Im Anschluss an die Jahrestagung entstanden, refl ektiert die Diskussionsmatrix, wie die Verfasserin – in doppelter Rolle als Bildende Künstle rin und Professorin im Bereich Kulturmanagement – die Konferenzprä sentationen und Diskussionen gesehen und gewichtet hat. Im Sinne von Steffen Bogens und Felix Thürlemann Bemerkung zur „pragmatischen Potenz“ der Diagramme, die „mehr als andere Diskursformen [...] darauf angelegt [sind], Nachfolgehandlungen nach sich zu ziehen“, soll dieses Diagramm zur weiteren Debatte von Nutzen sein.
{"title":"Diskussionsmatrix zur Kufsteiner Jahrestagung des Fachverbands Kulturmanagement, 2014","authors":"Adelheid Mers","doi":"10.14361/ZKMM-2015-0108","DOIUrl":"https://doi.org/10.14361/ZKMM-2015-0108","url":null,"abstract":"Im Anschluss an die Jahrestagung entstanden, refl ektiert die Diskussionsmatrix, wie die Verfasserin – in doppelter Rolle als Bildende Künstle rin und Professorin im Bereich Kulturmanagement – die Konferenzprä sentationen und Diskussionen gesehen und gewichtet hat. Im Sinne von Steffen Bogens und Felix Thürlemann Bemerkung zur „pragmatischen Potenz“ der Diagramme, die „mehr als andere Diskursformen [...] darauf angelegt [sind], Nachfolgehandlungen nach sich zu ziehen“, soll dieses Diagramm zur weiteren Debatte von Nutzen sein.","PeriodicalId":414783,"journal":{"name":"Zeitschrift für Kulturmanagement","volume":"208 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"2015-03-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"131770747","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Anlass für das neuerliche Interesse an der traditionsreichen Thematik ‚Kulturfinanzierung‘ bei der 8. Jahrestagung des Fachverbandes Kul turmanagement waren die zahlreichen aktuellen Einflüsse, denen die kulturelle Produktion gegenübersteht: von der Stagnation öffentlicher Förderung bis zu den Debatten einer Ökonomisierung von Kulturbetrie ben; von der angestrebten Öffnung für bislang unerreichte Publikums schichten auch aus ökonomischen Motiven bis zu den Implikationen der Kulturnutzerforschung; von neuen Formen wie Crowdfunding bis zu Ansätzen partizipativer Methoden für Kulturentwicklungspläne. Das breite Spektrum aus involvierten Anspruchsgruppen und Diskursen ver weist darauf, dass es sich hier um Kräfteverhältnisse handelt: Diesen Ausdruck verwendete Michel Foucault mehrfach in Zusammenhang mit seinem Dispositivbegriff. Darunter verstand er eine heterogene, meist institutionell geregelte Anordnung von Macht und Wissen, welche sich in Diskursen behauptet, zugleich jedoch über sie hinausreicht (FOU CAULT 1977a: 28): Die Funktionsweise des Dispositivs beschreibt Fou cault als „wesentlich strategischer“ denn jene des Diskurses,
