Moritz M. Hollstein, Katharina K. Hahn, Prasad Dasari, Michael P. Schön, Timo Buhl
{"title":"Lebensmittelabhängige, belastungsinduzierte Anaphylaxie (FDEIA) durch Mais","authors":"Moritz M. Hollstein, Katharina K. Hahn, Prasad Dasari, Michael P. Schön, Timo Buhl","doi":"10.1111/ddg.15872_g","DOIUrl":"https://doi.org/10.1111/ddg.15872_g","url":null,"abstract":"","PeriodicalId":14758,"journal":{"name":"Journal Der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft","volume":"24 1","pages":"104-106"},"PeriodicalIF":3.8,"publicationDate":"2026-01-14","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"145993920","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":4,"RegionCategory":"医学","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Lynhda Nguyen, Christina Sorbe, Nikolaus Seeber, Stefan W. Schneider, Katharina Herberger
<p>Die Rosazea ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die vor allem die zentralen Gesichtspartien betrifft. Die berichtete Prävalenz variiert zwischen den Studien und reicht von unter 1% bis zu 22%.<span><sup>1</sup></span> Die Erkrankung weist verschiedene Phänotypen auf, von einem transienten und persistierenden Erythem über Teleangiektasien und entzündliche Läsionen bis hin zu phymatösen Veränderungen.<span><sup>2</sup></span> Zusätzlich können Patienten Beschwerden wie Juckreiz oder Brennen verspüren. Das auffällige Erscheinungsbild der Rosazea kann zudem das Selbstwertgefühl beeinträchtigen und sich negativ auf die Lebensqualität der Betroffenen auswirken.<span><sup>3</sup></span></p><p>Zur Behandlung der Rosazea stehen verschiedene Optionen zur Verfügung, darunter topische und systemische Medikamente, Laser- und energiebasierte Geräte (energy-based devices, EBDs) sowie Kombinationstherapien, insbesondere bei fortgeschrittenen Verläufen.<span><sup>4</sup></span> In den letzten Jahren haben sich Laser- und energiebasierte Therapien als bewährte Methoden zur Behandlung der Rosazea etabliert.<span><sup>4</sup></span> Diese Verfahren beruhen auf dem Prinzip der selektiven Photothermolyse, bei dem bestimmte Wellenlängen ausschließlich von den entsprechenden Zielchromophoren absorbiert werden.<span><sup>5</sup></span> Bei der Rosazea dienen Hämoglobin und Oxyhämoglobin als Zielchromophore: Hämoglobin weist Absorptionsspitzen bei 432 nm und 556 nm auf, während Oxyhämoglobin Absorptionsspitzen bei 414 nm, 542 nm und 576 nm hat.<span><sup>6</sup></span></p><p>Unter den Lasern und EBDs gelten gepulste Farbstofflaser (FSL) derzeit als Methode der Wahl zur Behandlung der Rosazea. Angesichts der Vielzahl verfügbarer Systeme zur Therapie gefäßbasierter Erkrankungen ist ein umfassender Vergleich erforderlich. Konventionelle Metaanalysen stoßen jedoch an ihre Grenzen, wenn es darum geht, mehrere Behandlungen gleichzeitig zu bewerten. Eine Netzwerk-Metaanalyse (NMA), die sowohl direkte als auch indirekte Vergleiche ermöglicht, bietet hierfür eine Lösung.</p><p>Nach unserem Kenntnisstand gibt es bislang keine Studien, die eine vergleichende Netzwerkanalyse energie- und laserbasierter Therapien zur Behandlung der Rosazea erstellt haben. Ziel dieser Studie ist es daher, die Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit aller verfügbaren Laser- und energiebasierten Behandlungen für die Rosazea systematisch zu evaluieren.</p><p>Diese systematische Übersichtsarbeit mit NMA bietet eine vergleichende Analyse der Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit verschiedener laser- und energiebasierter Behandlungen bei Rosazea auf Basis der bislang veröffentlichten RCTs.</p><p>Im Gegensatz zu systemischen und topischen medikamentösen Therapien zeigt unsere Analyse, dass die Evidenzlage zur Anwendung von Lasern und EBDs bei Rosazea bislang relativ unklar ist. Übereinstimmend weisen aktuelle Übersichtsarbeiten auf eine Evidenz mit niedriger bis mittlerer Sicherheit h
{"title":"Laser- und energiebasierte Systeme zur Behandlung der Rosazea – ein systematischer Review mit Netzwerk-Metaanalyse","authors":"Lynhda Nguyen, Christina Sorbe, Nikolaus Seeber, Stefan W. Schneider, Katharina Herberger","doi":"10.1111/ddg.15961_g","DOIUrl":"https://doi.org/10.1111/ddg.15961_g","url":null,"abstract":"<p>Die Rosazea ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die vor allem die zentralen Gesichtspartien betrifft. Die berichtete Prävalenz variiert zwischen den Studien und reicht von unter 1% bis zu 22%.<span><sup>1</sup></span> Die Erkrankung weist verschiedene Phänotypen auf, von einem transienten und persistierenden Erythem über Teleangiektasien und entzündliche Läsionen bis hin zu phymatösen Veränderungen.<span><sup>2</sup></span> Zusätzlich können Patienten Beschwerden wie Juckreiz oder Brennen verspüren. Das auffällige Erscheinungsbild der Rosazea kann zudem das Selbstwertgefühl beeinträchtigen und sich negativ auf die Lebensqualität der Betroffenen auswirken.<span><sup>3</sup></span></p><p>Zur Behandlung der Rosazea stehen verschiedene Optionen zur Verfügung, darunter topische und systemische Medikamente, Laser- und energiebasierte Geräte (energy-based devices, EBDs) sowie Kombinationstherapien, insbesondere bei fortgeschrittenen Verläufen.<span><sup>4</sup></span> In den letzten Jahren haben sich Laser- und energiebasierte Therapien als bewährte Methoden zur Behandlung der Rosazea etabliert.<span><sup>4</sup></span> Diese Verfahren beruhen auf dem Prinzip der selektiven Photothermolyse, bei dem bestimmte Wellenlängen ausschließlich von den entsprechenden Zielchromophoren absorbiert werden.<span><sup>5</sup></span> Bei der Rosazea dienen Hämoglobin und Oxyhämoglobin als Zielchromophore: Hämoglobin weist Absorptionsspitzen bei 432 nm und 556 nm auf, während Oxyhämoglobin Absorptionsspitzen bei 414 nm, 542 nm und 576 nm hat.<span><sup>6</sup></span></p><p>Unter den Lasern und EBDs gelten gepulste Farbstofflaser (FSL) derzeit als Methode der Wahl zur Behandlung der Rosazea. Angesichts der Vielzahl verfügbarer Systeme zur Therapie gefäßbasierter Erkrankungen ist ein umfassender Vergleich erforderlich. Konventionelle Metaanalysen stoßen jedoch an ihre Grenzen, wenn es darum geht, mehrere Behandlungen gleichzeitig zu bewerten. Eine Netzwerk-Metaanalyse (NMA), die sowohl direkte als auch indirekte Vergleiche ermöglicht, bietet hierfür eine Lösung.