Pub Date : 2021-07-07DOI: 10.5771/2509-9485-2021-1-13
M. Stock
Dieser Beitrag untersucht, wie geflüchtete Männer aus Syrien Familienbeziehungen über Grenzen hinweg aufrechterhalten und neu verhandeln, welche Anforderungen dabei als Söhne und Brüder an sie gestellt werden und welche Auswirkungen dies für ihre Neuorientierung in Deutschland hat. Ziel des Beitrages ist es, den oft pauschalisierten Debatten über ›arabische Männlichkeiten‹ eine auf den Erfahrungen von syrischen geflüchteten Männern fußende Perspektive entgegenzusetzen, die sich einem zentralen Aspekt der sozialen Welt von syrischen geflüchteten Männern annimmt, nämlich ihrer Rolle als Söhne und Brüder in den über mehrere staatliche Grenzen verteilten Familien. Im Zentrum dieses Beitrags stehen dabei die Analyse der aus transnationalen familiären Beziehungen resultierenden Emotionen wie Machtlosigkeit, Schuld und Nostalgie, die Aufschlüsse über die Formierung männlicher Subjektivitäten in dem transnationalen Spannungsfeld von Care und Flucht geben.
{"title":"Verbindliche Männlichkeiten in Zeiten der Krise – junge geflüchtete Männer aus Syrien in transnationalen Familien","authors":"M. Stock","doi":"10.5771/2509-9485-2021-1-13","DOIUrl":"https://doi.org/10.5771/2509-9485-2021-1-13","url":null,"abstract":"Dieser Beitrag untersucht, wie geflüchtete Männer aus Syrien Familienbeziehungen über Grenzen hinweg aufrechterhalten und neu verhandeln, welche Anforderungen dabei als Söhne und Brüder an sie gestellt werden und welche Auswirkungen dies für ihre Neuorientierung in Deutschland hat. Ziel des Beitrages ist es, den oft pauschalisierten Debatten über ›arabische Männlichkeiten‹ eine auf den Erfahrungen von syrischen geflüchteten Männern fußende Perspektive entgegenzusetzen, die sich einem zentralen Aspekt der sozialen Welt von syrischen geflüchteten Männern annimmt, nämlich ihrer Rolle als Söhne und Brüder in den über mehrere staatliche Grenzen verteilten Familien. Im Zentrum dieses Beitrags stehen dabei die Analyse der aus transnationalen familiären Beziehungen resultierenden Emotionen wie Machtlosigkeit, Schuld und Nostalgie, die Aufschlüsse über die Formierung männlicher Subjektivitäten in dem transnationalen Spannungsfeld von Care und Flucht geben.","PeriodicalId":251983,"journal":{"name":"Zeitschrift für Flüchtlingsforschung","volume":"88 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"2021-07-07","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"122535151","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Pub Date : 2021-07-07DOI: 10.5771/2509-9485-2021-1-3
Paul Scheibelhofer, M. Schneider
Zugänge der Flucht- und der Männlichkeitsforschung werden im deutschsprachigen Raum noch selten miteinander in Verbindung gebracht. In dieser Einleitung zum Themenheft Flucht und Männlichkeiten geben wir einen Überblick über die historische Genese der beiden Forschungsfelder, bevor wir diskutieren, wie in den letzten zwanzig Jahren zunehmend ein Zusammendenken von Migration, Flucht und Männlichkeit stattgefunden hat. Davon ausgehend werden die verschiedenen Artikel im Themenheft mit ihren besonderen Perspektiven vorgestellt, und zusammenfassend wird eruiert, welche Erkenntnisse über den Zusammenhang von Männlichkeit und Flucht aus diesen Beiträgen gewonnen werden können.