{"title":"Dispositive der Kulturfinanzierung","authors":"Verena Teissl","doi":"10.14361/zkmm-2015-0103","DOIUrl":"https://doi.org/10.14361/zkmm-2015-0103","url":null,"abstract":"Anlass für das neuerliche Interesse an der traditionsreichen Thematik ‚Kulturfinanzierung‘ bei der 8. Jahrestagung des Fachverbandes Kul turmanagement waren die zahlreichen aktuellen Einflüsse, denen die kulturelle Produktion gegenübersteht: von der Stagnation öffentlicher Förderung bis zu den Debatten einer Ökonomisierung von Kulturbetrie ben; von der angestrebten Öffnung für bislang unerreichte Publikums schichten auch aus ökonomischen Motiven bis zu den Implikationen der Kulturnutzerforschung; von neuen Formen wie Crowdfunding bis zu Ansätzen partizipativer Methoden für Kulturentwicklungspläne. Das breite Spektrum aus involvierten Anspruchsgruppen und Diskursen ver weist darauf, dass es sich hier um Kräfteverhältnisse handelt: Diesen Ausdruck verwendete Michel Foucault mehrfach in Zusammenhang mit seinem Dispositivbegriff. Darunter verstand er eine heterogene, meist institutionell geregelte Anordnung von Macht und Wissen, welche sich in Diskursen behauptet, zugleich jedoch über sie hinausreicht (FOU CAULT 1977a: 28): Die Funktionsweise des Dispositivs beschreibt Fou cault als „wesentlich strategischer“ denn jene des Diskurses,","PeriodicalId":414783,"journal":{"name":"Zeitschrift für Kulturmanagement","volume":"32 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"2015-03-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"128771826","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Kulturelle Bildung findet zu einem großen Teil in der Schule und mit hilfe von Medien statt. Veränderungen in der Medienlandschaft sowie der Wissenskultur haben daher auch Auswirkungen auf die Kulturelle Bildung. Die Vermittlung von Kultureller Bildung im schulischen Kon text ist eng verknüpft mit den Einwirkungsmöglichkeiten des Vermitt lers, ihren Spielräumen sowie deren Verschiebungen. Die Rolle des Ver mittlers können sowohl die Bildungspolitik als auch bestimmte Medien ausüben. Die ‚Kunst des Möglichen‘ wird hier verstanden als ‚Spielraum des Machbaren‘ bzw. den Steuerungsmöglichkeiten der Vermittler. Da Kulturelle Bildung als ein wichtiger Teilbereich der allgemeinen Bil dungsinhalte betrachtet werden kann, obliegt deren institutionelle Steuerung im Schulwesen den zuständigen Kultusbehörden und Schul trägern. In Deutschland hat nach Art. 7 GG der Staat die Aufsicht über die Schulbildung, diese ist vorrangig Aufgabe der Bundesländer, was in den jeweiligen Landesverfassungen geregelt ist. Obwohl die Regelungen in den Schulgesetzen der Länder im Einzelnen unterschiedlich sind, ist ihre Konzeption ähnlich: Alle Schulgesetze zielen darauf, die für Schul bildung ‚wesentlichen‘ Aspekte zu regeln (LEPPEK 2002: 9). Solche wesentlichen Aspekte wie z. B. der Bildungsauftrag, Schulformen und Schulaufsicht oder auch Regelungen zu Lehrplänen und Schulbüchern werden im Schulgesetz, in Rechtsverordnungen oder in Verwaltungsvor schriften fixiert. Die gestaltbaren Einflussbereiche in der Schulbildung werden nachfolgend als Steuerungsbereiche aufgefasst, wobei der Staat durch gezielte Einflussnahme, z. B. über Budgets, Bildungsinhalte oder Unterrichtsabläufe, bestimmte Wirkungen in der Schulbildung herbei führt. Diese Untersuchung konzentriert sich auf die Rolle des Schulbu ches als bisheriges schulisches Leitmedium und Steuerungsinstrument für die Kulturelle Bildung an Schulen und arbeitet Differenzen zu Medi enpraktiken bei der Nutzung von drei schulrelevanten Onlineangeboten heraus.