</p><p>Nach unserem Kenntnisstand gibt es bislang keine Studien, die eine vergleichende Netzwerkanalyse energie- und laserbasierter Therapien zur Behandlung der Rosazea erstellt haben. Ziel dieser Studie ist es daher, die Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit aller verfügbaren Laser- und energiebasierten Behandlungen für die Rosazea systematisch zu evaluieren.</p><p>Diese systematische Übersichtsarbeit mit NMA bietet eine vergleichende Analyse der Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit verschiedener laser- und energiebasierter Behandlungen bei Rosazea auf Basis der bislang veröffentlichten RCTs.</p><p>Im Gegensatz zu systemischen und topischen medikamentösen Therapien zeigt unsere Analyse, dass die Evidenzlage zur Anwendung von Lasern und EBDs bei Rosazea bislang relativ unklar ist. Übereinstimmend weisen aktuelle Übersichtsarbeiten auf eine Evidenz mit niedriger bis mittlerer Sicherheit h","PeriodicalId":14758,"journal":{"name":"Journal Der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft","volume":"24 1","pages":"24-33"},"PeriodicalIF":3.8,"publicationDate":"2026-01-14","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1111/ddg.15961_g","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"145970061","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":4,"RegionCategory":"医学","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"OA","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Raffaele Dante Caposiena Caro, Victoria Orlova, Nicola Di Meo, Iris Zalaudek
<p>Alopecia areata (AA) ist eine Haarausfall verursachende Autoimmunerkrankung ohne Narbenbildung, die durch plötzlichen, fleckförmigen und in der Regel asymptomatischen Haarausfall gekennzeichnet ist. Sie betrifft vor allem die Haarfollikel der Kopfhaut, kann sich jedoch auch auf die Körperbehaarung auswirken.<span><sup>1, 2</sup></span> AA betrifft etwa 2% der Gesamtbevölkerung.<span><sup>1, 2</sup></span> Allerdings wurden mehrere Subtypen der AA beschrieben, unter anderem umschriebene Alopezie, Alopecia totalis (AT), Alopecia universalis (AU), Ophiasis, Sisaipho, diffuse alopezie areata (DAA), Alopecia areata incognita (AAI) und Marie-Antoinette- und Thomas-More-Syndrome.<span><sup>1, 2</sup></span> Der Verlauf der AA ist variabel. Erste kahle Flecken können expandieren, zahlreicher werden oder innerhalb einiger Monate spontan unter Nachwachsen der Haare verschwinden. Bei 34–50% der Fälle findet innerhalb eines Jahres eine spontane Remission statt, obwohl es bei vielen Patienten zu Rezidiven kommt. Die Rezidivrate reicht von 30% bis 52%, wobei die meisten Rezidive (79%) innerhalb der ersten 4 Jahre auftreten.<span><sup>1, 2</sup></span> Bei etwa 14–25% der Patienten schreitet die Erkrankung zu AT oder AU fort und eine vollständige Wiederherstellung ist selten (< 10%).<span><sup>1, 2</sup></span></p><p>Bei AA kommt es häufig zu Nagelveränderungen. Dies gilt insbesondere für die schwereren Formen wie AU und AT. Diese Veränderungen sind oft geringfügig und asymptomatisch. Am häufigsten sind Tüpfelnägel und Trachyonychie, die jedoch oft übersehen werden. Die Prävalenz von Nagelanomalien bei Patienten mit AA wird wahrscheinlich unterschätzt. Die berichteten Raten reichen von 7% bis 66% bei einem geschätzten Mittelwert von etwa 30%.<span><sup>3</sup></span> Ein weiterer signifikanter Aspekt der AA sind die psychologischen Auswirkungen, die zu einem erhöhten Risiko für Stress, Angstzuständen und Depressionen führen. Insbesondere wurde gezeigt, dass AA die Wahrscheinlichkeit, eine schwere depressive Störung zu entwickeln, um 34% steigert. Darüber hinaus sind Suizidversuche bei Patienten mit AU und DAA am häufigsten.<span><sup>4</sup></span> So berichtete eine Studie von Suizidgedanken bei 60% der AU-Patienten, mehr als dreimal höher als bei Patienten mit umschriebener Alopezie (18%).<span><sup>4, 5</sup></span></p><p>Die Diagnose der AA erfolgt im Wesentlichen klinisch. Die Differentialdiagnosen umfassen Alopezien mit und ohne Narbenbildung sowie genetische Erkrankungen, die mit Haarausfall einhergehen.<span><sup>1, 2</sup></span> Umschriebene AA sollte von mehreren Erkrankungen wie Tinea capitis, Trichotillomanie, temporaler triangulärer Alopezie und vernarbenden Alopezien wie Lichen planopilaris (LPP) abgegrenzt werden. Bei Fällen mit Beteiligung des Stirnhaaransatzes oder Ophiasis, muss eine frontale fibrosierende Alopezie (FFA) – ein Subtyp von LPP – sorgfältig erwogen werden. Die FFA zeigt sich als bandförmige frontotemporale Alopezie mit Ver
{"title":"Analyse trichoskopischer Bilder mit tiefen neuronalen Netzen zur Diagnose und Aktivitätsbewertung von Alopecia areata – eine retrospektive Studie","authors":"Raffaele Dante Caposiena Caro, Victoria Orlova, Nicola Di Meo, Iris Zalaudek","doi":"10.1111/ddg.15847_g","DOIUrl":"https://doi.org/10.1111/ddg.15847_g","url":null,"abstract":"<p>Alopecia areata (AA) ist eine Haarausfall verursachende Autoimmunerkrankung ohne Narbenbildung, die durch plötzlichen, fleckförmigen und in der Regel asymptomatischen Haarausfall gekennzeichnet ist. Sie betrifft vor allem die Haarfollikel der Kopfhaut, kann sich jedoch auch auf die Körperbehaarung auswirken.<span><sup>1, 2</sup></span> AA betrifft etwa 2% der Gesamtbevölkerung.<span><sup>1, 2</sup></span> Allerdings wurden mehrere Subtypen der AA beschrieben, unter anderem umschriebene Alopezie, Alopecia totalis (AT), Alopecia universalis (AU), Ophiasis, Sisaipho, diffuse alopezie areata (DAA), Alopecia areata incognita (AAI) und Marie-Antoinette- und Thomas-More-Syndrome.<span><sup>1, 2</sup></span> Der Verlauf der AA ist variabel. Erste kahle Flecken können expandieren, zahlreicher werden oder innerhalb einiger Monate spontan unter Nachwachsen der Haare verschwinden. Bei 34–50% der Fälle findet innerhalb eines Jahres eine spontane Remission statt, obwohl es bei vielen Patienten zu Rezidiven kommt. Die Rezidivrate reicht von 30% bis 52%, wobei die meisten Rezidive (79%) innerhalb der ersten 4 Jahre auftreten.<span><sup>1, 2</sup></span> Bei etwa 14–25% der Patienten schreitet die Erkrankung zu AT oder AU fort und eine vollständige Wiederherstellung ist selten (< 10%).