{"title":"Männlichkeit und Flucht zusammendenken – eine Einleitung","authors":"Paul Scheibelhofer, M. Schneider","doi":"10.5771/2509-9485-2021-1-3","DOIUrl":"https://doi.org/10.5771/2509-9485-2021-1-3","url":null,"abstract":"Zugänge der Flucht- und der Männlichkeitsforschung werden im deutschsprachigen Raum noch selten miteinander in Verbindung gebracht. In dieser Einleitung zum Themenheft Flucht und Männlichkeiten geben wir einen Überblick über die historische Genese der beiden Forschungsfelder, bevor wir diskutieren, wie in den letzten zwanzig Jahren zunehmend ein Zusammendenken von Migration, Flucht und Männlichkeit stattgefunden hat. Davon ausgehend werden die verschiedenen Artikel im Themenheft mit ihren besonderen Perspektiven vorgestellt, und zusammenfassend wird eruiert, welche Erkenntnisse über den Zusammenhang von Männlichkeit und Flucht aus diesen Beiträgen gewonnen werden können.","PeriodicalId":251983,"journal":{"name":"Zeitschrift für Flüchtlingsforschung","volume":"175 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"2021-07-07","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"116396910","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Pub Date : 2020-12-06DOI: 10.5771/2509-9485-2020-2-293
A. Röder
Der Arbeiterwohlfahrt Landesverband Sachsen hat sich als Mitgliederverband und Koordinierungsstelle für Freiwilligendienste zum Ziel gesetzt, Geflüchtete als Zielgruppe für soziales Engagement zu gewinnen und ihnen darüber eine aktive Partizipation am gesellschaftlichen Leben in Sachsen zu ermöglichen. Anhand einer qualitativen Studie sollen die Rahmenbedingungen der sozialen Integration von Geflüchteten sowie der interkulturellen Öffnung von Einrichtungen mittels bürgerschaftlichen Engagements eruiert werden. Erste Ergebnisse zeigen, dass sich die Teilhabechancen engagierter Geflüchteter verbessern und dass freiwilliges Engagement eine Brücke in den Arbeitsmarkt darstellen kann.
{"title":"Bürgerschaftliches Engagement als Chance? Integrative Wirkung von Freiwilligendiensten und ehrenamtlicher Tätigkeit von Geflüchteten in Sachsen","authors":"A. Röder","doi":"10.5771/2509-9485-2020-2-293","DOIUrl":"https://doi.org/10.5771/2509-9485-2020-2-293","url":null,"abstract":"Der Arbeiterwohlfahrt Landesverband Sachsen hat sich als Mitgliederverband und Koordinierungsstelle für Freiwilligendienste zum Ziel gesetzt, Geflüchtete als Zielgruppe für soziales Engagement zu gewinnen und ihnen darüber eine aktive Partizipation am gesellschaftlichen Leben in Sachsen zu ermöglichen. Anhand einer qualitativen Studie sollen die Rahmenbedingungen der sozialen Integration von Geflüchteten sowie der interkulturellen Öffnung von Einrichtungen mittels bürgerschaftlichen Engagements eruiert werden. Erste Ergebnisse zeigen, dass sich die Teilhabechancen engagierter Geflüchteter verbessern und dass freiwilliges Engagement eine Brücke in den Arbeitsmarkt darstellen kann.","PeriodicalId":251983,"journal":{"name":"Zeitschrift für Flüchtlingsforschung","volume":"9 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"2020-12-06","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"132516540","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Pub Date : 2020-12-06DOI: 10.5771/2509-9485-2020-2-309
Birgit Apfelbaum, Stefan Apitz, Robin Radom
Zur Förderung der Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten bedarf es auch im Bundesland Sachsen-Anhalt eines komplexen Zusammenspiels heterogener Akteursgruppen. Der vorliegende Beitrag untersucht die Wahrnehmung der Zusammenarbeit von Integrationsakteuren aus Sicht der Akteure selbst und identifiziert aktuelle Herausforderungen beim Arbeitsmarktzugang Geflüchteter. Generell wird die Zusammenarbeit als gut eingeschätzt, in der Kooperation von Haupt- und Ehrenamtlichen besteht noch Optimierungspotenzial. Als ein möglicher Ansatz zur Stärkung von Akteursnetzwerken und der Förderung des Kompetenzaufbaus wird ein im Rahmen eines Hochschulprojektes entwickelter Praxisansatz zur Diskussion gestellt. Ziel ist die Verbesserung der Kooperationsfähigkeit aller Akteure durch Schaffung eines regelmäßigen Forums für wechselseitigen Wissens- und Erfahrungsaustausch mit Stakeholdern.