{"title":"Der Einfluss neuer Medienpraktiken auf die Steuerung von kultureller Bildung in der Schule","authors":"Andrea Hiller","doi":"10.14361/zkmm-2015-0110","DOIUrl":"https://doi.org/10.14361/zkmm-2015-0110","url":null,"abstract":"Kulturelle Bildung findet zu einem großen Teil in der Schule und mit hilfe von Medien statt. Veränderungen in der Medienlandschaft sowie der Wissenskultur haben daher auch Auswirkungen auf die Kulturelle Bildung. Die Vermittlung von Kultureller Bildung im schulischen Kon text ist eng verknüpft mit den Einwirkungsmöglichkeiten des Vermitt lers, ihren Spielräumen sowie deren Verschiebungen. Die Rolle des Ver mittlers können sowohl die Bildungspolitik als auch bestimmte Medien ausüben. Die ‚Kunst des Möglichen‘ wird hier verstanden als ‚Spielraum des Machbaren‘ bzw. den Steuerungsmöglichkeiten der Vermittler. Da Kulturelle Bildung als ein wichtiger Teilbereich der allgemeinen Bil dungsinhalte betrachtet werden kann, obliegt deren institutionelle Steuerung im Schulwesen den zuständigen Kultusbehörden und Schul trägern. In Deutschland hat nach Art. 7 GG der Staat die Aufsicht über die Schulbildung, diese ist vorrangig Aufgabe der Bundesländer, was in den jeweiligen Landesverfassungen geregelt ist. Obwohl die Regelungen in den Schulgesetzen der Länder im Einzelnen unterschiedlich sind, ist ihre Konzeption ähnlich: Alle Schulgesetze zielen darauf, die für Schul bildung ‚wesentlichen‘ Aspekte zu regeln (LEPPEK 2002: 9). Solche wesentlichen Aspekte wie z. B. der Bildungsauftrag, Schulformen und Schulaufsicht oder auch Regelungen zu Lehrplänen und Schulbüchern werden im Schulgesetz, in Rechtsverordnungen oder in Verwaltungsvor schriften fixiert. Die gestaltbaren Einflussbereiche in der Schulbildung werden nachfolgend als Steuerungsbereiche aufgefasst, wobei der Staat durch gezielte Einflussnahme, z. B. über Budgets, Bildungsinhalte oder Unterrichtsabläufe, bestimmte Wirkungen in der Schulbildung herbei führt. Diese Untersuchung konzentriert sich auf die Rolle des Schulbu ches als bisheriges schulisches Leitmedium und Steuerungsinstrument für die Kulturelle Bildung an Schulen und arbeitet Differenzen zu Medi enpraktiken bei der Nutzung von drei schulrelevanten Onlineangeboten heraus.","PeriodicalId":414783,"journal":{"name":"Zeitschrift für Kulturmanagement","volume":"27 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"1900-01-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"123074003","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
sehr einflussreichen Branchen-Insidern angereichert werden. Durch die vielfältigen historischen Abrisse betreibt Mulligan vor allem im ersten Teil des Buchs aktiv Geschichtsschreibung und reiht sich damit in eine Folge wichtiger Publikationen wie How Music Got Free von Stephen Witt oder The Future of Music von David Kusek und Gerd Leonhard ein. Gleichzeitig gelingt es dem Autor aber nicht, einen verbindlichen Erzählstil zu entwickeln, der die Leser an die Hand nehmen und dem Buch eine konsistente Argumentationskette verleihen würde. Insofern eignet sich das Buch vor allem für Praktiker, die aus gut recherchierten Fallstudien ihre Schlüsse ziehen wollen und als Ausgangspunkt für weitere Forschung zur Geschichte der Online-Musikdistribution.
