Pub Date : 1900-01-01DOI: 10.5771/2509-9485-2022-1-107
Katharina Heilmann
Der Beitrag blickt auf den Forschungstand zu familialen Geschlechterrollen, -praktiken und -beziehungen heterosexueller und LGBTIQ*-Geflüchteter. In einer semi-systematischen Analyse wird Literatur ausgewertet, die zwischen 1980 bis 2021 auf Deutsch oder Englisch veröffentlicht wurde. Dabei werden drei zentrale Themenbereiche identifiziert: 1) Sorgebeziehungen von Müttern und Vätern, 2) Geschlechterrollen im Kontext familialer Gewalt oder Krisen und 3) subjektive Konzepte familialer Geschlechterrollen. Die Analyse zeigt, dass familiale Rollen und Praktiken Geflüchteter zumeist heteronormativ gedacht und in Verbindung mit der Kernfamilie untersucht werden. Insofern steht die Forschung zur Vielfalt familialer Geschlechterrollen und -beziehungen im Kontext Flucht noch am Anfang.
{"title":"Familie und Flucht aus geschlechtersensibler Perspektive: Ein Forschungsüberblick","authors":"Katharina Heilmann","doi":"10.5771/2509-9485-2022-1-107","DOIUrl":"https://doi.org/10.5771/2509-9485-2022-1-107","url":null,"abstract":"Der Beitrag blickt auf den Forschungstand zu familialen Geschlechterrollen, -praktiken und -beziehungen heterosexueller und LGBTIQ*-Geflüchteter. In einer semi-systematischen Analyse wird Literatur ausgewertet, die zwischen 1980 bis 2021 auf Deutsch oder Englisch veröffentlicht wurde. Dabei werden drei zentrale Themenbereiche identifiziert: 1) Sorgebeziehungen von Müttern und Vätern, 2) Geschlechterrollen im Kontext familialer Gewalt oder Krisen und 3) subjektive Konzepte familialer Geschlechterrollen. Die Analyse zeigt, dass familiale Rollen und Praktiken Geflüchteter zumeist heteronormativ gedacht und in Verbindung mit der Kernfamilie untersucht werden. Insofern steht die Forschung zur Vielfalt familialer Geschlechterrollen und -beziehungen im Kontext Flucht noch am Anfang.","PeriodicalId":251983,"journal":{"name":"Zeitschrift für Flüchtlingsforschung","volume":"15 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"1900-01-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"129819353","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Pub Date : 1900-01-01DOI: 10.5771/2509-9485-2022-2-181
Lisa Walter, R. Reiter
Sprachmittlung ist für Chancengleichheit beim Zugang zum Gesundheitssystem von großer praktischer Bedeutung, findet jedoch in der politik- und sozialwissenschaftlichen Forschung bislang kaum Beachtung. Die Bedeutung von Sprachmittlung hat sich zuletzt insbesondere beim Zugang von Menschen mit Fluchterfahrung zu psychotherapeutischer Gesundheitsversorgung gezeigt, die – in einem noch viel höheren Maß als die Versorgung rein körperlicher Erkrankungen – von einer gemeinsamen sprachlichen Verständigungsebene abhängt. In diesem Artikel fragen wir danach, inwieweit deutsche Kommunen Sprachmittlung für Asylbewerber*innen, die eine Psychotherapie aufnehmen möchten, finanzieren. Wir stellen dabei anknüpfend an theoretische Erkenntnisse aus der Implementations- und der Kommunalforschung Faktoren dar, die zum Verständnis der kommunalen (Nicht-)Finanzierung von Sprachmittlung beitragen. Auf Grundlage einer deutschlandweiten Befragung kommen wir zu dem Ergebnis, dass bei der Sprachmittlungsfinanzierung eine große kommunale Varianz vorherrscht, wodurch der Zugang zu dieser Leistung – und damit auch zur psychotherapeutischen Versorgung – zu einer wohnortabhängigen Glückssache wird. Ursächlich hierfür sind insbesondere die klassischen, von Lipsky identifizierten Rahmenbedingungen. So hängt die Entscheidung über Sprachmittlungsfinanzierungsanträge häufig vom Wissen sowie den individuellen Einstellungen der Sachbearbeitenden auf der kommunalen Entscheidungsebene ab.
