Der Beitrag untersucht Teile des Prosawerks von Wolfdietrich Schnurre (1920–89) aus der kombinierten Perspektive von Zookritik und Holocaust-Studien. Er stützt sich auf Anna Barczs Konzept des ‘verletzlichen Realismus’ und postuliert eine Analogie zwischen den Juden, die das Ziel des Vernichtungsprogramms der Nazis waren und denen es schwerfiel, ihr Leiden in der Sprache der empirischen Geschichtsschreibung zu artikulieren, und den Tieren, die aus dem ‘menschlichen’ System von Gesetzen und moralischen Rechten ausgeschlossen sind und die daher keine Möglichkeit haben, ihre erlittene Unterdrückung zum Ausdruck zu bringen. Im Aufsatz wird jedoch behauptet, dass Schnurres Kurzgeschichten – ‘Die Tat’, ‘Der Verrat’ und ‘Das Manöver’ (1958) – Tiere nicht als stumme und hilflose Opfer darstellen, sondern diesen nichtmenschlichen Protagonisten moralische Entscheidungsfreiheit verleihen, sodass sie fähig sind, ihren Unterdrückern Widerstand zu leisten. In Verbindung mit Schnurres Holocaust-Roman ‘Ein Unglücksfall’ (1981) und im Lichte der systematischen Darstellung der Verstrickung von Tier und Mensch im Werk dieses Autors, können diese Geschichten als subtile Auseinandersetzung mit dem Vorwurf der angeblichen jüdischen Passivität während der Nazizeit interpretiert werden.
{"title":"‘LIKE SHEEP TO THE SLAUGHTER’: ANIMAL AGENCY AND ECHOES OF THE HOLOCAUST IN WOLFDIETRICH SCHNURRE'S WRITING","authors":"Helena Duffy","doi":"10.1111/glal.12425","DOIUrl":"https://doi.org/10.1111/glal.12425","url":null,"abstract":"<p>Der Beitrag untersucht Teile des Prosawerks von Wolfdietrich Schnurre (1920–89) aus der kombinierten Perspektive von Zookritik und Holocaust-Studien. Er stützt sich auf Anna Barczs Konzept des ‘verletzlichen Realismus’ und postuliert eine Analogie zwischen den Juden, die das Ziel des Vernichtungsprogramms der Nazis waren und denen es schwerfiel, ihr Leiden in der Sprache der empirischen Geschichtsschreibung zu artikulieren, und den Tieren, die aus dem ‘menschlichen’ System von Gesetzen und moralischen Rechten ausgeschlossen sind und die daher keine Möglichkeit haben, ihre erlittene Unterdrückung zum Ausdruck zu bringen. Im Aufsatz wird jedoch behauptet, dass Schnurres Kurzgeschichten – ‘Die Tat’, ‘Der Verrat’ und ‘Das Manöver’ (1958) – Tiere nicht als stumme und hilflose Opfer darstellen, sondern diesen nichtmenschlichen Protagonisten moralische Entscheidungsfreiheit verleihen, sodass sie fähig sind, ihren Unterdrückern Widerstand zu leisten. In Verbindung mit Schnurres Holocaust-Roman ‘Ein Unglücksfall’ (1981) und im Lichte der systematischen Darstellung der Verstrickung von Tier und Mensch im Werk dieses Autors, können diese Geschichten als subtile Auseinandersetzung mit dem Vorwurf der angeblichen jüdischen Passivität während der Nazizeit interpretiert werden.</p>","PeriodicalId":54012,"journal":{"name":"GERMAN LIFE AND LETTERS","volume":"77 4","pages":"491-513"},"PeriodicalIF":0.2,"publicationDate":"2024-08-22","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"142123157","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":3,"RegionCategory":"文学","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Anhand ausgewählter Werke der Vormärzschriftstellerin Luise Mühlbach soll in diesem Beitrag untersucht werden, inwieweit sich die Postulate der Schriftstellerin mit dem Bild ihrer Protagonistinnen decken. Diese Frage erscheint umso interessanter, als Mühlbach sich sozial und politisch engagierte, Gesellschaftskritik übte und für die Veränderung der Lage der Frau plädierte. Die Umbrüche im sozialen und politischen Bereich des 19. Jahrhunderts ermöglichten es Mühlbach, emanzipatorische Inhalte in ihre Werke einzubeziehen. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Darstellung der Protagonistinnen. Darüber hinaus wird die Frage aufgeworfen, ob die Frauenfiguren ihre im Leben eingenommene Rolle akzeptieren, oder ob sie in der Lage sind, gegen die männliche Herrschaft zu protestieren und sich damit zu emanzipieren.