{"title":"Aktuelle Herausforderungen der Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten in Sachsen-Anhalt. Erfahrungen von Haupt- und Ehrenamtlichen in heterogenen Akteursnetzwerken","authors":"Birgit Apfelbaum, Stefan Apitz, Robin Radom","doi":"10.5771/2509-9485-2020-2-309","DOIUrl":"https://doi.org/10.5771/2509-9485-2020-2-309","url":null,"abstract":"Zur Förderung der Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten bedarf es auch im Bundesland Sachsen-Anhalt eines komplexen Zusammenspiels heterogener Akteursgruppen. Der vorliegende Beitrag untersucht die Wahrnehmung der Zusammenarbeit von Integrationsakteuren aus Sicht der Akteure selbst und identifiziert aktuelle Herausforderungen beim Arbeitsmarktzugang Geflüchteter. Generell wird die Zusammenarbeit als gut eingeschätzt, in der Kooperation von Haupt- und Ehrenamtlichen besteht noch Optimierungspotenzial. Als ein möglicher Ansatz zur Stärkung von Akteursnetzwerken und der Förderung des Kompetenzaufbaus wird ein im Rahmen eines Hochschulprojektes entwickelter Praxisansatz zur Diskussion gestellt. Ziel ist die Verbesserung der Kooperationsfähigkeit aller Akteure durch Schaffung eines regelmäßigen Forums für wechselseitigen Wissens- und Erfahrungsaustausch mit Stakeholdern.","PeriodicalId":251983,"journal":{"name":"Zeitschrift für Flüchtlingsforschung","volume":"27 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"2020-12-06","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"124083516","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Pub Date : 2020-09-22DOI: 10.5771/2509-9485-2020-1-131
Julia Stier
Während der Corona-Pandemie ist der Zugang zu verlässlichen Informationen besonders relevant, um Schutzmaßnahmen ergreifen zu können. Migrant*innen und Geflüchteten in Transit- und Residenzländern mangelt es häufig am Zugang zu diesen Informationen. Dies öffnet den Raum für die Entstehung alternativer Sensibilisierungs- und Informationsquellen. Dazu zählen etwa Corona-Songs, also Lieder zur Sensibilisierung über COVID-19 und die nötigen Schutzmaßnahmen. Auch im Senegal sind seit Mitte März 2020 solche Lieder entstanden, die über soziale Medien weite Verbreitung finden. In diesem Artikel werden 20 senegalesische Corona-Songs und die dazugehörigen Videoclips auf ihr Potenzial als Sensibilisierungs- und Informationsquelle sowohl für die wolofsprachige Bevölkerung im Senegal als auch Migrant*innen und Geflüchtete in Transit- und Residenzländern analysiert.