{"title":"Eine Frage des Wohnorts? Varianz in der Finanzierung von Sprachmittlung im Kontext der psychotherapeutischen Gesundheitsversorgung","authors":"Lisa Walter, R. Reiter","doi":"10.5771/2509-9485-2022-2-181","DOIUrl":"https://doi.org/10.5771/2509-9485-2022-2-181","url":null,"abstract":"Sprachmittlung ist für Chancengleichheit beim Zugang zum Gesundheitssystem von großer praktischer Bedeutung, findet jedoch in der politik- und sozialwissenschaftlichen Forschung bislang kaum Beachtung. Die Bedeutung von Sprachmittlung hat sich zuletzt insbesondere beim Zugang von Menschen mit Fluchterfahrung zu psychotherapeutischer Gesundheitsversorgung gezeigt, die – in einem noch viel höheren Maß als die Versorgung rein körperlicher Erkrankungen – von einer gemeinsamen sprachlichen Verständigungsebene abhängt. In diesem Artikel fragen wir danach, inwieweit deutsche Kommunen Sprachmittlung für Asylbewerber*innen, die eine Psychotherapie aufnehmen möchten, finanzieren. Wir stellen dabei anknüpfend an theoretische Erkenntnisse aus der Implementations- und der Kommunalforschung Faktoren dar, die zum Verständnis der kommunalen (Nicht-)Finanzierung von Sprachmittlung beitragen. Auf Grundlage einer deutschlandweiten Befragung kommen wir zu dem Ergebnis, dass bei der Sprachmittlungsfinanzierung eine große kommunale Varianz vorherrscht, wodurch der Zugang zu dieser Leistung – und damit auch zur psychotherapeutischen Versorgung – zu einer wohnortabhängigen Glückssache wird. Ursächlich hierfür sind insbesondere die klassischen, von Lipsky identifizierten Rahmenbedingungen. So hängt die Entscheidung über Sprachmittlungsfinanzierungsanträge häufig vom Wissen sowie den individuellen Einstellungen der Sachbearbeitenden auf der kommunalen Entscheidungsebene ab.","PeriodicalId":251983,"journal":{"name":"Zeitschrift für Flüchtlingsforschung","volume":"15 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"1900-01-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"130362897","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Pub Date : 1900-01-01DOI: 10.5771/2509-9485-2019-2-151
Sophie Leuteritz, T. Thomsen, A. Bockmann
Zahlreiche ehrenamtliche HelferInnen engagieren sich derzeit für die Integration von Flüchtlingen. In Anlehnung an Studien zu Sekundärer Traumatisierung (ST) bei TraumatherapeutInnen wurde an N = 231 ehrenamtlichen FlüchtlingshelferInnen die Prävalenz von ST und deren Zusammenhang mit emotionaler Empathie als Risikofaktor sowie verschiedenen Copingstrategien als Risiko- und Schutzfaktoren anhand einer Online-Befragung untersucht. Die Prävalenz von ST lag bei 10,5%. Insbesondere emotional empathische FlüchtlingshelferInnen zeigten höhere Werte in ST. Dysfunktionale Copingstrategien verstärkten diesen Zusammenhang. Es konnten keine schützenden Copingstrategien identifiziert werden, sodass es diesbezüglich weiterer Forschung bedarf.
许多志愿人员目前参与难民融合工作。根据研究的Traumatisierung(圣)在被TraumatherapeutInnen N = 231志愿者FlüchtlingshelferInnen圣的普遍性及其与情绪的同理心作为危险因素,以及各种Copingstrategien作为风险研究,Schutzfaktoren在根据调查进行了.ST的普遍性为10.5%难民专员特别在感情上具有共鸣的难民专员组织的策略加强了这种联系。我们无法确定保护策略,因此需要进一步研究。
{"title":"Sekundäre Traumatisierung bei ehrenamtlichen FlüchtlingshelferInnen. Eine querschnittliche Analyse von Risiko- und Schutzfaktoren","authors":"Sophie Leuteritz, T. Thomsen, A. Bockmann","doi":"10.5771/2509-9485-2019-2-151","DOIUrl":"https://doi.org/10.5771/2509-9485-2019-2-151","url":null,"abstract":"Zahlreiche ehrenamtliche HelferInnen engagieren sich derzeit für die Integration von Flüchtlingen. In Anlehnung an Studien zu Sekundärer Traumatisierung (ST) bei TraumatherapeutInnen wurde an N = 231 ehrenamtlichen FlüchtlingshelferInnen die Prävalenz von ST und deren Zusammenhang mit emotionaler Empathie als Risikofaktor sowie verschiedenen Copingstrategien als Risiko- und Schutzfaktoren anhand einer Online-Befragung untersucht. Die Prävalenz von ST lag bei 10,5%. Insbesondere emotional empathische FlüchtlingshelferInnen zeigten höhere Werte in ST. Dysfunktionale Copingstrategien verstärkten diesen Zusammenhang. Es konnten keine schützenden Copingstrategien identifiziert werden, sodass es diesbezüglich weiterer Forschung bedarf.","PeriodicalId":251983,"journal":{"name":"Zeitschrift für Flüchtlingsforschung","volume":"1 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"1900-01-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"128765691","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Pub Date : 1900-01-01DOI: 10.5771/2509-9485-2019-1-3