{"title":"ERTRÄUMTE RÄUME DER FREIHEIT: LUISE MÜHLBACHS PROTAGONISTINNEN ZWISCHEN REALITÄT UND WUNSCHVORSTELLUNG","authors":"Magdalena Popławska","doi":"10.1111/glal.12422","DOIUrl":"10.1111/glal.12422","url":null,"abstract":"<p>Anhand ausgewählter Werke der Vormärzschriftstellerin Luise Mühlbach soll in diesem Beitrag untersucht werden, inwieweit sich die Postulate der Schriftstellerin mit dem Bild ihrer Protagonistinnen decken. Diese Frage erscheint umso interessanter, als Mühlbach sich sozial und politisch engagierte, Gesellschaftskritik übte und für die Veränderung der Lage der Frau plädierte. Die Umbrüche im sozialen und politischen Bereich des 19. Jahrhunderts ermöglichten es Mühlbach, emanzipatorische Inhalte in ihre Werke einzubeziehen. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Darstellung der Protagonistinnen. Darüber hinaus wird die Frage aufgeworfen, ob die Frauenfiguren ihre im Leben eingenommene Rolle akzeptieren, oder ob sie in der Lage sind, gegen die männliche Herrschaft zu protestieren und sich damit zu emanzipieren.</p>","PeriodicalId":54012,"journal":{"name":"GERMAN LIFE AND LETTERS","volume":"77 3","pages":"348-367"},"PeriodicalIF":0.2,"publicationDate":"2024-06-20","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"141500718","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":3,"RegionCategory":"文学","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Die revolutionären Umwälzungen von 1848/49, die Otto-Peters hier anspricht, repräsentieren einen epochalen Höhepunkt der soziohistorischen Wandlungsprozesse, die das 19. Jahrhundert geprägt und zugleich die Grundlagen für die demokratischen Gesellschaften unserer Gegenwart gestiftet haben.2 Die Aufhebung des alten, die Souveränität des Menschen beschränkenden Systems zugunsten einer neuen, an den Prinzipien der Demokratie und der Achtung des Individuums orientierten Ordnung markiert ein radikales Umdenken. Dass dabei ausgerechnet die Frauenemanzipation, anders als etwa die rechtliche Gleichstellung von Jüdinnen und Juden,3 keine Berücksichtigung erfuhr,4 war ein Affront angesichts des Anerkennungskampfes vieler aktiv an den Erhebungen und Debatten beteiligter Frauen. Denn tatsächlich wirkten Frauen im unmittelbaren Barrikadenkampf ebenso wie intellektuell an der visionären Umgestaltung mit, die nicht allein Otto-Peters als eine Chance in jenem emanzipatorischen Kampf ansah, den sie und ihre Zeitgenossinnen bereits seit Jahrzehnten verfolgten. Frauen nahmen im 19. Jahrhundert indes nicht nur Anteil an einer epochalen Umschreibung von Geschichte im Zeichen der Emanzipation, sie schrieben sich auch in einer zunehmend sichtbaren Weise in die Literaturgeschichte der Epoche ein. Zeitraum dieser Entwicklung ist die Phase vom ausgehenden 18. Jahrhundert bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts, welche das vorliegende Heft in den Fokus rückt. Damit einher geht die produktive Inanspruchnahme von drei Schlüsselaspekten. Die folgenden Beiträge eröffnen (1) eine Perspektive auf generationelle Zusammenhänge über real- wie literaturgeschichtliche Epochenkategorien hinweg. Nicht Aufklärung, Klassik, Romantik und Vormärz sind hierbei die leitenden Begriffe, sondern die generationellen Zusammenhänge, die Frauen im untersuchten Zeitraum untereinander herstellten und wahrnahmen. Dabei wird (2) eine Ausdifferenzierung von Formen der politisierten Partizipation, von Handlungsfeldern und Handlungsmodi möglich, für die wir im Folgenden die Unterscheidung von öffentlich-kämpferischem Aktivismus und einem eher individualistischen und oft erst nachträglich eigentlich zu würdigenden Engagement vorschlagen. Schließlich (3) nehmen die hier versammelten Einzelstudien Anteil an einer kritischen Revision von Kanonisierungsprozessen, welche als notwendige Voraussetzung erscheint, um das schriftstellerische Schaffen von Frauen wieder sichtbar zu machen. Es geht dabei um eine neue Perspektive auf die Schreibformen und Genres, die Frauen eine Mitsprache ermöglicht haben, aber auch von Frauen zur Mitsprache genutzt wurden.5 Hierzu zählt die Anerkennung der in der Epoche so populären Briefromane, der Korrespondenzen selbst sowie von oft als ‘trivial’ abgetanen Genres etwa des Unterhaltungsromans oder der Zeitungskolumne. Hierfür spricht gerade die große Verbreitung und Popularität solcher Werke, die Schriftstellerinnen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts – darunter Id