{"title":"Senegalesische Corona-Songs als Sensibilisierungs- und Informationsquelle für wolofsprachige Geflüchtete und Migrant*innen","authors":"Julia Stier","doi":"10.5771/2509-9485-2020-1-131","DOIUrl":"https://doi.org/10.5771/2509-9485-2020-1-131","url":null,"abstract":"Während der Corona-Pandemie ist der Zugang zu verlässlichen Informationen besonders relevant, um Schutzmaßnahmen ergreifen zu können. Migrant*innen und Geflüchteten in Transit- und Residenzländern mangelt es häufig am Zugang zu diesen Informationen. Dies öffnet den Raum für die Entstehung alternativer Sensibilisierungs- und Informationsquellen. Dazu zählen etwa Corona-Songs, also Lieder zur Sensibilisierung über COVID-19 und die nötigen Schutzmaßnahmen. Auch im Senegal sind seit Mitte März 2020 solche Lieder entstanden, die über soziale Medien weite Verbreitung finden. In diesem Artikel werden 20 senegalesische Corona-Songs und die dazugehörigen Videoclips auf ihr Potenzial als Sensibilisierungs- und Informationsquelle sowohl für die wolofsprachige Bevölkerung im Senegal als auch Migrant*innen und Geflüchtete in Transit- und Residenzländern analysiert.","PeriodicalId":251983,"journal":{"name":"Zeitschrift für Flüchtlingsforschung","volume":"35 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"2020-09-22","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"126977948","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Pub Date : 2019-12-08DOI: 10.5771/2509-9485-2019-2-361
J. Fritsche
{"title":"Sabrina Zajak und Ines Gottschalk (Hrsg.): Flüchtlingshilfe als neues Engagementfeld. Chancen und Herausforderungen des Engagements für Geflüchtete (Migration & Integration, Band 6)","authors":"J. Fritsche","doi":"10.5771/2509-9485-2019-2-361","DOIUrl":"https://doi.org/10.5771/2509-9485-2019-2-361","url":null,"abstract":"","PeriodicalId":251983,"journal":{"name":"Zeitschrift für Flüchtlingsforschung","volume":"10 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"2019-12-08","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"132517746","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Pub Date : 2019-06-24DOI: 10.5771/2509-9485-2019-1-8
Valentin Feneberg
In Deutschland gilt ein rechtlicher Vorrang der sogenannten ›freiwilligen Rückkehr‹ von Ausreisepflichtigen vor der Abschiebung. Dabei kommen Programme der (finanziellen) Rückkehrförderung zum Einsatz, deren Umsetzung in eine komplexe Akteurskonstellation zwischen Bund und Ländern eingebettet ist. Auf operativer Ebene werden insbesondere Aufgaben der Rückkehrberatung an staatliche und nicht-staatliche Akteure delegiert, also an kommunale oder zentrale Ausländerbehörden und Träger der freien Wohlfahrtspflege. Der Artikel analysiert die institutionelle Umsetzung der Politik der geförderten Rückkehr anhand der Länder Bayern und Sachsen-Anhalt. Mit Hilfe des Prinzipal-Agent-Ansatzes werden dazu die Delegationsbeziehungen zwischen politischen und operativen Akteuren untersucht. Im Zentrum stehen die Spannungen, die sich aus diesen Beziehungen ergeben. Es wird sichtbar, wie unterschiedlich die Modelle der Rückkehrförderung in den Bundesländern gestaltet sind, insbesondere mit Blick auf Zentralisierung und Spezialisierung der Rückkehrberatungslandschaft. Spannungen im Rückkehrregime entstehen außerdem weniger durch grundsätzliche Zielkonflikte zwischen der politischen und operativen Ebene, sondern vielmehr durch eine zunehmende ›Verstaatlichung‹ der Rückkehrberatung in den Bundesländern.