Marcel Berlinghoff, J. Kleist, U. Krause, Jochen Oltmer
{"title":"Editorial zur Umbenennung in Z’Flucht: Zeitschrift für Flucht- und Flüchtlingsforschung","authors":"Marcel Berlinghoff, J. Kleist, U. Krause, Jochen Oltmer","doi":"10.5771/2509-9485-2019-1-3","DOIUrl":"https://doi.org/10.5771/2509-9485-2019-1-3","url":null,"abstract":"","PeriodicalId":251983,"journal":{"name":"Zeitschrift für Flüchtlingsforschung","volume":"24 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"1900-01-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"128407347","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Pub Date : 1900-01-01DOI: 10.5771/2509-9485-2021-2-238
S. Weiß, Verena Scheuerer, Ewald Kiel
Die Studie nimmt in den Blick, wie Lehrende über geflüchtete, traumatisierte Schüler*innen berichten. Die Befragten verorten die Entstehung eines Traumas meist in einem isolierten auslösenden Ereignis im Herkunftsland der Schüler*innen oder auf der Flucht. An einer prozesshaften Entstehung von Traumata, wie sie die Forschung annimmt, orientieren sie sich kaum. Schilderungen zu Traumata sind ausgerichtet am Verhalten der Schüler*innen, das in den Kontext zu erfüllender Anforderungen gesetzt wird. Lehrer*innen argumentieren aus ihrer professionellen Rolle heraus: Bedeutsam sind Unterrichtskonzepte und die - monolingual ausgerichtete - Förderung der Unterrichtssprache. Haltungen und interpersonale Dynamiken sind hingegen kaum Thema. Weiter zeigt sich, dass die Institution Schule und das Bildungssystem Zwänge sowie Struktur- und Institutionslogiken schaffen, die eine Unterstützung traumatisierter Schüler*innen erschweren.
{"title":"Wie Lehrende über geflüchtete, traumatisierte Kinder und Jugendliche in der Schule berichten","authors":"S. Weiß, Verena Scheuerer, Ewald Kiel","doi":"10.5771/2509-9485-2021-2-238","DOIUrl":"https://doi.org/10.5771/2509-9485-2021-2-238","url":null,"abstract":"Die Studie nimmt in den Blick, wie Lehrende über geflüchtete, traumatisierte Schüler*innen berichten. Die Befragten verorten die Entstehung eines Traumas meist in einem isolierten auslösenden Ereignis im Herkunftsland der Schüler*innen oder auf der Flucht. An einer prozesshaften Entstehung von Traumata, wie sie die Forschung annimmt, orientieren sie sich kaum. Schilderungen zu Traumata sind ausgerichtet am Verhalten der Schüler*innen, das in den Kontext zu erfüllender Anforderungen gesetzt wird. Lehrer*innen argumentieren aus ihrer professionellen Rolle heraus: Bedeutsam sind Unterrichtskonzepte und die - monolingual ausgerichtete - Förderung der Unterrichtssprache. Haltungen und interpersonale Dynamiken sind hingegen kaum Thema. Weiter zeigt sich, dass die Institution Schule und das Bildungssystem Zwänge sowie Struktur- und Institutionslogiken schaffen, die eine Unterstützung traumatisierter Schüler*innen erschweren.","PeriodicalId":251983,"journal":{"name":"Zeitschrift für Flüchtlingsforschung","volume":"262 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"1900-01-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"121139868","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Pub Date : 1900-01-01DOI: 10.5771/2509-9485-2021-2-309
S. Ziegler, K. Bozorgmehr
Neu angekommene Geflüchtete haben in Deutschland eingeschränkten Zugang zur Gesundheitsversorgung. Viele medizinische Leistungen müssen individuell bei der jeweils zuständigen Behörde beantragt werden. Im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben werden darüber Ermessensentscheidungen getroffen. Wir werfen in diesem Beitrag die Frage auf, ob soziale Kategorisierungsprozesse Einfluss auf diese Entscheidungen und damit auf den Umfang der Gesundheitsversorgung nehmen. Insbesondere wollen wir Erwägungen zur ›Bleibeperspektive‹ im Kontext von Verteilungsentscheidungen im Gesundheitssektor kritisch diskutieren. Zudem stellen wir Vorüberlegungen dazu an, wie der Hypothese der ›Bleibeperspektive‹ als möglicherweise neuer sozialer Determinante der Gesundheit wissenschaftlich weiter nachgegangen werden kann.