{"title":"EINFÜHRUNG. DYNAMIKEN DES ÜBERGANGS IM WERK VON SCHRIFTSTELLERINNEN DER GENERATION UM 1800 UND DES VORMÄRZ: KONTINUITÄTEN UND BRÜCHE","authors":"Andree Michaelis-König, Jadwiga Kita-Huber, Renata Dampc-Jarosz","doi":"10.1111/glal.12419","DOIUrl":"10.1111/glal.12419","url":null,"abstract":"<p>Die revolutionären Umwälzungen von 1848/49, die Otto-Peters hier anspricht, repräsentieren einen epochalen Höhepunkt der soziohistorischen Wandlungsprozesse, die das 19. Jahrhundert geprägt und zugleich die Grundlagen für die demokratischen Gesellschaften unserer Gegenwart gestiftet haben.2 Die Aufhebung des alten, die Souveränität des Menschen beschränkenden Systems zugunsten einer neuen, an den Prinzipien der Demokratie und der Achtung des Individuums orientierten Ordnung markiert ein radikales Umdenken. Dass dabei ausgerechnet die Frauenemanzipation, anders als etwa die rechtliche Gleichstellung von Jüdinnen und Juden,3 keine Berücksichtigung erfuhr,4 war ein Affront angesichts des Anerkennungskampfes vieler aktiv an den Erhebungen und Debatten beteiligter Frauen. Denn tatsächlich wirkten Frauen im unmittelbaren Barrikadenkampf ebenso wie intellektuell an der visionären Umgestaltung mit, die nicht allein Otto-Peters als eine Chance in jenem emanzipatorischen Kampf ansah, den sie und ihre Zeitgenossinnen bereits seit Jahrzehnten verfolgten. Frauen nahmen im 19. Jahrhundert indes nicht nur Anteil an einer epochalen Umschreibung von Geschichte im Zeichen der Emanzipation, sie schrieben sich auch in einer zunehmend sichtbaren Weise in die Literaturgeschichte der Epoche ein. Zeitraum dieser Entwicklung ist die Phase vom ausgehenden 18. Jahrhundert bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts, welche das vorliegende Heft in den Fokus rückt. Damit einher geht die produktive Inanspruchnahme von drei Schlüsselaspekten. Die folgenden Beiträge eröffnen (1) eine Perspektive auf generationelle Zusammenhänge über real- wie literaturgeschichtliche Epochenkategorien hinweg. Nicht Aufklärung, Klassik, Romantik und Vormärz sind hierbei die leitenden Begriffe, sondern die generationellen Zusammenhänge, die Frauen im untersuchten Zeitraum untereinander herstellten und wahrnahmen. Dabei wird (2) eine Ausdifferenzierung von Formen der politisierten Partizipation, von Handlungsfeldern und Handlungsmodi möglich, für die wir im Folgenden die Unterscheidung von öffentlich-kämpferischem <i>Aktivismus</i> und einem eher individualistischen und oft erst nachträglich eigentlich zu würdigenden <i>Engagement</i> vorschlagen. Schließlich (3) nehmen die hier versammelten Einzelstudien Anteil an einer kritischen Revision von Kanonisierungsprozessen, welche als notwendige Voraussetzung erscheint, um das schriftstellerische Schaffen von Frauen wieder sichtbar zu machen. Es geht dabei um eine neue Perspektive auf die Schreibformen und Genres, die Frauen eine Mitsprache ermöglicht haben, aber auch von Frauen zur Mitsprache genutzt wurden.5 Hierzu zählt die Anerkennung der in der Epoche so populären Briefromane, der Korrespondenzen selbst sowie von oft als ‘trivial’ abgetanen Genres etwa des Unterhaltungsromans oder der Zeitungskolumne. Hierfür spricht gerade die große Verbreitung und Popularität solcher Werke, die Schriftstellerinnen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts – darunter Id","PeriodicalId":54012,"journal":{"name":"GERMAN LIFE AND LETTERS","volume":"77 3","pages":"277-296"},"PeriodicalIF":0.2,"publicationDate":"2024-06-10","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1111/glal.12419","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"141366205","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":3,"RegionCategory":"文学","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"OA","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Louise Aston's work during the 1840s is usually read within the context of the author's life and biography. This paper differs from this reading. Instead, I explore the extent to which a reading fixated on the author's life runs the risk of overlooking the perspective of behaviours and gender roles that Aston portrayed in her fictional worlds. Using Aston's poem cycle Wilde Rosen (1846), her 1846 pamphlet Meine Emancipation, Verweisung und Rechtfertigung and the three novels Aus dem Leben einer Frau (1847), Lydia (1848) and Revolution und Contrerevolution (1850), I analyse some of the central motifs of her work. Furthermore, I examine Aston's analysis of socio-economic violence against women and the intersectional perspective in the context of the situation of the proletarian workers of her time. Finally, my focus lies on Aston's gender practices, as can be seen particularly in her character Alice von Rosen. It is precisely Aston's intersectional connection between gender, and sexual and socio-economic violence that make her literary works so intriguing up to this day.