{"title":"Hermann Korte, Hans-Joachim Jakob, Bastian Dwenter (Hgg.): „Das böse Tier Theaterpublikum.“ Zuschauerinnen und Zuschauer in Theater- und Literaturjournalen des 18. und frühen 19. Jahrhunderts. Eine Dokumentation. Heidelberg (Winter) 2015, 243 Seiten. Sven Oliver Müller: Das Publikum macht die Musik.","authors":"S. Höhne","doi":"10.14361/zkmm-2016-0215","DOIUrl":"https://doi.org/10.14361/zkmm-2016-0215","url":null,"abstract":"sehr einflussreichen Branchen-Insidern angereichert werden. Durch die vielfältigen historischen Abrisse betreibt Mulligan vor allem im ersten Teil des Buchs aktiv Geschichtsschreibung und reiht sich damit in eine Folge wichtiger Publikationen wie How Music Got Free von Stephen Witt oder The Future of Music von David Kusek und Gerd Leonhard ein. Gleichzeitig gelingt es dem Autor aber nicht, einen verbindlichen Erzählstil zu entwickeln, der die Leser an die Hand nehmen und dem Buch eine konsistente Argumentationskette verleihen würde. Insofern eignet sich das Buch vor allem für Praktiker, die aus gut recherchierten Fallstudien ihre Schlüsse ziehen wollen und als Ausgangspunkt für weitere Forschung zur Geschichte der Online-Musikdistribution.","PeriodicalId":414783,"journal":{"name":"Zeitschrift für Kulturmanagement","volume":"10 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"1900-01-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"116779353","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Urban arts policies have been studied frequently by urban scholars but shifts in the respective usage of the arts have been neglected. Frequently, the discourse of the present on how the arts are employed for urban development prevails, tuning out – incorrectly – how this discourse has been shifted over the years. To fill this gap, the author interviewed local experts and compared their statements on the topic of arts and culture in Baltimore’s urban development over a period of more than twenty years, in 1988, 2004, and 2010. How did artists and arts managers, urban planners and urban politicians view the arts as a tool for Baltimore’s urban development during these years? The study uses a qualitative case study approach. As such it has involved an indepth exploration of the strategic usages of arts and culture in urban contexts. It is a result of the study that the meaning of arts and culture as a factor for urban development has changed considerably between 1988 and 2010. Whereas this meaning was “elevating the masses by the arts” in 1988, it was “the arts as key for the creative city” in 2004, and “nurturing the creative edge of artists” in 2010.
{"title":"Art and Culture as an Urban Development Tool","authors":"V. Kirchberg","doi":"10.14361/zkmm-2016-0105","DOIUrl":"https://doi.org/10.14361/zkmm-2016-0105","url":null,"abstract":"Urban arts policies have been studied frequently by urban scholars but shifts in the respective usage of the arts have been neglected. Frequently, the discourse of the present on how the arts are employed for urban development prevails, tuning out – incorrectly – how this discourse has been shifted over the years. To fill this gap, the author interviewed local experts and compared their statements on the topic of arts and culture in Baltimore’s urban development over a period of more than twenty years, in 1988, 2004, and 2010. How did artists and arts managers, urban planners and urban politicians view the arts as a tool for Baltimore’s urban development during these years? The study uses a qualitative case study approach. As such it has involved an indepth exploration of the strategic usages of arts and culture in urban contexts. It is a result of the study that the meaning of arts and culture as a factor for urban development has changed considerably between 1988 and 2010. Whereas this meaning was “elevating the masses by the arts” in 1988, it was “the arts as key for the creative city” in 2004, and “nurturing the creative edge of artists” in 2010.","PeriodicalId":414783,"journal":{"name":"Zeitschrift für Kulturmanagement","volume":"115 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"1900-01-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"124572071","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
{"title":"Peter BUSS: Fundraising. Grundlagen, System und strategische Planung","authors":"Silvan Rüssli","doi":"10.14361/ZKMM-2015-0117","DOIUrl":"https://doi.org/10.14361/ZKMM-2015-0117","url":null,"abstract":"","PeriodicalId":414783,"journal":{"name":"Zeitschrift für Kulturmanagement","volume":"8 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"1900-01-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"131760485","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Publikationen (Graw 2008) bzw. umfassender angelegte empirische Feldrekonstruktionen (Moser 2013) deutlich zeigen – lediglich eine Po sition neben anderen darstellt. Zudem werden durch diese Anlage an dere Kunstkonzeptionen – wie etwa die von „Kunst als Diskurs“ (Moser 2013: 307-310) – als postmodern diskreditiert, ohne sich dezidiert mit ihnen auseinandergesetzt zu haben. Dies dürfte gerade den Akteuren der Kunstwelt als weitreichende Engführung auffallen. Vor allem aber muss sich die Publikation den Vorwurf gefallen las sen, gerade in ihrer Konzentration auf das Phänomen ‚Art Basel‘ und den Verzicht auf eine ergänzende Ethnographie des anderen Pols des Feldes zur Wahrnehmung des Kunstfeldes der Gegenwart als eines ökonomi sierten beizutragen. Die Begründung, dass die Art Basel als „sehr kleines Segment des zeitgenössischen Kunstmarktes“ dennoch als Forschungs gegenstand ausgewählt wurde, weil sie „den Großteil seiner gesamten Gewinne“ (S. 221) generiere, verstärkt diesen Effekt weiter und legt die Beantwortung der Frage, inwieweit die Art Basel die Frage der Wertzu schreibung des Prädikats „Kunst“ in Gegenwartsgesellschaften verände re, in einer ganz spezifischen Weise nahe.