<span><sup>1, 2</sup></span></p><p>Bei AA kommt es häufig zu Nagelveränderungen. Dies gilt insbesondere für die schwereren Formen wie AU und AT. Diese Veränderungen sind oft geringfügig und asymptomatisch. Am häufigsten sind Tüpfelnägel und Trachyonychie, die jedoch oft übersehen werden. Die Prävalenz von Nagelanomalien bei Patienten mit AA wird wahrscheinlich unterschätzt. Die berichteten Raten reichen von 7% bis 66% bei einem geschätzten Mittelwert von etwa 30%.<span><sup>3</sup></span> Ein weiterer signifikanter Aspekt der AA sind die psychologischen Auswirkungen, die zu einem erhöhten Risiko für Stress, Angstzuständen und Depressionen führen. Insbesondere wurde gezeigt, dass AA die Wahrscheinlichkeit, eine schwere depressive Störung zu entwickeln, um 34% steigert. Darüber hinaus sind Suizidversuche bei Patienten mit AU und DAA am häufigsten.<span><sup>4</sup></span> So berichtete eine Studie von Suizidgedanken bei 60% der AU-Patienten, mehr als dreimal höher als bei Patienten mit umschriebener Alopezie (18%).<span><sup>4, 5</sup></span></p><p>Die Diagnose der AA erfolgt im Wesentlichen klinisch. Die Differentialdiagnosen umfassen Alopezien mit und ohne Narbenbildung sowie genetische Erkrankungen, die mit Haarausfall einhergehen.<span><sup>1, 2</sup></span> Umschriebene AA sollte von mehreren Erkrankungen wie Tinea capitis, Trichotillomanie, temporaler triangulärer Alopezie und vernarbenden Alopezien wie Lichen planopilaris (LPP) abgegrenzt werden. Bei Fällen mit Beteiligung des Stirnhaaransatzes oder Ophiasis, muss eine frontale fibrosierende Alopezie (FFA) – ein Subtyp von LPP – sorgfältig erwogen werden. Die FFA zeigt sich als bandförmige frontotemporale Alopezie mit Ver","PeriodicalId":14758,"journal":{"name":"Journal Der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft","volume":"24 1","pages":"44-56"},"PeriodicalIF":3.8,"publicationDate":"2026-01-14","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1111/ddg.15847_g","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"145964150","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":4,"RegionCategory":"医学","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"OA","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Ruben Heuer, Maren Paulmann, Maja Mockenhaupt, Alexander Nast
<p>Die epidermale Nekrolyse (EN; auch Stevens-Johnson-Syndrom/toxisch epidermale Nekrolyse) ist eine akute, lebensbedrohliche mukokutane Reaktion mit hoher Letalität.<span><sup>1, 2</sup></span> Charakteristisch für die epidermolytischen Nekrolysen (EN) sind Epidermisablösungen und Schleimhauterosionen, deren Schweregrad anhand des Ausmaßes der Epidermisablösung klassifiziert wird: Stevens-Johnson-Syndrom (SJS; <10%), toxisch epidermale Nekrolyse (TEN; >30%) sowie eine Übergangsform zwischen SJS und TEN mit einem Ablösungsgrad von 10–30%.<span><sup>3</sup></span> Die epidermale Nekrolyse ist selten, die Gesamtinzidenz beträgt in Deutschland 0,93 Fälle pro 1 Million Personen pro Jahr (95%-Konfidenzintervall [KI]: 0,86–1,00).<span><sup>2</sup></span> Aufgrund der sehr niedrigen Inzidenz und der erheblichen Heterogenität der Patientenpopulation sind Durchführung und Interpretation von Studien zur EN eine Herausforderung.</p><p>Die höchste Priorität in der klinischen Versorgung besteht darin, supportive Maßnahmen einzuleiten und die wahrscheinlichste Ursache zu identifizieren. Da EN hauptsächlich medikamenteninduziert auftritt,<span><sup>4-6</sup></span> ist das Absetzen des potenziell auslösenden Medikaments unerlässlich.<span><sup>7</sup></span> Zusätzlich zur supportiven Behandlung werden verschiedene systemische immunmodulierende Therapien (SIT) eingesetzt. Kortikosteroide, intravenöse Immunglobuline (IVIG), Ciclosporin, Tumornekrosefaktor (TNF)-α-Inhibitoren (zum Beispiel Etanercept, Infliximab) oder eine Kombination verschiedener SIT werden in der klinischen Praxis routinemäßig verabreicht.<span><sup>8-11</sup></span></p><p>Frühere Metaanalysen zeigten keinen signifikanten Überlebensvorteil für Kortikosteroide,<span><sup>8, 9, 12</sup></span> IVIG,<span><sup>8, 9, 12, 13</sup></span> Ciclosporin,<span><sup>9, 12</sup></span> oder die Kombination von Steroiden mit IVIG,<span><sup>12</sup></span> im Vergleich zur supportiven Therapie. Zusätzlich zum Vergleich einer Intervention mit supportiver Therapie verwenden einige Metaanalysen den SCORTEN (<i>severity-of-illness score for TEN</i>),<span><sup>14</sup></span> um eine standardisierte Letalitätsrate (SMR; Quotient aus beobachteter und durch den SCORTEN vorhergesagter Letalität) zu berechnen.<span><sup>15-18</sup></span> Direkte Vergleiche sind jedoch deutlich seltener.</p><p>Diese systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse wurde im Rahmen der Entwicklung der deutschen evidenzbasierten Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der EN durchgeführt. Nach Fertigstellung der Leitlinie erfolgte eine weitere aktualisierte Suche. Ziel der Übersicht ist es, <i>(1)</i> einen umfassenden Überblick über vorgeschlagene SIT zu geben und <i>(2)</i> deren Effekte auf verschiedene Endpunkte im Vergleich zur supportiven Therapie oder zu den anderen eingeschlossenen SIT abzuschätzen.</p><p>Wir folgten den von Higgins et al. empfohlenen Methoden systematischer Übersichtsarbeiten.<span><sup>19</sup></span> Für
{"title":"Systemische immunmodulierende Therapien der epidermalen Nekrolyse (Stevens-Johnson-Syndrom/toxisch epidermale Nekrolyse): Systematische Übersicht und Metaanalyse","authors":"Ruben Heuer, Maren Paulmann, Maja Mockenhaupt, Alexander Nast","doi":"10.1111/ddg.15804_g","DOIUrl":"https://doi.org/10.1111/ddg.15804_g","url":null,"abstract":"<p>Die epidermale Nekrolyse (EN; auch Stevens-Johnson-Syndrom/toxisch epidermale Nekrolyse) ist eine akute, lebensbedrohliche mukokutane Reaktion mit hoher Letalität.<span><sup>1, 2</sup></span> Charakteristisch für die epidermolytischen Nekrolysen (EN) sind Epidermisablösungen und Schleimhauterosionen, deren Schweregrad anhand des Ausmaßes der Epidermisablösung klassifiziert wird: Stevens-Johnson-Syndrom (SJS; <10%), toxisch epidermale Nekrolyse (TEN; >30%) sowie eine Übergangsform zwischen SJS und TEN mit einem Ablösungsgrad von 10–30%.<span><sup>3</sup></span> Die epidermale Nekrolyse ist selten, die Gesamtinzidenz beträgt in Deutschland 0,93 Fälle pro 1 Million Personen pro Jahr (95%-Konfidenzintervall [KI]: 0,86–1,00).