路易丝-阿斯顿在 19 世纪 40 年代的作品通常是在作者生平和传记的背景下进行解读的。本文不同于这种解读。相反,我将探讨专注于作者生平的解读在多大程度上有可能忽略阿斯顿在其虚构世界中所描绘的行为视角和性别角色。通过阿斯顿的诗集《王尔德-罗森》(Wilde Rosen,1846 年)、1846 年的小册子《我的解放》(Meine Emancipation, Verweisung und Rechtfertigung)以及三部小说《一个女人的生活》(Aus dem Leben einer Frau,1847 年)、《莉迪亚》(Lydia,1848 年)和《革命与反革命》(Revolution und Contrerevolution,1850 年),我分析了她作品中的一些核心主题。此外,我还结合阿斯顿所处时代无产阶级工人的境况,研究了她对针对妇女的社会经济暴力的分析以及交叉视角。最后,我将重点放在阿斯顿的性别实践上,尤其是从她笔下的人物爱丽丝-冯-罗森(Alice von Rosen)身上可以看出这一点。正是阿斯顿在性别、性暴力和社会经济暴力之间的交叉联系,使她的文学作品至今仍耐人寻味。
{"title":"LITERARISCHE VISIONEN EMANZIPIERTEN HANDELNS: EMANZIPATIONSPOLITISCHE ZUSAMMENHÄNGE IM WERK LOUISE ASTONS","authors":"Andree Michaelis-König","doi":"10.1111/glal.12421","DOIUrl":"10.1111/glal.12421","url":null,"abstract":"<p>Louise Aston's work during the 1840s is usually read within the context of the author's life and biography. This paper differs from this reading. Instead, I explore the extent to which a reading fixated on the author's life runs the risk of overlooking the perspective of behaviours and gender roles that Aston portrayed in her fictional worlds. Using Aston's poem cycle <i>Wilde Rosen</i> (1846), her 1846 pamphlet <i>Meine Emancipation, Verweisung und Rechtfertigung</i> and the three novels <i>Aus dem Leben einer Frau</i> (1847), <i>Lydia</i> (1848) and <i>Revolution und Contrerevolution</i> (1850), I analyse some of the central motifs of her work. Furthermore, I examine Aston's analysis of socio-economic violence against women and the intersectional perspective in the context of the situation of the proletarian workers of her time. Finally, my focus lies on Aston's gender practices, as can be seen particularly in her character Alice von Rosen. It is precisely Aston's intersectional connection between gender, and sexual and socio-economic violence that make her literary works so intriguing up to this day.</p>","PeriodicalId":54012,"journal":{"name":"GERMAN LIFE AND LETTERS","volume":"77 3","pages":"402-422"},"PeriodicalIF":0.2,"publicationDate":"2024-06-06","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1111/glal.12421","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"141377551","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":3,"RegionCategory":"文学","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"OA","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
In addition to her literary activities, the writer Helmina von Chézy (1783–1856) was committed to the emancipation of women throughout her life. She took a public stand on women's literary activity, participated in anthology and journal projects and wrote portraits of women in various genres. Among her correspondents was Amalie Struve (1824–62), a writer of the 1848/49 revolution who was two generations younger and who came into contact with the women's rights movement in America during her exile. The article explores the extent to which Chézy's Nachlass in the Varnhagen Collection provides new insights into the emancipation of women before and immediately after the revolution. Chézy's previously unpublished portrait of Amalia Schoppe (1783–1858), who also belonged to her network, is examined more closely. To what extent can conclusions be drawn from these texts about the state of the public debate on women writers in Germany? What is innovative about their contribution? The second part deals with Amalie Struve's letters to Chézy from the time of her move to the USA. To what extent do they shed new light on Chézy as a writer of radical change as well as on Struve's emancipatory commitment? To what extent does a generational transition become clear here?
{"title":"(UN)EINIG? GENERATIONEN VON SCHRIFTSTELLERINNEN IM DIALOG ÜBER DIE EMANZIPATION VON FRAUEN: HELMINA VON CHÉZY, AMALIA SCHOPPE UND AMALIE STRUVE*","authors":"Jadwiga Kita-Huber","doi":"10.1111/glal.12413","DOIUrl":"10.1111/glal.12413","url":null,"abstract":"<p>In addition to her literary activities, the writer Helmina von Chézy (1783–1856) was committed to the emancipation of women throughout her life. She took a public stand on women's literary activity, participated in anthology and journal projects and wrote portraits of women in various genres. Among her correspondents was Amalie Struve (1824–62), a writer of the 1848/49 revolution who was two generations younger and who came into contact with the women's rights movement in America during her exile. The article explores the extent to which Chézy's <i>Nachlass</i> in the Varnhagen Collection provides new insights into the emancipation of women before and immediately after the revolution. Chézy's previously unpublished portrait of Amalia Schoppe (1783–1858), who also belonged to her network, is examined more closely. To what extent can conclusions be drawn from these texts about the state of the public debate on women writers in Germany? What is innovative about their contribution? The second part deals with Amalie Struve's letters to Chézy from the time of her move to the USA. To what extent do they shed new light on Chézy as a writer of radical change as well as on Struve's emancipatory commitment? To what extent does a generational transition become clear here?</p>","PeriodicalId":54012,"journal":{"name":"GERMAN LIFE AND LETTERS","volume":"77 3","pages":"297-314"},"PeriodicalIF":0.2,"publicationDate":"2024-06-03","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1111/glal.12413","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"141270339","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":3,"RegionCategory":"文学","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"OA","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Louise Otto-Peters (1819–95) worked as a political activist, women's rights activist, publicist and writer in the turbulent decades before and after the March Revolution of 1848. These pursuits were closely linked, since Louise Otto, who came from middle-class liberal circles, commented on social grievances and developments in her newspaper articles, novels and poems. This also applies to the poem ‘Einst und Jetzt’, written between 1840 and 1850, which is hermeneutically examined in this article. As the title suggests, the text outlines the dichotomy of past and present or future. The poem, in which the arrival of the railway is a symbol of industrial change, focuses on the contrast between the old, peaceful world and the new world with its noise, faster speed and growth. A young man is drawn into the new world, while his beloved stays at home and is excluded from the innovation resulting from social and industrial upheaval. I examine the poem according to the following questions: What perspectives on the Industrial Revolution and its consequences are expressed and how? In what ways is the poem a feminist text? And where does the poem sit in terms of Louise Otto-Peters’ literary-political background?
