlust (quantitative Arbeitsunsicherheit) oder einer unfreiwilligen Veränderung der Arbeitsbedingungen (qualitative Arbeitsunsicherheit) gilt als ein solcher arbeitsbedingter Stressor. Durch die Zunahme an befristeten Arbeitsverhältnissen und eine wachsende Zahl an Veränderungen innerhalb von Organisationen wächst auch die Zahl der verunsicherten Arbeitnehmer. In einer Befragung zu Arbeitsbedingungen in der Europäischen Union aus dem Jahr 2010 berichteten 16 % der Befragten Arbeitsunsicherheit. Eine Fülle an empirischen Arbeiten hat einen Zusammenhang zwischen Arbeitsunsicherheit und seelischer (z. B. Depression) sowie körperlicher (z. B. koronare Herzerkrankungen) Gesundheit festgestellt. Bislang fehlen jedoch erprobte Interventionsansätze zur Reduktion von Arbeitsunsicherheit und deren gesundheitlichen Folgen. Neben Grundlagen zu Arbeitsunsicherheit werden hier mögliche Ansatzpunkte der Verhältnis- und Verhaltensprävention, sowie moderierende Faktoren in der Beziehung zwischen Arbeitsunsicherheit und Gesundheit, dargelegt.","PeriodicalId":101734,"journal":{"name":"Klinikarzt – Medizin im Krankenhaus","volume":"239 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"2016-01-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"132982340","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}