<span><sup>2</sup></span> Aufgrund der sehr niedrigen Inzidenz und der erheblichen Heterogenität der Patientenpopulation sind Durchführung und Interpretation von Studien zur EN eine Herausforderung.</p><p>Die höchste Priorität in der klinischen Versorgung besteht darin, supportive Maßnahmen einzuleiten und die wahrscheinlichste Ursache zu identifizieren. Da EN hauptsächlich medikamenteninduziert auftritt,<span><sup>4-6</sup></span> ist das Absetzen des potenziell auslösenden Medikaments unerlässlich.<span><sup>7</sup></span> Zusätzlich zur supportiven Behandlung werden verschiedene systemische immunmodulierende Therapien (SIT) eingesetzt. Kortikosteroide, intravenöse Immunglobuline (IVIG), Ciclosporin, Tumornekrosefaktor (TNF)-α-Inhibitoren (zum Beispiel Etanercept, Infliximab) oder eine Kombination verschiedener SIT werden in der klinischen Praxis routinemäßig verabreicht.<span><sup>8-11</sup></span></p><p>Frühere Metaanalysen zeigten keinen signifikanten Überlebensvorteil für Kortikosteroide,<span><sup>8, 9, 12</sup></span> IVIG,<span><sup>8, 9, 12, 13</sup></span> Ciclosporin,<span><sup>9, 12</sup></span> oder die Kombination von Steroiden mit IVIG,<span><sup>12</sup></span> im Vergleich zur supportiven Therapie. Zusätzlich zum Vergleich einer Intervention mit supportiver Therapie verwenden einige Metaanalysen den SCORTEN (<i>severity-of-illness score for TEN</i>),<span><sup>14</sup></span> um eine standardisierte Letalitätsrate (SMR; Quotient aus beobachteter und durch den SCORTEN vorhergesagter Letalität) zu berechnen.<span><sup>15-18</sup></span> Direkte Vergleiche sind jedoch deutlich seltener.</p><p>Diese systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse wurde im Rahmen der Entwicklung der deutschen evidenzbasierten Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der EN durchgeführt. Nach Fertigstellung der Leitlinie erfolgte eine weitere aktualisierte Suche. Ziel der Übersicht ist es, <i>(1)</i> einen umfassenden Überblick über vorgeschlagene SIT zu geben und <i>(2)</i> deren Effekte auf verschiedene Endpunkte im Vergleich zur supportiven Therapie oder zu den anderen eingeschlossenen SIT abzuschätzen.</p><p>Wir folgten den von Higgins et al. empfohlenen Methoden systematischer Übersichtsarbeiten.<span><sup>19</sup></span> Für","PeriodicalId":14758,"journal":{"name":"Journal Der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft","volume":"24 1","pages":"34-43"},"PeriodicalIF":3.8,"publicationDate":"2026-01-14","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1111/ddg.15804_g","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"145983781","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":4,"RegionCategory":"医学","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"OA","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Alexander Nast, Andreas Altenburg, Matthias Augustin, Frank Bachmann, Wolf-Henning Boehncke, Markus Cornberg, Hilte Geerdes-Fenge, Brit Häcker, Peter Härle, Joachim Klaus, Michaela Köhm, Arno Köllner, Ulrich Mrowietz, Hans-Michael Ockenfels, Antonia Pennitz, Sandra Philipp, Thomas Richter, Thomas Rosenbach, Tom Schaberg, Martin Schlaeger, Gerhard Schmid-Ott, Michael Sebastian, Karisa Thölken, Ralph von Kiedrowski, Uwe Willuhn, Christoph Zeyen
<p>Diese Publikation beinhaltet ausgewählte Textpassagen, in denen besonders relevante Änderungen vorgenommen wurden. Neben diesen hier in Teil 1 dargestellten Abschnitten, enthält Teil 2 zudem die „Hilfestellungen für besondere klinische Situationen und bei Vorliegen von Komorbiditäten“</p><p>Die Langfassung der Leitlinie befindet sich auf den Seiten der AWMF (https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/013-001). Insbesondere die Informationen des Kapitels „Hinweise zur Anwendung der Leitlinie/Haftungsausschluss“ der Langfassung sind für die Anwendung der in dieser Kurzfassung dargestellten Leitlinienempfehlungen zu beachten. Auf den Seiten der AWMF befinden sich auch folgende Begleitdokumente zur Version 8 der Leitlinie: Appendix A („Empfehlungen zu topischer Therapie“, „Phototherapie“, „sonstige Therapien“, „Schnittstellendefinition“), Evidenzbericht, Leitlinienreport mit Angaben zu Interessenkonflikten, PowerPoint Foliensatz zur Leitlinienimplementierung.</p><p>Die Abschnitte Schweregrad und Therapieziele, allgemeine Empfehlungen zur Einleitung und Auswahl einer systemischen Therapie, Übersicht der Therapieoptionen, sowie der Abschnitt zur Darstellung der Wirksamkeit und Sicherheit der Therapien wurde aufbauend auf der Cochrane Netzwerkmetaanalyse überabeitet. Bimekizumab und Deucravacitinib wurden in die Leitlinie aufgenommen und mit entsprechenden Hinweisen zur Durchführung der Therapie versehen. Das Kapitel zu Methotrexat wurde inhaltlich überarbeitet. In dem Abschnitt „Hilfestellungen für besondere klinische Situationen und bei Vorliegen von Komorbiditäten“ wurden die Kapitel Screening auf Tuberkulose, Management der Psoriasis bei Patienten mit latenter Tuberkulose beziehungsweise mit Virushepatitis umfangreich überarbeitet. Die Empfehlungen zur „Systemtherapie bei Patienten mit malignen Erkrankungen“ wurden ebenfalls verändert. Neu ergänzte Textpassagen und wesentliche inhaltliche Änderungen sind in der Langfassung der Leitlinie durch blaue Textfarbe markiert. Textpassagen, die entfallen sind, wurden zur Gewährung der Übersichtlichkeit nicht weiter hervorgehoben.</p><p><i>Für die Abschnitte „Hinweise zur Anwendung der Leitlinie/Haftungsausschluss“ (diese gelten in gleichem Maße für die vorliegenden Kurzfassungen), „Finanzierung“, „Gegenstand und Ziele der Leitlinie“, „Patientenzielgruppe und zu behandelnde Fragestellungen“ sowie „Zielgruppe dieser Leitlinie“ siehe Langfassung</i>.</p><p><i>Für weitere Informationen, siehe auch Leitlinienreport</i> (https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/013-001).</p><p>Standardisierte Begriffe adaptiert von der <i>GRADE Working Group</i> wurden zur einheitlichen Formulierung aller Empfehlungen der neu überarbeiteten Abschnitte verwendet (Tabelle 1).<span><sup>7</sup></span></p><p>Jede konsentierte Empfehlung wird in der Leitlinie von einer Box eingerahmt: die linke Spalte beinhaltet den Inhalt der Empfehlung unter Verwendung der standardisierten Begriffe beziehungsweise Leitliniensprache; die