{"title":"AMBIVALENTE LYRISCHE PERSPEKTIVEN AUF DIE INDUSTRIELLE REVOLUTION BY LOUISE OTTO-PETERS","authors":"Alexandra Huth","doi":"10.1111/glal.12420","DOIUrl":"10.1111/glal.12420","url":null,"abstract":"<p>Louise Otto-Peters (1819–95) worked as a political activist, women's rights activist, publicist and writer in the turbulent decades before and after the March Revolution of 1848. These pursuits were closely linked, since Louise Otto, who came from middle-class liberal circles, commented on social grievances and developments in her newspaper articles, novels and poems. This also applies to the poem ‘Einst und Jetzt’, written between 1840 and 1850, which is hermeneutically examined in this article. As the title suggests, the text outlines the dichotomy of past and present or future. The poem, in which the arrival of the railway is a symbol of industrial change, focuses on the contrast between the old, peaceful world and the new world with its noise, faster speed and growth. A young man is drawn into the new world, while his beloved stays at home and is excluded from the innovation resulting from social and industrial upheaval. I examine the poem according to the following questions: What perspectives on the Industrial Revolution and its consequences are expressed and how? In what ways is the poem a feminist text? And where does the poem sit in terms of Louise Otto-Peters’ literary-political background?</p>","PeriodicalId":54012,"journal":{"name":"GERMAN LIFE AND LETTERS","volume":"77 3","pages":"368-383"},"PeriodicalIF":0.2,"publicationDate":"2024-05-31","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1111/glal.12420","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"141189475","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":3,"RegionCategory":"文学","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"OA","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
In the time preceding, during, and following the revolution in France, Germany, and other European nations in 1848/49, numerous women writers actively participated in the fight for freedom and democracy. However, their involvement manifested in diverse forms. Besides the women categorised as ‘activist’ writers, there were others whose ‘engagement’ was less overt and public. Nevertheless, they too contributed through their writing and ideological alignment with the progressive political movements of their era. This article describes such subversive forms of engagement, using Fanny Tarnow and her correspondence with Karl August Varnhagen von Ense from 1833 to 1849 as a focal point for analysis. Central to this analytical framework is the notion of a dialogical exchange through letters, which served as a cornerstone for both Tarnow and Varnhagen in comprehending their socio-political roles as mature writers navigating a new era's political landscape and community.