{"title":"Julia Voss: Hinter weißen Wänden","authors":"K. V. D. Berg","doi":"10.14361/zkmm-2016-0116","DOIUrl":"https://doi.org/10.14361/zkmm-2016-0116","url":null,"abstract":"Publikationen (Graw 2008) bzw. umfassender angelegte empirische Feldrekonstruktionen (Moser 2013) deutlich zeigen – lediglich eine Po sition neben anderen darstellt. Zudem werden durch diese Anlage an dere Kunstkonzeptionen – wie etwa die von „Kunst als Diskurs“ (Moser 2013: 307-310) – als postmodern diskreditiert, ohne sich dezidiert mit ihnen auseinandergesetzt zu haben. Dies dürfte gerade den Akteuren der Kunstwelt als weitreichende Engführung auffallen. Vor allem aber muss sich die Publikation den Vorwurf gefallen las sen, gerade in ihrer Konzentration auf das Phänomen ‚Art Basel‘ und den Verzicht auf eine ergänzende Ethnographie des anderen Pols des Feldes zur Wahrnehmung des Kunstfeldes der Gegenwart als eines ökonomi sierten beizutragen. Die Begründung, dass die Art Basel als „sehr kleines Segment des zeitgenössischen Kunstmarktes“ dennoch als Forschungs gegenstand ausgewählt wurde, weil sie „den Großteil seiner gesamten Gewinne“ (S. 221) generiere, verstärkt diesen Effekt weiter und legt die Beantwortung der Frage, inwieweit die Art Basel die Frage der Wertzu schreibung des Prädikats „Kunst“ in Gegenwartsgesellschaften verände re, in einer ganz spezifischen Weise nahe.","PeriodicalId":414783,"journal":{"name":"Zeitschrift für Kulturmanagement","volume":"2 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"1900-01-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"129386897","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
schaftliche Ungleichheit in der Einkommensverteilung und noch mehr im Kapitalbesitz“ (S. 138f.) spielten dabei eine wesentliche Rolle. Seine Schlussfolgerung: „Kultur für alle“ wirke für Menschen mit geringem Kapitalbesitz und zu wenig Freizeit anmaßend, wenn nicht gar zynisch. Zembylas geht also von einem Zusammenhang zwischen sozioökonomischer Situation und Kulturbesuch aus. Silke Helfrich sieht dagegen ökonomische Sorglosigkeit als Bedingung für Kreativität und proklamiert in diesem Kontext die Idee des „bedingungslosen Grundeinkommens“ (S. 29). Konrad Paul Liessmann widerspricht dem Konnex zwischen Kapitalbesitz und Kultur: Für ihn ist ein anregungsreiches Elternhaus, das zu kultureller Auseinandersetzung inspiriert, die Grundbedingung für kulturellen Enthusiasmus. „Kultur für alle“ müsse demnach dafür sorgen, diese Voraussetzungen allen Kindern und Jugendlichen zu ermöglichen. Stattdessen wirke der „Kulturvermittlungs-Boom“ immer häufiger als Kompensation für Versäumnisse der Bildungsund Sozialpolitik (S. 73). Insgesamt eignet sich der Interviewband für Kulturpolitiker, kulturell Verantwortliche oder kulturinteressierte Laien, die ihre eigene Position kritisch reflektieren und sich für den fachlichen Diskurs wappnen möchten. Aufgrund der ‚häppchenweisen‘ Aufbereitung in gut lesbare Interviews ist dieser Band keine komplizierte Lektüre, birgt aber dennoch einige überraschend neue Gedanken zur Debatte über die Zugänglichkeit von Kunst und Kultur für jedermann.