{"title":"S3-Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris, adaptiert von EuroGuiDerm – Teil 1: Therapieempfehlungen und Monitoring","authors":"Alexander Nast, Andreas Altenburg, Matthias Augustin, Frank Bachmann, Wolf-Henning Boehncke, Markus Cornberg, Hilte Geerdes-Fenge, Brit Häcker, Peter Härle, Joachim Klaus, Michaela Köhm, Arno Köllner, Ulrich Mrowietz, Hans-Michael Ockenfels, Antonia Pennitz, Sandra Philipp, Thomas Richter, Thomas Rosenbach, Tom Schaberg, Martin Schlaeger, Gerhard Schmid-Ott, Michael Sebastian, Karisa Thölken, Ralph von Kiedrowski, Uwe Willuhn, Christoph Zeyen","doi":"10.1111/ddg.16002_g","DOIUrl":"https://doi.org/10.1111/ddg.16002_g","url":null,"abstract":"<p>Diese Publikation beinhaltet ausgewählte Textpassagen, in denen besonders relevante Änderungen vorgenommen wurden. Neben diesen hier in Teil 1 dargestellten Abschnitten, enthält Teil 2 zudem die „Hilfestellungen für besondere klinische Situationen und bei Vorliegen von Komorbiditäten“</p><p>Die Langfassung der Leitlinie befindet sich auf den Seiten der AWMF (https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/013-001). Insbesondere die Informationen des Kapitels „Hinweise zur Anwendung der Leitlinie/Haftungsausschluss“ der Langfassung sind für die Anwendung der in dieser Kurzfassung dargestellten Leitlinienempfehlungen zu beachten. Auf den Seiten der AWMF befinden sich auch folgende Begleitdokumente zur Version 8 der Leitlinie: Appendix A („Empfehlungen zu topischer Therapie“, „Phototherapie“, „sonstige Therapien“, „Schnittstellendefinition“), Evidenzbericht, Leitlinienreport mit Angaben zu Interessenkonflikten, PowerPoint Foliensatz zur Leitlinienimplementierung.</p><p>Die Abschnitte Schweregrad und Therapieziele, allgemeine Empfehlungen zur Einleitung und Auswahl einer systemischen Therapie, Übersicht der Therapieoptionen, sowie der Abschnitt zur Darstellung der Wirksamkeit und Sicherheit der Therapien wurde aufbauend auf der Cochrane Netzwerkmetaanalyse überabeitet. Bimekizumab und Deucravacitinib wurden in die Leitlinie aufgenommen und mit entsprechenden Hinweisen zur Durchführung der Therapie versehen. Das Kapitel zu Methotrexat wurde inhaltlich überarbeitet. In dem Abschnitt „Hilfestellungen für besondere klinische Situationen und bei Vorliegen von Komorbiditäten“ wurden die Kapitel Screening auf Tuberkulose, Management der Psoriasis bei Patienten mit latenter Tuberkulose beziehungsweise mit Virushepatitis umfangreich überarbeitet. Die Empfehlungen zur „Systemtherapie bei Patienten mit malignen Erkrankungen“ wurden ebenfalls verändert. Neu ergänzte Textpassagen und wesentliche inhaltliche Änderungen sind in der Langfassung der Leitlinie durch blaue Textfarbe markiert. Textpassagen, die entfallen sind, wurden zur Gewährung der Übersichtlichkeit nicht weiter hervorgehoben.</p><p><i>Für die Abschnitte „Hinweise zur Anwendung der Leitlinie/Haftungsausschluss“ (diese gelten in gleichem Maße für die vorliegenden Kurzfassungen), „Finanzierung“, „Gegenstand und Ziele der Leitlinie“, „Patientenzielgruppe und zu behandelnde Fragestellungen“ sowie „Zielgruppe dieser Leitlinie“ siehe Langfassung</i>.</p><p><i>Für weitere Informationen, siehe auch Leitlinienreport</i> (https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/013-001).</p><p>Standardisierte Begriffe adaptiert von der <i>GRADE Working Group</i> wurden zur einheitlichen Formulierung aller Empfehlungen der neu überarbeiteten Abschnitte verwendet (Tabelle 1).<span><sup>7</sup></span></p><p>Jede konsentierte Empfehlung wird in der Leitlinie von einer Box eingerahmt: die linke Spalte beinhaltet den Inhalt der Empfehlung unter Verwendung der standardisierten Begriffe beziehungsweise Leitliniensprache; die ","PeriodicalId":14758,"journal":{"name":"Journal Der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft","volume":"24 1","pages":"122-139"},"PeriodicalIF":3.8,"publicationDate":"2026-01-14","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1111/ddg.16002_g","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"145969875","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":4,"RegionCategory":"医学","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"OA","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Alexander Nast, Andreas Altenburg, Matthias Augustin, Frank Bachmann, Wolf-Henning Boehncke, Markus Cornberg, Hilte Geerdes-Fenge, Brit Häcker, Peter Härle, Joachim Klaus, Michaela Köhm, Arno Köllner, Ulrich Mrowietz, Hans-Michael Ockenfels, Antonia Pennitz, Sandra Philipp, Thomas Richter, Thomas Rosenbach, Tom Schaberg, Martin Schlaeger, Gerhard Schmid-Ott, Michael Sebastian, Karisa Thölken, Ralph von Kiedrowski, Uwe Willuhn, Christoph Zeyen
This first part of the updated German S3 guideline on the treatment of psoriasis vulgaris covers the sections on treatment recommendations, treatment goals, and monitoring of therapies. The recommendations are based on the current Cochrane network meta-analysis, the results of which are also summarized. When selecting systemic therapies for psoriasis vulgaris, the guideline emphasizes consideration of efficacy, safety, comorbidities, and individual patient factors. The decision framework is presented in the treatment options overview, and in this updated version, the possibility of first-line therapy with biologics or novel targeted small molecules is more prominently highlighted. Standardized instruments for assessing disease severity, as well as patient-centered treatment goals, are underscored. A Psoriasis Area and Severity Index (PASI) 75 response is defined as the minimum therapeutic target, while PASI 90 or an absolute PASI <2 are considered desirable goals. Since the last version, two newly approved agents, bimekizumab and deucravacitinib, have been incorporated, accompanied by specific usage recommendations. Among the established therapies, guidance on methotrexate has been extensively revised, particularly regarding administration, dosing, and monitoring. This guideline aims to provide clinicians with an evidence-based framework for therapy selection and monitoring, while strengthening shared decision-making with patients.