在 1848/49 年法国、德国和其他欧洲国家发生革命之前、期间和之后的时间里,众多女作家积极参与了争取自由和民主的斗争。不过,她们的参与形式多种多样。除了被归类为 "活动家 "的女作家之外,还有一些女作家的 "参与 "并不那么公开和公开。尽管如此,她们也通过写作和在意识形态上与那个时代的进步政治运动保持一致做出了贡献。本文以范妮-塔尔诺 (Fanny Tarnow) 和她与卡尔-奥古斯特-范哈根-冯-恩斯 (Karl August Varnhagen von Ense) 在 1833 至 1849 年间的通信为分析焦点,描述了这种颠覆性的参与形式。这一分析框架的核心是通过书信进行对话交流的概念,这一概念是塔尔诺和瓦尔哈根理解他们作为成熟作家在新时代的政治格局和社会中扮演的社会政治角色的基石。
{"title":"ENGAGEMENT IN BRIEFEN: FANNY TARNOWS TEILHABE AN DEN EREIGNISSEN VON 1848/49 ANHAND IHRER KORRESPONDENZ AUS DEN 1830ER UND 1840ER JAHREN","authors":"Renata Dampc-Jarosz","doi":"10.1111/glal.12418","DOIUrl":"10.1111/glal.12418","url":null,"abstract":"<p>In the time preceding, during, and following the revolution in France, Germany, and other European nations in 1848/49, numerous women writers actively participated in the fight for freedom and democracy. However, their involvement manifested in diverse forms. Besides the women categorised as ‘activist’ writers, there were others whose ‘engagement’ was less overt and public. Nevertheless, they too contributed through their writing and ideological alignment with the progressive political movements of their era. This article describes such subversive forms of engagement, using Fanny Tarnow and her correspondence with Karl August Varnhagen von Ense from 1833 to 1849 as a focal point for analysis. Central to this analytical framework is the notion of a dialogical exchange through letters, which served as a cornerstone for both Tarnow and Varnhagen in comprehending their socio-political roles as mature writers navigating a new era's political landscape and community.</p>","PeriodicalId":54012,"journal":{"name":"GERMAN LIFE AND LETTERS","volume":"77 3","pages":"315-331"},"PeriodicalIF":0.2,"publicationDate":"2024-05-28","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1111/glal.12418","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"141189608","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":3,"RegionCategory":"文学","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"OA","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Rosa Maria Assing, born in 1783, belonged to a generation of female authors whose prominence and influence began to wane around 1830. As hostess of an important literary salon in Hamburg, she had had contact with numerous authors of the younger generation since the 1820s, including Heinrich Heine, Karl Gutzkow, Theodor Mundt and Ludwig Wihl. At the same time, she remained faithful to her old literary friends, including the representatives of the so-called Swabian School of Poets, primarily Ludwig Uhland and Justinus Kerner. This article traces Assing's contact with authors associated with the ‘Vormärz’ and ‘Young Germany’, focusing on her friendship with Heinrich Heine. This leads to conclusions concerning not only the relationship between older and younger contributors to the literary scene of the time but also the generational shift towards the ‘Vormärz’ in general.
Die 1783 geborene Rosa Maria Assing gehörte zu einer Generation von literarisch aktiven Akteur*innen, deren Bedeutung und Wirkung um 1830 zu schwinden begannen. Als Gastgeberin eines bedeutenden literarischen Salons in Hamburg stand sie jedoch seit den 1820er Jahren mit zahlreichen Autoren jüngerer Generation in Verbindung, darunter mit Heinrich Heine, Karl Gutzkow, Theodor Mundt, und Ludwig Wihl. Zugleich blieb sie ihren alten literarischen Freundschaften treu, darunter zu den Vertretern der sogenannten Schwäbischen Dichterschule, mit Ludwig Uhland und Justinus Kerner an der Spitze. Der vorliegende Beitrag geht diesen Kontakten Assings zu den mit dem Vormärz und Jungen Deutschland assoziierten Autor*innen auf die Spur. Im Vordergrund stehen exemplarisch ihre Kontakte zu Heinrich Heine. An diesem Beispiel lassen sich nämlich nicht nur Aussagen über das Verhältnis zwischen älteren und jüngeren Akteuren und Akteurinnen der literarischen Szene von damals treffen, sondern auch der allgemeine Umbruch der Generationen hin zum Vormärz ablesen.
{"title":"‘DAS JUNGE DEUTSCHLAND INTERESSIRT MICH SEHRʼ: ROSA MARIA ASSING UND DER GENERATIONELLE UMBRUCH UM 1830 IM SPIEGEL IHRER BRIEFE UND DIARISTIK AUS DER SAMMLUNG VARNHAGEN","authors":"Paweł Zarychta","doi":"10.1111/glal.12411","DOIUrl":"10.1111/glal.12411","url":null,"abstract":"<p>Rosa Maria Assing, born in 1783, belonged to a generation of female authors whose prominence and influence began to wane around 1830. As hostess of an important literary salon in Hamburg, she had had contact with numerous authors of the younger generation since the 1820s, including Heinrich Heine, Karl Gutzkow, Theodor Mundt and Ludwig Wihl. At the same time, she remained faithful to her old literary friends, including the representatives of the so-called Swabian School of Poets, primarily Ludwig Uhland and Justinus Kerner. This article traces Assing's contact with authors associated with the ‘Vormärz’ and ‘Young Germany’, focusing on her friendship with Heinrich Heine. This leads to conclusions concerning not only the relationship between older and younger contributors to the literary scene of the time but also the generational shift towards the ‘Vormärz’ in general.