{"title":"»Ich zwinge niemanden, freiwillig zurück zu gehen.« Die institutionelle Umsetzung der Politik der geförderten Rückkehr durch staatliche und nicht-staatliche Akteure","authors":"Valentin Feneberg","doi":"10.5771/2509-9485-2019-1-8","DOIUrl":"https://doi.org/10.5771/2509-9485-2019-1-8","url":null,"abstract":"In Deutschland gilt ein rechtlicher Vorrang der sogenannten ›freiwilligen Rückkehr‹ von Ausreisepflichtigen vor der Abschiebung. Dabei kommen Programme der (finanziellen) Rückkehrförderung zum Einsatz, deren Umsetzung in eine komplexe Akteurskonstellation zwischen Bund und Ländern eingebettet ist. Auf operativer Ebene werden insbesondere Aufgaben der Rückkehrberatung an staatliche und nicht-staatliche Akteure delegiert, also an kommunale oder zentrale Ausländerbehörden und Träger der freien Wohlfahrtspflege. Der Artikel analysiert die institutionelle Umsetzung der Politik der geförderten Rückkehr anhand der Länder Bayern und Sachsen-Anhalt. Mit Hilfe des Prinzipal-Agent-Ansatzes werden dazu die Delegationsbeziehungen zwischen politischen und operativen Akteuren untersucht. Im Zentrum stehen die Spannungen, die sich aus diesen Beziehungen ergeben. Es wird sichtbar, wie unterschiedlich die Modelle der Rückkehrförderung in den Bundesländern gestaltet sind, insbesondere mit Blick auf Zentralisierung und Spezialisierung der Rückkehrberatungslandschaft. Spannungen im Rückkehrregime entstehen außerdem weniger durch grundsätzliche Zielkonflikte zwischen der politischen und operativen Ebene, sondern vielmehr durch eine zunehmende ›Verstaatlichung‹ der Rückkehrberatung in den Bundesländern.","PeriodicalId":251983,"journal":{"name":"Zeitschrift für Flüchtlingsforschung","volume":"79 5 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"2019-06-24","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"129793166","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Pub Date : 1900-01-01DOI: 10.5771/2509-9485-2020-2-337
T. Noack, Corinna Onnen
Manuskripte für die verschiedenen Rubriken können jederzeit bei Zeitschrift für Flucht- und Flüchtlingsforschung eingereicht werden. Alle Beiträge sind in einer anonymisierten und einer nicht-anonymisierten Version einzureichen. Manuskripte
以往一些文章的手稿可在任何时候提交到《难民和难民调查杂志》。提交的文章都在匿名版和匿名版上手稿
{"title":"Wissenschaftlicher Beirat der Zeitschrift für Flucht- und Flüchtlingsforschung","authors":"T. Noack, Corinna Onnen","doi":"10.5771/2509-9485-2020-2-337","DOIUrl":"https://doi.org/10.5771/2509-9485-2020-2-337","url":null,"abstract":"Manuskripte für die verschiedenen Rubriken können jederzeit bei Zeitschrift für Flucht- und Flüchtlingsforschung eingereicht werden. Alle Beiträge sind in einer anonymisierten und einer nicht-anonymisierten Version einzureichen. Manuskripte","PeriodicalId":251983,"journal":{"name":"Zeitschrift für Flüchtlingsforschung","volume":"22 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"1900-01-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"115310801","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Pub Date : 1900-01-01DOI: 10.5771/2509-9485-2022-2-249
N. Welfens
Dieser Beitrag beleuchtet die Frage, wie politische und soziale Kategorisierungen den Zugang zu Aufnahmeprogrammen regulieren und wie entstehende Ungleichheiten gerechtfertigt werden. Über humanitäre Aufnahmeprogramme nehmen europäische und andere sichere Länder eine begrenzte Zahl Schutzsuchender aus Erstzufluchtsländern auf. Auf Basis von Herkunft, Geschlecht, Alter und anderen Kategorien wird entschieden, wer ›am schutzbedürftigsten‹ ist und entsprechend umgesiedelt werden soll. Anhand der deutschen humanitären Aufnahmeprogramme für syrische Geflüchtete untersucht der Beitrag Kategorisierungspraktiken aus praxistheoretischer und intersektionaler Perspektive entlang des gesamten Aufnahmeprozesses. Dadurch wird einerseits die Verwobenheit verschiedener Kategorisierungspraktiken unterschiedlicher Akteur:innen und andererseits die Hierarchisierung von Schutzbedarf deutlich.