{"title":"S3 Guideline for the treatment of psoriasis vulgaris, adapted from EuroGuiDerm – part 1: Treatment recommendations and monitoring","authors":"Alexander Nast, Andreas Altenburg, Matthias Augustin, Frank Bachmann, Wolf-Henning Boehncke, Markus Cornberg, Hilte Geerdes-Fenge, Brit Häcker, Peter Härle, Joachim Klaus, Michaela Köhm, Arno Köllner, Ulrich Mrowietz, Hans-Michael Ockenfels, Antonia Pennitz, Sandra Philipp, Thomas Richter, Thomas Rosenbach, Tom Schaberg, Martin Schlaeger, Gerhard Schmid-Ott, Michael Sebastian, Karisa Thölken, Ralph von Kiedrowski, Uwe Willuhn, Christoph Zeyen","doi":"10.1111/ddg.16002","DOIUrl":"10.1111/ddg.16002","url":null,"abstract":"<p>This first part of the updated German S3 guideline on the treatment of psoriasis vulgaris covers the sections on treatment recommendations, treatment goals, and monitoring of therapies. The recommendations are based on the current Cochrane network meta-analysis, the results of which are also summarized. When selecting systemic therapies for psoriasis vulgaris, the guideline emphasizes consideration of efficacy, safety, comorbidities, and individual patient factors. The decision framework is presented in the treatment options overview, and in this updated version, the possibility of first-line therapy with biologics or novel targeted small molecules is more prominently highlighted. Standardized instruments for assessing disease severity, as well as patient-centered treatment goals, are underscored. A Psoriasis Area and Severity Index (PASI) 75 response is defined as the minimum therapeutic target, while PASI 90 or an absolute PASI <2 are considered desirable goals. Since the last version, two newly approved agents, bimekizumab and deucravacitinib, have been incorporated, accompanied by specific usage recommendations. Among the established therapies, guidance on methotrexate has been extensively revised, particularly regarding administration, dosing, and monitoring. This guideline aims to provide clinicians with an evidence-based framework for therapy selection and monitoring, while strengthening shared decision-making with patients.</p>","PeriodicalId":14758,"journal":{"name":"Journal Der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft","volume":"24 1","pages":"122-137"},"PeriodicalIF":3.8,"publicationDate":"2026-01-14","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1111/ddg.16002","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"145965645","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":4,"RegionCategory":"医学","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"OA","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Julia Oberschmied, Elsbeth Oestmann, Margitta Worm
<p>Sehr geehrte Herausgeber,</p><p>Allergische Reaktionen auf Epoxidharze äußern sich typischerweise als allergische Kontaktdermatitis oder aerogene Kontaktdermatitis.<span><sup>1, 2</sup></span> Allergische Reaktionen vom Soforttyp sind hingegen selten, wurden jedoch in Einzelfällen beschrieben.<span><sup>3</sup></span></p><p>Wir berichten über einen 43-jährigen Patienten, der sich zur allergologischen Abklärung vorstellte, nachdem es während einer Wurzelkanalbehandlung zu einer generalisierten Urtikaria, einem Lippenödem, Engegefühl im Hals und Atemnot gekommen war. Die anaphylaktische Reaktion wurde notfallmäßig behandelt. Während der zahnärztlichen Behandlung wurden ein Lokalanästhetikum mit Articain sowie AH Plus Jet® Paste eingesetzt – ein Wurzelkanalfüllmaterial auf Basis eines Epoxid-Amin-Polymers, das Bisphenol A-Diglycidylether enthält.</p><p>Der Patient hatte bereits bei früheren zahnärztlichen Behandlungen ähnliche, jedoch mildere Episoden erlebt. Zudem sei es im beruflichen Kontext zu Hautkontakt mit Epoxidharzen vor etwa 20 Jahren gekommen, bei dem juckende Hautveränderungen auftraten. Obwohl er aufgrund dessen den Beruf gewechselt hat, wurde zu dieser Zeit keine allergologische Abklärung durchgeführt. Die Anamnese ergab ein kindliches Asthma bronchiale und eine arterielle Hypertonie, die aktuell mit Candesartan behandelt wird.</p><p>Die allergologische Abklärung umfasste einen Pricktest mit verschiedenen Lokalanästhetika (Procain, Lidocain, Bupivacain, Prilocain, Articain, Mepivacain), der negativ ausfiel. Zusätzlich wurde ein 20-minütiger Epikutantest mit Epoxidharz (auf Basis von Bisphenol-A-Diglycidylether) aus der Standardreihe sowie der Kunstharze/Kleber-Reihe der <i>Deutschen Kontaktallergiegruppe</i> durchgeführt. Der Test führte zu einer ausgeprägten urtikariellen Hautreaktion an den Teststellen für Epoxidharz, 1,4-Butandiol-Diglycidylether, 1,6-Hexandiol-Diglycidylether und Butylglycidylether (Abbildung 1). Spätreaktionen traten nicht auf.</p><p>Ein Pricktest auf inhalative Allergene zeigte positive Reaktionen auf Birke, Gräser und Beifuß. Der Gesamt-IgE-Wert im Serum war mit 229 kU/l erhöht. Spezifisches IgE gegen Latex war negativ, das Differenzialblutbild war unauffällig.</p><p>Wir konnten Epoxidharz auf Basis von Bisphenol-A-Diglycidylether als Auslöser der anaphylaktischen Reaktion identifizieren. Epoxidharze finden in zahlreichen Bereichen breite Anwendung, unter anderem in Klebstoffen, Kunststoffen, Bodenbeschichtungen, Isoliermaterialien, Farben, Lacken und Zahnfüllungen. Der Begriff „Epoxidharz“ bezeichnet in der Regel ein Harzsystem, das aus dem eigentlichen Harz, einem Härter, reaktiven Verdünnern sowie weiteren Zusatzstoffen besteht – sämtliche mit potenziell allergenem Charakter.<span><sup>4, 5</sup></span> Etwa 75 % der heute eingesetzten Epoxidharze basieren auf Bisphenol-A-Diglycidylether (BADGE), das zugleich als der stärkste Sensibilisator gilt.<span><sup>6</sup></span> Aufgrund seiner weiten Verbreitung