</p><p>Die 1783 geborene Rosa Maria Assing gehörte zu einer Generation von literarisch aktiven Akteur*innen, deren Bedeutung und Wirkung um 1830 zu schwinden begannen. Als Gastgeberin eines bedeutenden literarischen Salons in Hamburg stand sie jedoch seit den 1820er Jahren mit zahlreichen Autoren jüngerer Generation in Verbindung, darunter mit Heinrich Heine, Karl Gutzkow, Theodor Mundt, und Ludwig Wihl. Zugleich blieb sie ihren alten literarischen Freundschaften treu, darunter zu den Vertretern der sogenannten Schwäbischen Dichterschule, mit Ludwig Uhland und Justinus Kerner an der Spitze. Der vorliegende Beitrag geht diesen Kontakten Assings zu den mit dem Vormärz und Jungen Deutschland assoziierten Autor*innen auf die Spur. Im Vordergrund stehen exemplarisch ihre Kontakte zu Heinrich Heine. An diesem Beispiel lassen sich nämlich nicht nur Aussagen über das Verhältnis zwischen älteren und jüngeren Akteuren und Akteurinnen der literarischen Szene von damals treffen, sondern auch der allgemeine Umbruch der Generationen hin zum Vormärz ablesen.</p>","PeriodicalId":54012,"journal":{"name":"GERMAN LIFE AND LETTERS","volume":"77 3","pages":"332-347"},"PeriodicalIF":0.2,"publicationDate":"2024-05-23","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"141105244","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":3,"RegionCategory":"文学","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
The following article compares two novels whose plots are set during the March Revolution of 1848. Berlin und Breslau, 1847–49 is the novel debut of Max Ring, a now largely forgotten writer and doctor of Jewish origin who came from Upper Silesia and became the author of numerous stories, novels and non-fiction books in the second half of the nineteenth century. He often uses the location of Berlin. In the novel Revolution und Contrerevolution, Louise Aston – poet, author and women's rights activist from Gröningen – deals with revolutionary issues. Both books were published in 1849, at a time when the consequences of these events for the future were not yet entirely foreseeable. Both Aston and Ring were supporters of the revolution. In this paper, the perspectives and views of their characters or narrators as well as the issues of narrative strategies and focalisation are analysed and discussed. Of importance here are not only the gender-specific differences between Louise Aston and Max Ring, but primarily, in addition to similarities such as generational affiliation, the differences in their literary expression and the articulation of their political views.
Im folgenden Beitrag werden zwei Romane einem Vergleich unterzogen, deren Handlung während der Märzrevolution von 1848 spielt. Berlin und Breslau, 1847–49 ist das Romandebüt von Max Ring, einem heute weitgehend vergessenen Schriftsteller und Arzt jüdischer Herkunft, der aus Oberschlesien stammte und in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Autor zahlreicher Erzählungen, Romane und Sachbücher wurde, welche oftmals Berlin als Schauplatz haben. Im Roman Revolution und Contrerevolution behandelte wiederum Louise Aston, Dichterin, Autorin und Frauenrechtlerin aus Gröningen, die revolutionäre Problematik. Beide Bücher sind 1849 erschienen, zu einem Zeitpunkt also, zu dem die Folgen dieser Ereignisse für die Zukunft noch nicht ganz abzusehen waren. Sowohl Aston als auch Ring waren Anhänger*innen der Revolution. Die Sichtweisen und Ansichten ihrer Figuren bzw. Erzähler*innen werden in diesem Beitrag ebenso einer Analyse unterzogen, wie Fragen der narrativen Strategien und der Fokalisierung erörtert werden. Von Bedeutung sind hierbei nicht ausschließlich geschlechterspezifische Unterschiede zwischen Louise Aston und Max Ring, sondern in erster Linie, neben Ähnlichkeiten wie der generationellen Zugehörigkeit, die verschiedene literarische Umsetzung und Akzentuierung ihrer politischen Ansichten.
{"title":"ZWEI ‘ACHTUNDVIERZIGER VON ALTEM SCHROT UND KORNʼ SCHREIBEN ÜBER DEN VÖLKERFRÜHLING: LOUISE ASTON, MAX RING UND IHRE DARSTELLUNG DER MÄRZREVOLUTION","authors":"Marek Krisch","doi":"10.1111/glal.12412","DOIUrl":"10.1111/glal.12412","url":null,"abstract":"<p>The following article compares two novels whose plots are set during the March Revolution of 1848. <i>Berlin und Breslau, 1847–49</i> is the novel debut of Max Ring, a now largely forgotten writer and doctor of Jewish origin who came from Upper Silesia and became the author of numerous stories, novels and non-fiction books in the second half of the nineteenth century. He often uses the location of Berlin. In the novel <i>Revolution und Contrerevolution</i>, Louise Aston – poet, author and women's rights activist from Gröningen – deals with revolutionary issues. Both books were published in 1849, at a time when the consequences of these events for the future were not yet entirely foreseeable. Both Aston and Ring were supporters of the revolution. In this paper, the perspectives and views of their characters or narrators as well as the issues of narrative strategies and focalisation are analysed and discussed. Of importance here are not only the gender-specific differences between Louise Aston and Max Ring, but primarily, in addition to similarities such as generational affiliation, the differences in their literary expression and the articulation of their political views.