{"title":"Lindiwe Dovey: Curating Africa in the Age of Film Festivals. New York (Palgrave) 2015, 270 Seiten.","authors":"Verena Teissl","doi":"10.14361/zkmm-2017-0215","DOIUrl":"https://doi.org/10.14361/zkmm-2017-0215","url":null,"abstract":"schaftliche Ungleichheit in der Einkommensverteilung und noch mehr im Kapitalbesitz“ (S. 138f.) spielten dabei eine wesentliche Rolle. Seine Schlussfolgerung: „Kultur für alle“ wirke für Menschen mit geringem Kapitalbesitz und zu wenig Freizeit anmaßend, wenn nicht gar zynisch. Zembylas geht also von einem Zusammenhang zwischen sozioökonomischer Situation und Kulturbesuch aus. Silke Helfrich sieht dagegen ökonomische Sorglosigkeit als Bedingung für Kreativität und proklamiert in diesem Kontext die Idee des „bedingungslosen Grundeinkommens“ (S. 29). Konrad Paul Liessmann widerspricht dem Konnex zwischen Kapitalbesitz und Kultur: Für ihn ist ein anregungsreiches Elternhaus, das zu kultureller Auseinandersetzung inspiriert, die Grundbedingung für kulturellen Enthusiasmus. „Kultur für alle“ müsse demnach dafür sorgen, diese Voraussetzungen allen Kindern und Jugendlichen zu ermöglichen. Stattdessen wirke der „Kulturvermittlungs-Boom“ immer häufiger als Kompensation für Versäumnisse der Bildungsund Sozialpolitik (S. 73). Insgesamt eignet sich der Interviewband für Kulturpolitiker, kulturell Verantwortliche oder kulturinteressierte Laien, die ihre eigene Position kritisch reflektieren und sich für den fachlichen Diskurs wappnen möchten. Aufgrund der ‚häppchenweisen‘ Aufbereitung in gut lesbare Interviews ist dieser Band keine komplizierte Lektüre, birgt aber dennoch einige überraschend neue Gedanken zur Debatte über die Zugänglichkeit von Kunst und Kultur für jedermann.","PeriodicalId":414783,"journal":{"name":"Zeitschrift für Kulturmanagement","volume":"3 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"1900-01-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"130261786","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Vom 16. bis 17. März 2016 fand in London die Jahreskonferenz der Visitor Studies Group statt. Unter dem Titel Visitor Studies: It’s What You Do With It wurde diskutiert, wie Besucherforschung innerhalb von Kulturinstitutionen eine echte Hilfestellung für Entscheidungsprozesse liefern, wie sie einen Beitrag für die institutionelle Weiterentwicklung leisten und somit nachhaltige Wirkung entfalten kann. Die zweitägige Veranstaltung bot etwas mehr als 90 Vertretern von Museen, Universitäten, Bibliotheken, Botanischen Gärten und Beratungsagenturen v. a. aus Großbritannien, aber auch aus ganz Europa, vielfältige Möglichkeiten intensiven Austausches. Lamia Dabboussy (British Broadcasting Corporation) sprach in ihrer Keynote darüber, wie Erkenntnisse über ihre Nachfrager in die Programmentwicklung und Strategieplanung der BBC einfließen. Sie skizzierte unterschiedliche Kommunikationsstrategien für Evaluatoren je nachdem, an wen (Entscheidungsträger vs. -umsetzer) und wann Ergebnisse kommuniziert werden sollen (punktuell vs. kontinuierlich) und je nach der angestrebten eigenen Rolle hierbei (Partner vs. Datenlieferant). Für eine effektive Einbindung von Besucherforschung innerhalb von Institutionen empfahl sie, sich gegenüber Entscheidungsträgern als Partner zu platzieren, der kontinuierlich wertvolle Einsichten liefert. Jane Rayner (Science