{"title":"Ungleicher Zugang. Kategorisierungspraktiken in deutschen humanitären Aufnahmeprogrammen für syrische Geflüchtete","authors":"N. Welfens","doi":"10.5771/2509-9485-2022-2-249","DOIUrl":"https://doi.org/10.5771/2509-9485-2022-2-249","url":null,"abstract":"Dieser Beitrag beleuchtet die Frage, wie politische und soziale Kategorisierungen den Zugang zu Aufnahmeprogrammen regulieren und wie entstehende Ungleichheiten gerechtfertigt werden. Über humanitäre Aufnahmeprogramme nehmen europäische und andere sichere Länder eine begrenzte Zahl Schutzsuchender aus Erstzufluchtsländern auf. Auf Basis von Herkunft, Geschlecht, Alter und anderen Kategorien wird entschieden, wer ›am schutzbedürftigsten‹ ist und entsprechend umgesiedelt werden soll. Anhand der deutschen humanitären Aufnahmeprogramme für syrische Geflüchtete untersucht der Beitrag Kategorisierungspraktiken aus praxistheoretischer und intersektionaler Perspektive entlang des gesamten Aufnahmeprozesses. Dadurch wird einerseits die Verwobenheit verschiedener Kategorisierungspraktiken unterschiedlicher Akteur:innen und andererseits die Hierarchisierung von Schutzbedarf deutlich.","PeriodicalId":251983,"journal":{"name":"Zeitschrift für Flüchtlingsforschung","volume":"8 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"1900-01-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"116856229","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Pub Date : 1900-01-01DOI: 10.5771/2509-9485-2019-1-71
Mario Schmiedebach, Claas Wegner
Die Beschulung neuzugewanderter Schüler*innen ist im deutschen Bildungssystem insbesondere aufgrund der in den letzten Jahren angestiegenen Zahl von schutzsuchenden Kindern und Jugendlichen ein aktuelles Thema. Um sie in ihrem Deutscherwerb systematisch zu fördern, wird diese Lerngruppe oft in ›internationalen Klassen‹ beschult. Im Projekt ›Biology for Everyone‹ werden Schüler*innen aus diesen Klassen an momentan zwei Gymnasien in Ostwestfalen-Lippe in den Naturwissenschaften auf Deutsch unterrichtet. Der Artikel widmet sich der Evaluation des durchgeführten Naturwissenschaftsunterrichts sowie der Perspektive der Schüler*innen auf den Deutscherwerb. Hierfür wurden mit 13 Schüler*innen leitfadengestützte Interviews durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen unter anderem, dass der integrierte Fach- und Sprachunterricht von den Schüler*innen als mögliche Hilfe für den Übergang ins Regelschulsystem wahrgenommen wird.
{"title":"Evaluation des Naturwissenschaftsunterrichts in ›Internationalen Klassen‹","authors":"Mario Schmiedebach, Claas Wegner","doi":"10.5771/2509-9485-2019-1-71","DOIUrl":"https://doi.org/10.5771/2509-9485-2019-1-71","url":null,"abstract":"Die Beschulung neuzugewanderter Schüler*innen ist im deutschen Bildungssystem insbesondere aufgrund der in den letzten Jahren angestiegenen Zahl von schutzsuchenden Kindern und Jugendlichen ein aktuelles Thema. Um sie in ihrem Deutscherwerb systematisch zu fördern, wird diese Lerngruppe oft in ›internationalen Klassen‹ beschult. Im Projekt ›Biology for Everyone‹ werden Schüler*innen aus diesen Klassen an momentan zwei Gymnasien in Ostwestfalen-Lippe in den Naturwissenschaften auf Deutsch unterrichtet. Der Artikel widmet sich der Evaluation des durchgeführten Naturwissenschaftsunterrichts sowie der Perspektive der Schüler*innen auf den Deutscherwerb. Hierfür wurden mit 13 Schüler*innen leitfadengestützte Interviews durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen unter anderem, dass der integrierte Fach- und Sprachunterricht von den Schüler*innen als mögliche Hilfe für den Übergang ins Regelschulsystem wahrgenommen wird.","PeriodicalId":251983,"journal":{"name":"Zeitschrift für Flüchtlingsforschung","volume":"13 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"1900-01-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"127260829","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}