</p><p>Im folgenden Beitrag werden zwei Romane einem Vergleich unterzogen, deren Handlung während der Märzrevolution von 1848 spielt. <i>Berlin und Breslau, 1847–49</i> ist das Romandebüt von Max Ring, einem heute weitgehend vergessenen Schriftsteller und Arzt jüdischer Herkunft, der aus Oberschlesien stammte und in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Autor zahlreicher Erzählungen, Romane und Sachbücher wurde, welche oftmals Berlin als Schauplatz haben. Im Roman <i>Revolution und Contrerevolution</i> behandelte wiederum Louise Aston, Dichterin, Autorin und Frauenrechtlerin aus Gröningen, die revolutionäre Problematik. Beide Bücher sind 1849 erschienen, zu einem Zeitpunkt also, zu dem die Folgen dieser Ereignisse für die Zukunft noch nicht ganz abzusehen waren. Sowohl Aston als auch Ring waren Anhänger*innen der Revolution. Die Sichtweisen und Ansichten ihrer Figuren bzw. Erzähler*innen werden in diesem Beitrag ebenso einer Analyse unterzogen, wie Fragen der narrativen Strategien und der Fokalisierung erörtert werden. Von Bedeutung sind hierbei nicht ausschließlich geschlechterspezifische Unterschiede zwischen Louise Aston und Max Ring, sondern in erster Linie, neben Ähnlichkeiten wie der generationellen Zugehörigkeit, die verschiedene literarische Umsetzung und Akzentuierung ihrer politischen Ansichten.</p>","PeriodicalId":54012,"journal":{"name":"GERMAN LIFE AND LETTERS","volume":"77 3","pages":"384-401"},"PeriodicalIF":0.2,"publicationDate":"2024-05-19","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"141124401","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":3,"RegionCategory":"文学","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Dieser Aufsatz bezieht sich auf eine textliche Besonderheit in Thomas Manns Roman Doktor Faustus und möchte das folgende Thema behandeln: die Rolle der Ketzerei im Roman, und die Frage, ob das Ketzerische durch die Kunst zugänglicher oder unzugänglicher wird als die Rechtgläubigkeit. Die Ketzerei und deren Gegenteil, die Rechtgläubigkeit oder ‘das Fromme’, wie Mann es meistens nennt, sind Formen des religiösen Denkens, die hier im übertragenen Sinne verwendet werden, um das geistige und intellektuelle Dilemma des modernen Künstlers darzustellen. Da Adrian Leverkühn Komponist ist, und der Leser Manns Beschreibung seiner Musik (durch den Erzähler Zeitblom) vertrauen muss, ist hier die These, dass ein Verständnis der Quellen der christlichen Ketzerei, auf die Leverkühn seine Kompositionen aufbaut, zum Verständnis der Natur seiner Musik und deren Beziehung zur künstlerischen Tradition, die sie gleichzeitig annimmt und ablehnt, notwendig ist. Der Aufsatz zeigt durch die Behandlung der Ketzerei in Dostojewskis bedeutendsten Romanen auch deren entscheidenden Einfluss auf Doktor Faustus auf. Schließlich wird noch eine weitere textliche Besonderheit betrachtet, die sich auf die Frage von Erlösung bezieht.
{"title":"HERESY AND ORTHODOXY: A TEXTUAL VARIANT IN THOMAS MANN'S DOKTOR FAUSTUS","authors":"Peter Eagles","doi":"10.1111/glal.12408","DOIUrl":"https://doi.org/10.1111/glal.12408","url":null,"abstract":"<p>Dieser Aufsatz bezieht sich auf eine textliche Besonderheit in Thomas Manns Roman <i>Doktor Faustus</i> und möchte das folgende Thema behandeln: die Rolle der Ketzerei im Roman, und die Frage, ob das Ketzerische durch die Kunst zugänglicher oder unzugänglicher wird als die Rechtgläubigkeit. Die Ketzerei und deren Gegenteil, die Rechtgläubigkeit oder ‘das Fromme’, wie Mann es meistens nennt, sind Formen des religiösen Denkens, die hier im übertragenen Sinne verwendet werden, um das geistige und intellektuelle Dilemma des modernen Künstlers darzustellen. Da Adrian Leverkühn Komponist ist, und der Leser Manns Beschreibung seiner Musik (durch den Erzähler Zeitblom) vertrauen muss, ist hier die These, dass ein Verständnis der Quellen der christlichen Ketzerei, auf die Leverkühn seine Kompositionen aufbaut, zum Verständnis der Natur seiner Musik und deren Beziehung zur künstlerischen Tradition, die sie gleichzeitig annimmt und ablehnt, notwendig ist. Der Aufsatz zeigt durch die Behandlung der Ketzerei in Dostojewskis bedeutendsten Romanen auch deren entscheidenden Einfluss auf <i>Doktor Faustus</i> auf. Schließlich wird noch eine weitere textliche Besonderheit betrachtet, die sich auf die Frage von Erlösung bezieht.</p>","PeriodicalId":54012,"journal":{"name":"GERMAN LIFE AND LETTERS","volume":"77 2","pages":"177-194"},"PeriodicalIF":0.2,"publicationDate":"2024-04-11","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"140546764","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":3,"RegionCategory":"文学","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}