尊敬的编辑,对环氧树脂的过敏反应通常表现为过敏性接触性皮炎或气溶胶性接触性皮炎。1,2即时型过敏反应是罕见的,但已在个别病例中描述。3我们报道了一名43岁的患者,他在接受根管治疗后出现了全局性荨麻疹、嘴唇肿胀、颈部疼痛和呼吸困难,随后去做了过敏症检查。过敏反应得到了紧急治疗。在牙科治疗过程中,使用了含有Articain的局部麻醉剂和AH Plus Jet®膏,AH Plus Jet®膏是一种基于环氧胺聚合物的根管填充材料,含有双酚a -二甘油基醚。患者在之前的牙科治疗中也经历过类似但较轻的发作。此外,在20年前的职业环境中,与环氧树脂的皮肤接触导致了瘙痒性皮肤变化。虽然他因此换了工作,但当时没有进行过敏测试。她的病史显示她患有儿童支气管哮喘和动脉高血压,目前正在用坎地沙坦治疗。过敏测试包括用几种局部麻醉剂(普鲁卡因、利多卡因、布比卡因、普利卡因、阿替卡因、甲比卡因)进行的针刺试验,结果呈阴性。此外,还使用标准系列的环氧树脂(基于双酚a -二甘油醚)和德国接触性过敏小组的合成树脂/粘合剂系列进行了20分钟的针刺试验。在环氧树脂、1,4-丁二醇二甘油醚、1,6-己二醇二甘油醚和丁基甘油醚的测试点,检测结果显示皮肤有明显的荨麻疹反应(图1)。没有进一步的反应。对吸入过敏原的针刺试验显示对桦树、草和酸柳有积极反应。血清总IgE值增加到229 kU/l。乳胶特异性IgE呈阴性,差异血型不明显。我们已经确定了以双酚a -二甘油醚为基础的环氧树脂作为过敏反应的触发器。环氧树脂广泛应用于许多领域,包括粘合剂、塑料、地板涂料、绝缘材料、油漆、清漆和牙齿填充物。Epoxidharz”一词系指,一般Harzsystem水池,真正的一个硬树脂reaktiven Verdünnern以及其他的物质组成,所有的潜在allergenem Charakter.4 5大约75%的今天所设Epoxidharze基于Bisphenol-A-Diglycidylether(警网),同时作为最强Sensibilisator gilt.6由于其广泛的分布,环氧树脂是一种越来越相关的接触过敏原,过敏反应主要表现为接触性皮炎或气源性接触性皮炎。1,2,6对环氧树脂的敏感主要是由于职业原因——通常是由于直接皮肤接触、气溶胶接触、污染材料、保护措施不足或处理未完全固化的环氧树脂。7固化的环氧树脂被认为是安全的,因为它们既不会致敏,也不会引起过敏反应。5与通常导致湿疹的IV型过敏不同,迄今为止只有少数I型对环氧树脂系统过敏的病例被报道。它们通常表现为接触性哮喘,但也可能表现为过敏性鼻炎或职业性支气管哮喘。3,4,8到目前为止,文献只记录了一例环氧树脂过敏反应的病例。据我们所知,这是基于双酚a -二甘油醚的环氧树脂引起的第二种过敏反应。到目前为止,还没有关于过敏反应的报道。在20分钟的涂片试验中,结合临床表现和阳性反应,并伴有接触性结肠炎,作为IgE介导反应的提示,作出诊断。由于暴露后需要治疗的严重系统性反应、斑贴试验中的荨麻疹反应以及个别试验物质的缺乏,没有进行进一步的试验。正如在最初的描述中所假设的那样,在我们的病例中,在牙科治疗过程中,过敏原与粘膜的直接接触也引发了过敏反应。当患者在接触环氧树脂后首次出现瘙痒性皮肤变化时,最初的敏感性可能是在专业环境中出现的。 目前的病例表明,在对过敏进行鉴别诊断时,需要考虑罕见的过敏原,如环氧树脂,特别是那些有相关的专业病史和过敏反应史的人。根据数Anaphylaxie-Registers Insektenstiche的数据的常见原因berufsbedingter Anaphylaxien,其次是食品和Medikamenten.10Bekannte Typ-IV-Allergene(包括芳香防腐剂)Sensibilisierten情况却以小部份可以反应从Soforttyp auslösen.11因此,如果怀疑是立即反应,则应在20分钟后进行试验,如果反应强烈,则应停止试验。开放获取发布是由DEAL.Keiner项目实现和组织的。
{"title":"Anaphylaxie durch Epoxidharz während einer zahnärztlichen Behandlung","authors":"Julia Oberschmied, Elsbeth Oestmann, Margitta Worm","doi":"10.1111/ddg.15850_g","DOIUrl":"https://doi.org/10.1111/ddg.15850_g","url":null,"abstract":"<p>Sehr geehrte Herausgeber,</p><p>Allergische Reaktionen auf Epoxidharze äußern sich typischerweise als allergische Kontaktdermatitis oder aerogene Kontaktdermatitis.<span><sup>1, 2</sup></span> Allergische Reaktionen vom Soforttyp sind hingegen selten, wurden jedoch in Einzelfällen beschrieben.<span><sup>3</sup></span></p><p>Wir berichten über einen 43-jährigen Patienten, der sich zur allergologischen Abklärung vorstellte, nachdem es während einer Wurzelkanalbehandlung zu einer generalisierten Urtikaria, einem Lippenödem, Engegefühl im Hals und Atemnot gekommen war. Die anaphylaktische Reaktion wurde notfallmäßig behandelt. Während der zahnärztlichen Behandlung wurden ein Lokalanästhetikum mit Articain sowie AH Plus Jet® Paste eingesetzt – ein Wurzelkanalfüllmaterial auf Basis eines Epoxid-Amin-Polymers, das Bisphenol A-Diglycidylether enthält.</p><p>Der Patient hatte bereits bei früheren zahnärztlichen Behandlungen ähnliche, jedoch mildere Episoden erlebt. Zudem sei es im beruflichen Kontext zu Hautkontakt mit Epoxidharzen vor etwa 20 Jahren gekommen, bei dem juckende Hautveränderungen auftraten. Obwohl er aufgrund dessen den Beruf gewechselt hat, wurde zu dieser Zeit keine allergologische Abklärung durchgeführt. Die Anamnese ergab ein kindliches Asthma bronchiale und eine arterielle Hypertonie, die aktuell mit Candesartan behandelt wird.</p><p>Die allergologische Abklärung umfasste einen Pricktest mit verschiedenen Lokalanästhetika (Procain, Lidocain, Bupivacain, Prilocain, Articain, Mepivacain), der negativ ausfiel. Zusätzlich wurde ein 20-minütiger Epikutantest mit Epoxidharz (auf Basis von Bisphenol-A-Diglycidylether) aus der Standardreihe sowie der Kunstharze/Kleber-Reihe der <i>Deutschen Kontaktallergiegruppe</i> durchgeführt. Der Test führte zu einer ausgeprägten urtikariellen Hautreaktion an den Teststellen für Epoxidharz, 1,4-Butandiol-Diglycidylether, 1,6-Hexandiol-Diglycidylether und Butylglycidylether (Abbildung 1). Spätreaktionen traten nicht auf.</p><p>Ein Pricktest auf inhalative Allergene zeigte positive Reaktionen auf Birke, Gräser und Beifuß. Der Gesamt-IgE-Wert im Serum war mit 229 kU/l erhöht. Spezifisches IgE gegen Latex war negativ, das Differenzialblutbild war unauffällig.</p><p>Wir konnten Epoxidharz auf Basis von Bisphenol-A-Diglycidylether als Auslöser der anaphylaktischen Reaktion identifizieren. Epoxidharze finden in zahlreichen Bereichen breite Anwendung, unter anderem in Klebstoffen, Kunststoffen, Bodenbeschichtungen, Isoliermaterialien, Farben, Lacken und Zahnfüllungen. Der Begriff „Epoxidharz“ bezeichnet in der Regel ein Harzsystem, das aus dem eigentlichen Harz, einem Härter, reaktiven Verdünnern sowie weiteren Zusatzstoffen besteht – sämtliche mit potenziell allergenem Charakter.<span><sup>4, 5</sup></span> Etwa 75 % der heute eingesetzten Epoxidharze basieren auf Bisphenol-A-Diglycidylether (BADGE), das zugleich als der stärkste Sensibilisator gilt.<span><sup>6</sup></span> Aufgrund seiner weiten Verbreitung ","PeriodicalId":14758,"journal":{"name":"Journal Der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft","volume":"24 1","pages":"84-86"},"PeriodicalIF":3.8,"publicationDate":"2026-01-14","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1111/ddg.15850_g","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"145970059","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":4,"RegionCategory":"医学","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"OA","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Matthias Augustin, Thomas Dirschka, Peter Arne Gerber, Martina Kerscher, Natalia Kirsten, Falk Ochsendorf
<p>Die Acne vulgaris, eine entzündliche Erkrankung der Talgdrüsenfollikel, ist weltweit eine der häufigsten Hauterkrankungen, die in einigen Ländern in den letzten 20 Jahren zudem eine steigende Inzidenz aufwies.<span><sup>1</sup></span> In Deutschland blieb die Prävalenz zwar in den letzten Jahren stabil, jedoch wurde hierzulande im Jahr 2019 eine altersstandardisierte Prävalenzrate von 5% festgestellt, welche weltweit unter den Top 20 lag.<span><sup>1</sup></span> Am häufigsten kommt die Akne bei Heranwachsenden vor. Im Alter von 15–18 Jahren beträgt die Prävalenz bis zu 85%.<span><sup>2</sup></span> Akne bedingt für viele Betroffene hohe psychische und soziale Belastungen, die mit starken Einbußen der Lebensqualität einhergehen und zu Depression und erhöhter Suizidgefahr führen können.<span><sup>3, 4</sup></span></p><p>Unter der Acne vulgaris werden die Acne comedonica (Komedonen dominieren), leichte bis mittelschwere Acne papulopustulosa (entzündliche Papeln und Pusteln dominieren), schwere Acne papulopustulosa/mittelschwere Acne nodularis (Knoten und Zysten vorhanden) sowie die schwere noduläre Acne und Acne conglobata (abszedierende Knoten) zusammengefasst.<span><sup>2, 5</sup></span> Acne tarda wird in der Literatur überwiegend definiert als Akne, die über das 25. Lebensjahr hinaus persistiert oder ab diesem Alter erstmals beziehungsweise erneut auftritt.<span><sup>2, 6, 7</sup></span></p><p>Bisher wurden keine grundlegenden Unterschiede in Ursachen und Verlauf der Acne tarda im Vergleich zur adoleszenten Acne vulgaris festgestellt.<span><sup>8, 9</sup></span> Obwohl in einer Zwillingsstudie mit erwachsenen weiblichen Zwillingspaaren ein starker Einfluss genetischer Faktoren angenommen wurde, gibt es weiterhin viele ungeklärte Fragen zur Pathogenese der Acne tarda.