{"title":"Die ›Bleibeperspektive‹ als soziale Determinante der Gesundheit Geflüchteter?","authors":"S. Ziegler, K. Bozorgmehr","doi":"10.5771/2509-9485-2021-2-309","DOIUrl":"https://doi.org/10.5771/2509-9485-2021-2-309","url":null,"abstract":"Neu angekommene Geflüchtete haben in Deutschland eingeschränkten Zugang zur Gesundheitsversorgung. Viele medizinische Leistungen müssen individuell bei der jeweils zuständigen Behörde beantragt werden. Im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben werden darüber Ermessensentscheidungen getroffen. Wir werfen in diesem Beitrag die Frage auf, ob soziale Kategorisierungsprozesse Einfluss auf diese Entscheidungen und damit auf den Umfang der Gesundheitsversorgung nehmen. Insbesondere wollen wir Erwägungen zur ›Bleibeperspektive‹ im Kontext von Verteilungsentscheidungen im Gesundheitssektor kritisch diskutieren. Zudem stellen wir Vorüberlegungen dazu an, wie der Hypothese der ›Bleibeperspektive‹ als möglicherweise neuer sozialer Determinante der Gesundheit wissenschaftlich weiter nachgegangen werden kann.","PeriodicalId":251983,"journal":{"name":"Zeitschrift für Flüchtlingsforschung","volume":"10 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"1900-01-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"131202142","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Pub Date : 1900-01-01DOI: 10.5771/2509-9485-2019-2-302
Samia Aden, C. Schmitt, Yasemin Uçan, C. Wagner, Jan Wienforth
Der Beitrag stellt Historie, Anliegen und Spannungsfelder partizipativer Forschungsansätze in der Fluchtmigrationsforschung vor. Er reflektiert die konventionell getrennten Rollen von Forschenden und Zu-Beforschenden kritisch, erörtert Möglichkeiten sowie Grenzen des Einbezugs geflüchteter Menschen als Forschungspartner*innen und stellt die Relationen zwischen hauptberuflich Forschenden und möglichen Co-Forschenden als prinzipiell verhandelbar heraus. Als zentral schlägt er die Einnahme einer reflexiven Haltung seitens der Forscher*innen vor, die Verantwortung für den Forschungsprozess übernehmen, Herrschaftsverhältnisse in den Blick nehmen und das eigene Tätigkeitsfeld einer steten Reflexion unterziehen.
{"title":"Partizipative Fluchtmigrationsforschung. Eine Suchbewegung","authors":"Samia Aden, C. Schmitt, Yasemin Uçan, C. Wagner, Jan Wienforth","doi":"10.5771/2509-9485-2019-2-302","DOIUrl":"https://doi.org/10.5771/2509-9485-2019-2-302","url":null,"abstract":"Der Beitrag stellt Historie, Anliegen und Spannungsfelder partizipativer Forschungsansätze in der Fluchtmigrationsforschung vor. Er reflektiert die konventionell getrennten Rollen von Forschenden und Zu-Beforschenden kritisch, erörtert Möglichkeiten sowie Grenzen des Einbezugs geflüchteter Menschen als Forschungspartner*innen und stellt die Relationen zwischen hauptberuflich Forschenden und möglichen Co-Forschenden als prinzipiell verhandelbar heraus. Als zentral schlägt er die Einnahme einer reflexiven Haltung seitens der Forscher*innen vor, die Verantwortung für den Forschungsprozess übernehmen, Herrschaftsverhältnisse in den Blick nehmen und das eigene Tätigkeitsfeld einer steten Reflexion unterziehen.","PeriodicalId":251983,"journal":{"name":"Zeitschrift für Flüchtlingsforschung","volume":"157 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"1900-01-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"133393462","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Pub Date : 1900-01-01DOI: 10.5771/2509-9485-2023-1-151
Judith Riepe
Vor dem Hintergrund der besonderen Fallkonstellation einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) geht der Beitrag der Frage nach, wie Glaubhaftigkeit (Aussageeigenschaft) und Glaubwürdigkeit (Persönlichkeitseigenschaft) in Asylklageverfahren in Deutschland hergestellt und ausgehandelt werden. Anhand ethnographischer Beispiele und aus einer praxistheoretischen Perspektive werden Einblicke in die Relationalität und Kontextualität dieser beiden für die Asylentscheidung zentralen Kriterien gegeben und es wird aufgezeigt, wie verschiedene am Verfahren beteiligte Akteur*innen die relevanten Tatsachen immer wieder aushandeln und übersetzen, um sie den zum Schutz berechtigenden institutionell und soziokulturell anerkannten Kategorien zuordnen zu können.