Museum, London) und Emma Morioka (Historic Royal Places) stellten in ihren Beiträgen die hohe Bedeutung einer Einbindung von Besucherforschung in allen Phasen der Programmentwicklung und in der täglichen Arbeit der hiermit befassten Teams heraus, wenn diese zu einer Gemeinschaftaufgabe innerhalb von Kulturinstitutionen werden soll. Caroline Florence (Insight Narrator) zeigte in ihrem Beitrag auf, wie Besucherdaten durch ‚Story-Telling‘ aufbereitet werden können und somit breitere Zielgruppen zu deren Rezeption angeregt werden können,
{"title":"Visitor Studies Group Conference","authors":"Vera Allmanritter","doi":"10.14361/zkmm-2016-0208","DOIUrl":"https://doi.org/10.14361/zkmm-2016-0208","url":null,"abstract":"Vom 16. bis 17. März 2016 fand in London die Jahreskonferenz der Visitor Studies Group statt. Unter dem Titel Visitor Studies: It’s What You Do With It wurde diskutiert, wie Besucherforschung innerhalb von Kulturinstitutionen eine echte Hilfestellung für Entscheidungsprozesse liefern, wie sie einen Beitrag für die institutionelle Weiterentwicklung leisten und somit nachhaltige Wirkung entfalten kann. Die zweitägige Veranstaltung bot etwas mehr als 90 Vertretern von Museen, Universitäten, Bibliotheken, Botanischen Gärten und Beratungsagenturen v. a. aus Großbritannien, aber auch aus ganz Europa, vielfältige Möglichkeiten intensiven Austausches. Lamia Dabboussy (British Broadcasting Corporation) sprach in ihrer Keynote darüber, wie Erkenntnisse über ihre Nachfrager in die Programmentwicklung und Strategieplanung der BBC einfließen. Sie skizzierte unterschiedliche Kommunikationsstrategien für Evaluatoren je nachdem, an wen (Entscheidungsträger vs. -umsetzer) und wann Ergebnisse kommuniziert werden sollen (punktuell vs. kontinuierlich) und je nach der angestrebten eigenen Rolle hierbei (Partner vs. Datenlieferant). Für eine effektive Einbindung von Besucherforschung innerhalb von Institutionen empfahl sie, sich gegenüber Entscheidungsträgern als Partner zu platzieren, der kontinuierlich wertvolle Einsichten liefert. Jane Rayner (Science Museum, London) und Emma Morioka (Historic Royal Places) stellten in ihren Beiträgen die hohe Bedeutung einer Einbindung von Besucherforschung in allen Phasen der Programmentwicklung und in der täglichen Arbeit der hiermit befassten Teams heraus, wenn diese zu einer Gemeinschaftaufgabe innerhalb von Kulturinstitutionen werden soll. Caroline Florence (Insight Narrator) zeigte in ihrem Beitrag auf, wie Besucherdaten durch ‚Story-Telling‘ aufbereitet werden können und somit breitere Zielgruppen zu deren Rezeption angeregt werden können,","PeriodicalId":414783,"journal":{"name":"Zeitschrift für Kulturmanagement","volume":"76 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"1900-01-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"124422057","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
{"title":"Chantal MOUFFE: Agonistik. Die Welt politisch denken","authors":"K. V. D. Berg","doi":"10.14361/ZKMM-2016-0120","DOIUrl":"https://doi.org/10.14361/ZKMM-2016-0120","url":null,"abstract":"","PeriodicalId":414783,"journal":{"name":"Zeitschrift für Kulturmanagement","volume":"11 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"1900-01-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"132161475","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}