<span><sup>10</sup></span></p><p>Neben der variablen Definition der Acne tarda und der unzureichend untersuchten Pathogenese unterliegt auch deren spezifische Behandlung keinen konsentierten Therapieempfehlungen. Die letzten nationalen und europäischen Leitlinien zur Behandlung der Acne vulgaris wurden bereits vor 7–13 Jahren veröffentlicht, die Therapieempfehlungen bezogen sich jedoch auf die Akne allgemein.<span><sup>5, 11, 12</sup></span> Bezüglich der Acne tarda empfiehlt die deutsche Leitlinie lediglich Hormonuntersuchungen.<span><sup>11</sup></span> Weitergehende Punkte, wie die weitere Aufarbeitung von Komorbidität, die psychosoziale Diagnostik und Besonderheiten der topischen Basistherapie, werden selten thematisiert.</p><p>Vor diesem Hintergrund haben dermatologische Experten aus Deutschland die aktuelle Literatur zur Acne tarda in einem virtuellen Arbeitstreffen gesichtet, diskutiert und bewertet. Anhand einer ersten schriftlichen Zusammenfassung wurden in einer weiteren virtuellen Konferenz Unklarheiten erörtert und in einem Konsens zusammengefasst oder als offene Fragen formuliert. Die Formulierung der Empfehlungsstärke (starke Empfehlung: „soll [nicht]“, Empfehlung:
{"title":"Acne tarda: Empfehlungen zu Einordnung, Therapie und Pflege als Ergebnis einer Expertendiskussion","authors":"Matthias Augustin, Thomas Dirschka, Peter Arne Gerber, Martina Kerscher, Natalia Kirsten, Falk Ochsendorf","doi":"10.1111/ddg.15913_g","DOIUrl":"https://doi.org/10.1111/ddg.15913_g","url":null,"abstract":"<p>Die Acne vulgaris, eine entzündliche Erkrankung der Talgdrüsenfollikel, ist weltweit eine der häufigsten Hauterkrankungen, die in einigen Ländern in den letzten 20 Jahren zudem eine steigende Inzidenz aufwies.<span><sup>1</sup></span> In Deutschland blieb die Prävalenz zwar in den letzten Jahren stabil, jedoch wurde hierzulande im Jahr 2019 eine altersstandardisierte Prävalenzrate von 5% festgestellt, welche weltweit unter den Top 20 lag.<span><sup>1</sup></span> Am häufigsten kommt die Akne bei Heranwachsenden vor. Im Alter von 15–18 Jahren beträgt die Prävalenz bis zu 85%.<span><sup>2</sup></span> Akne bedingt für viele Betroffene hohe psychische und soziale Belastungen, die mit starken Einbußen der Lebensqualität einhergehen und zu Depression und erhöhter Suizidgefahr führen können.<span><sup>3, 4</sup></span></p><p>Unter der Acne vulgaris werden die Acne comedonica (Komedonen dominieren), leichte bis mittelschwere Acne papulopustulosa (entzündliche Papeln und Pusteln dominieren), schwere Acne papulopustulosa/mittelschwere Acne nodularis (Knoten und Zysten vorhanden) sowie die schwere noduläre Acne und Acne conglobata (abszedierende Knoten) zusammengefasst.<span><sup>2, 5</sup></span> Acne tarda wird in der Literatur überwiegend definiert als Akne, die über das 25. Lebensjahr hinaus persistiert oder ab diesem Alter erstmals beziehungsweise erneut auftritt.<span><sup>2, 6, 7</sup></span></p><p>Bisher wurden keine grundlegenden Unterschiede in Ursachen und Verlauf der Acne tarda im Vergleich zur adoleszenten Acne vulgaris festgestellt.<span><sup>8, 9</sup></span> Obwohl in einer Zwillingsstudie mit erwachsenen weiblichen Zwillingspaaren ein starker Einfluss genetischer Faktoren angenommen wurde, gibt es weiterhin viele ungeklärte Fragen zur Pathogenese der Acne tarda.<span><sup>10</sup></span></p><p>Neben der variablen Definition der Acne tarda und der unzureichend untersuchten Pathogenese unterliegt auch deren spezifische Behandlung keinen konsentierten Therapieempfehlungen. Die letzten nationalen und europäischen Leitlinien zur Behandlung der Acne vulgaris wurden bereits vor 7–13 Jahren veröffentlicht, die Therapieempfehlungen bezogen sich jedoch auf die Akne allgemein.<span><sup>5, 11, 12</sup></span> Bezüglich der Acne tarda empfiehlt die deutsche Leitlinie lediglich Hormonuntersuchungen.<span><sup>11</sup></span> Weitergehende Punkte, wie die weitere Aufarbeitung von Komorbidität, die psychosoziale Diagnostik und Besonderheiten der topischen Basistherapie, werden selten thematisiert.</p><p>Vor diesem Hintergrund haben dermatologische Experten aus Deutschland die aktuelle Literatur zur Acne tarda in einem virtuellen Arbeitstreffen gesichtet, diskutiert und bewertet. Anhand einer ersten schriftlichen Zusammenfassung wurden in einer weiteren virtuellen Konferenz Unklarheiten erörtert und in einem Konsens zusammengefasst oder als offene Fragen formuliert. Die Formulierung der Empfehlungsstärke (starke Empfehlung: „soll [nicht]“, Empfehlung: ","PeriodicalId":14758,"journal":{"name":"Journal Der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft","volume":"24 1","pages":"11-23"},"PeriodicalIF":3.8,"publicationDate":"2026-01-14","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1111/ddg.15913_g","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"145970060","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":4,"RegionCategory":"医学","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"OA","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Barbora Jara-Reznakova, Rüdiger Panzer, Andrea Vanegas Ramirez
{"title":"12. Jahrestagung der International Society of Dermatology in the Tropics: “Global Dermatology and One Health”","authors":"Barbora Jara-Reznakova, Rüdiger Panzer, Andrea Vanegas Ramirez","doi":"10.1111/ddg.70030","DOIUrl":"https://doi.org/10.1111/ddg.70030","url":null,"abstract":"","PeriodicalId":14758,"journal":{"name":"Journal Der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft","volume":"24 1","pages":"140-141"},"PeriodicalIF":3.8,"publicationDate":"2026-01-14","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"145964413","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":4,"RegionCategory":"医学","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
{"title":"Asymptomatische weiße Flecken an den Beinen","authors":"Katrin Mihalics, Robert Feldmann, Christian Posch","doi":"10.1111/ddg.15922_g","DOIUrl":"https://doi.org/10.1111/ddg.15922_g","url":null,"abstract":"","PeriodicalId":14758,"journal":{"name":"Journal Der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft","volume":"24 1","pages":"109-111"},"PeriodicalIF":3.8,"publicationDate":"2026-01-14","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"145983862","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":4,"RegionCategory":"医学","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}