{"title":"Aushandlungen von Glaubhaftigkeit und Glaubwürdigkeit im Zuge der richterlichen Urteilsbildung in Asylklageverfahren in Deutschland – Ethnologische Perspektiven","authors":"Judith Riepe","doi":"10.5771/2509-9485-2023-1-151","DOIUrl":"https://doi.org/10.5771/2509-9485-2023-1-151","url":null,"abstract":"Vor dem Hintergrund der besonderen Fallkonstellation einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) geht der Beitrag der Frage nach, wie Glaubhaftigkeit (Aussageeigenschaft) und Glaubwürdigkeit (Persönlichkeitseigenschaft) in Asylklageverfahren in Deutschland hergestellt und ausgehandelt werden. Anhand ethnographischer Beispiele und aus einer praxistheoretischen Perspektive werden Einblicke in die Relationalität und Kontextualität dieser beiden für die Asylentscheidung zentralen Kriterien gegeben und es wird aufgezeigt, wie verschiedene am Verfahren beteiligte Akteur*innen die relevanten Tatsachen immer wieder aushandeln und übersetzen, um sie den zum Schutz berechtigenden institutionell und soziokulturell anerkannten Kategorien zuordnen zu können.","PeriodicalId":251983,"journal":{"name":"Zeitschrift für Flüchtlingsforschung","volume":"21 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"1900-01-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"131799219","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Pub Date : 1900-01-01DOI: 10.5771/2509-9485-2019-2-320
J. Kuhnt, Ramona Rischke, A. David, T. Lechtenfeld
Dieser Artikel untersucht die Wahrnehmung des sozialen Zusammenhalts von in Jordanien lebenden jungen Erwachsenen (18-35 Jahre), sowie Veränderungen dieser Wahrnehmungen in Zeiten, in denen hohe und wachsende Zahlen syrischer Geflüchteter im Libanon leben. Ergebnisse einer Online-Umfrage weisen auf einen leichten Rückgang des sozialen Zusammenhalts in Jordanien hin. Junge Menschen wollen Akteur*innen des Wandels sein und haben ein klares Verlangen nach mehr sozialer Teilhabe. Unsere Ergebnisse weisen auf Möglichkeiten zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts zwischen jungen Angehörigen der Mehrheitsgesellschaft und Geflüchteten sowie auf Hindernisse für die aktivere Teilnahme von jungen Menschen an der Gesellschaft hin.
{"title":"Social Cohesion in Times of Forced Displacement. The Perspective of Youth in Jordan","authors":"J. Kuhnt, Ramona Rischke, A. David, T. Lechtenfeld","doi":"10.5771/2509-9485-2019-2-320","DOIUrl":"https://doi.org/10.5771/2509-9485-2019-2-320","url":null,"abstract":"Dieser Artikel untersucht die Wahrnehmung des sozialen Zusammenhalts von in Jordanien lebenden jungen Erwachsenen (18-35 Jahre), sowie Veränderungen dieser Wahrnehmungen in Zeiten, in denen hohe und wachsende Zahlen syrischer Geflüchteter im Libanon leben. Ergebnisse einer Online-Umfrage weisen auf einen leichten Rückgang des sozialen Zusammenhalts in Jordanien hin. Junge Menschen wollen Akteur*innen des Wandels sein und haben ein klares Verlangen nach mehr sozialer Teilhabe. Unsere Ergebnisse weisen auf Möglichkeiten zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts zwischen jungen Angehörigen der Mehrheitsgesellschaft und Geflüchteten sowie auf Hindernisse für die aktivere Teilnahme von jungen Menschen an der Gesellschaft hin.","PeriodicalId":251983,"journal":{"name":"Zeitschrift für Flüchtlingsforschung","volume":"158 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"1900-01-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"133588466","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Pub Date : 1900-01-01DOI: 10.5771/2509-9485-2021-1-1
{"title":"Titelei/Inhaltsverzeichnis","authors":"","doi":"10.5771/2509-9485-2021-1-1","DOIUrl":"https://doi.org/10.5771/2509-9485-2021-1-1","url":null,"abstract":"","PeriodicalId":251983,"journal":{"name":"Zeitschrift für Flüchtlingsforschung","volume":"12 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"1900-01-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"133980910","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}